Karin Gräfin von Kageneck

Es war die große Liebe. So beschreibt Karin Gräfin von Kageneck die Hochzeit mit Graf von Kageneck. Für sie war es ein bisschen wie im Märchen, in dem der Prinz die Bürgerliche auf sein Schloss holt.

 

Dass mit dem Adelsprädikat Gräfin immer gewisse Erwartungen mitspielen, hat sie mit viel Flexibilität und Anpassungsgabe gemeistert und stets ihre eigene Karriere gemeistert. "Um den Titel ging es mir nie", erzählt die Gräfin. Auch wenn sie ihn nach ihrer Scheidung im Namen behielt. Als Freunde sind Graf und Gräfin weiterhin verbunden und teilen gemeinsame Interessen. Trotz ihrer bodenständigen und modernen Sichtweise ist Gräfin von Kageneck die Bedeutung ihres Namens durchaus bewusst - trotz Vorurteile Außenstehender. "Es gibt in den Köpfen vieler immer noch diesen Spuk, dass die Prinzessin nicht arbeiten müsse." Und auch wenn sie als Finanzberaterin bereits seit 1980 tätig ist, hat auch sie schon Erfahrungen mit diesen Vorurteilen machen müssen. "Jeder Betrüger versucht, sich auf Adelige zu stürzen. Wenn ich zum Beispiel Handwerker engagiere, dann muss ich immer darauf achten, dass manche wenn beim Wort Gräfin nicht gleich den doppelten Preis veranschlagen." Manchmal fast belustigend: "Ich bekomme schonmal per Facebook Anfragen von Leuten, die für mich arbeiten wollen - als Butler oder Chauffeur." Die Familie Kageneck kann auf eine lange Familiengeschichte zurückblicken. Den Namen Kageneck nahm die dritte Generation der Familie nach ihrem Grundbesitz im Kagenecker Bruch bei Straßburg mit Nikolaus von Kageneck im frühen 13. Jahrhundert an, er war Ritter und Städtmeister von Straßburg. Zuerst vor allem verbunden mit der Stadt Straßburg und dem Unterelsass, erwarb die Familie durch Erbschaft in der Mitte des 17. Jahrhunderts zusätzliche Güter und erbaute 1671 das Schloss Munzingen, heute ein Stadtteil von Freiburg im Breisgau. Dort residiert bis zum heutigen Tag der Chef der Familie. Heute ist der Familienname besonders verbunden mit der Sekt- und Weinmarke "Graf von Kageneck", deren Reben noch immer rund um das Schloss Munzingen, Kaiserstuhl-Tuniberg, angebaut werden. Gräfin von Kageneck ist sich der Bedeutung ihres Titels entsprechend bewusst. "Viele Türen öffnen sich einem leichter. So kommt man viel mit Leuten in Kontakt, die kommen, weil sie auch vom Titel angesprochen werden." Aber selbst im Beruf lassen die Erwartungen und Verpflichtungen des Adels nicht locker. "Viele verbinden damit einen sehr hohen Anspruch. Man muss sehr seriös sein. Es gibt Regeln und die befolge ich", erzählt die Gräfin. Natürlich sei es nicht immer leicht gewesen, gerade als eingeheiratete Adelige. Ihre offene Sichtweise ließ sie den "Tanz in vielen Gesellschaftskreisen" jedoch erfolgreich meistern.