Work-Life-Balance in der Medizin

Annika Jacob, 25 Jahre, 4. Semester


Warum studieren Sie Medizin? 

Annika: Ich habe vorher eine Ausbildung zur Medizinisch-Technischen-Assistentin gemacht. Ich wollte aber schon immer weiter gehen und noch mehr über den menschlichen Körper lernen. Also bin ich in der Medizin gelandet. 

 

Was möchten Sie nach Ihrem Studium machen? 

Annika: Ich kann momentan noch keine Fachrichtung sagen. Das ist also noch weit weg. 

 

65 Prozent der Medizinstudenten sind Frauen.Was meinen Sie dazu? 

Annika: Wenn ich mich in den Vorlesungen umschaue, deckt sich diese Zahl mit meinem Eindruck. 

 

Wie wichtig ist die Sozialkompetenz für den Beruf des Arztes? 

Annika: Wenn der Arzt direkt mit Patienten zu tun hat, dann ist sie sehr wichtig. Für Mediziner, bei denen im Berufsalltag Technik im Vordergrund steht, etwa Radiologen, ist das weniger ausschlaggebend. Ich glaube, der gute Umgang mit den Patienten ist ein Hauptfaktor für die Heilung. 

 

Wie wichtig ist es für Mediziner, nicht nur auf den Patienten zu achten, sondern auch auf sich selbst? 

Annika: Wenn man den Job über viele Jahre durchhalten will, braucht man schon eine gewisse „Work-Life-Balance“. Ich hoffe, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiterhin so im Fokus bleibt und man auch irgendwann mit Kindern gut arbeiten kann. 

 

Sind Ihnen die Konsequenzen des Arztberufes bewusst? 

Annika: Durch meine Berufsausbildung habe ich schon ziemlich viel mitbekommen und ich weiß, worauf ich mich einlasse: Wochenendarbeit, hohe Verantwortung. Das wird mich nicht aus den Schuhen hauen. 

 

Haben Sie Vorschläge für Verbesserungen im Medizinstudium? 

Annika: Für meinen Geschmack ist das Studium zu sehr verschult. Da wird sehr viel Faktenwissen und gefühlt viel unnützes Wissen, was man später gar nicht braucht, vermittelt. Vielleicht sollten die Inhalte mehr aufeinander aufbauen, damit man auf das Wissen später gut zurück greifen und es auch in der Praxis anwenden kann.