Debütanten-Tradition

Ursprünglich stammt der Debütanten-Brauch aus England, wo die Töchter der Aristokratie im Alter von 18 Jahren bei Hofe dem König bzw. der Königin offiziell vorgestellt wurden. Mit diesem Ereignis wurde an diesem Tag gleichzeitig die alljährliche Ballsaison eröffnet. Die jungen Damen galten von diesem Moment an gesellschaftlich als heiratsfähig. Diese Tradition der Präsentation bei Hofe endete in London erst 1958. Damals ließ Königin Elisabeth II. den Debütantinnenball als nicht mehr zeitgemäß erklären. Die Tradition der Bälle hat sich allerdings erhalten und inzwischen vor allem in den USA ausgebreitet. Dort fi ndet inzwischen in jeder größeren Stadt ein alljährlicher Debütantinnenball statt. Einer der prachtvollsten ist der „Kolonialball“ in der texanisch-mexikanischen Grenzstadt Laredo. Er folgt noch ganz den strengen, alten Regeln und wird in historischen Kostümen getanzt. Dieses historische Spektakel wird seit 1898 am Geburtstag von George Washington gefeiert und seit 1939 von der „Martha-Washington-Gesellschaft“ organisiert.


Auch in späteren Jahren und bis heute bezeichnet man als Debütantin eine junge Frau, die „in die Gesellschaft eingeführt wird“, abgeleitet von Debüt (von
französisch début für Anfang, erster Versuch). Dies geschieht meist im Alter von 18 Jahren eben auf besagtem festlichen Ball, also einer Veranstaltungen der oberen Gesellschaftsschichten. Danach konnte man offiziell um die junge Frau werben. Traditionell werden in Europa bei diesen Veranstaltungen von
den Damen weiße Kleider getragen, außer in Dresden, da trägt Frau Rot. Begleitet werden sie von eigens dafür engagierten, also platonischen Partnern. So werden in Budapest zum Beispiel die Debütantinnen von Kadetten der Budapester Offi ziersschule auf das Parkett geführt.Eröffnet wird ein solcher Ball traditionell von einer Polonaise der Debütantinnen, an die
sich ein Wiener Walzer anschließt. Außer in Dresden, da gibt es eine Gesamtchoreografie von acht Minuten.


Der eigentliche Tanz der Debütantinnen ist der Cotillon, bei dem ihnen ursprünglich von ihren jeweiligen Tanzpartnern ein spezielles Blumenbouquet überreicht wurde. In den USA nennt man daher einen Debütantinnenball
auch Cotillon. Doch in Dresden soll Tradition mit Moderne, Stil mit Entspanntheit vereint werden, und so ist das Dresdner Debütanten-Komitee zum SemperOpernball eben wie so vieles in der Stadt etwas ganz Besonderes.