Differenzierte Regeneration bei Axolotl & Molch

Kann der Mensch sich bald selbst heilen?

Eine Zusammenarbeit von Dresden und Schweden brachte in einer Studie unerwartete Erkenntnisse. Professorin Elly Tanaka vom DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden und Professor András Simon vom Karolinska Institute haben die Salamander Axolotl und Molch auf ihr Muskelgewebe untersucht. Obwohl die beiden Arten nah verwandt sind, regenerieren sie ihre Muskeln auf unterschiedliche Weise. Diese Entdeckung kann eine große Auswirkung auf den Menschen haben.

Wie bereits bekannt, können Salamander verlorene Gliedmaßen eins zu eins nachwachsen lassen. Dazu bildet sich an der beschädigten Stelle eine Ansammlung von Vorläuferzellen. Diese wandeln sich in der Zeit um und bilden die verlorene Extremität original nach. Bisher ist nicht geklärt, welche zellulären Mechanismen für diesen Vorgang verantwortlich sind. Tanaka und ihr Team forschen seit geraumer Zeit mit der Salamanderart Axolotl (Ambystoma mexicanum). Ihnen ist es November 2013 als weltweit erste Forschergruppe gelungen, Muskelgewebe und Stammzellen des Tieres einzufärben. Damit lässt sich die Regeneration besser nachvollziehen. Parallel zu Dresden forschte Simon in Schweden am Lurch (Notophthalmus viridescens).

Während bei Letzterem Myofibrillen für das Nachwachsen eines Beines zuständig sind, spielen diese Zellen beim Axolotl keine Rolle. Beim Dresdner Salamander sind örtlich vorhandene Stammzellen für die Regeneration verantwortlich. Die Myofibrillen hingegen werden im Ernstfall an der beschädigten Stelle produziert um dann das Bein nachzubilden. "Es ist zu vermuten, dass es vielfältige Strategien für eine mögliche Regeneration von Muskelgewebe bei anderen Tierarten einschließlich Säugetieren gibt.", so Elly Tanaka. Das könnte bedeuten, dass es irgendwann möglich ist, solche Regenerationsmechanismen auch auf den menschlichen Organismus zu übertragen.

 

Das Zentrum für Regenerative Therapien Dresden erforscht das Selbstheilungspotential des Körpers und halt als Ziel neuartige Therapien für unheilbare Krankheiten zu entwickeln. Zurzeit arbeiten fünf Professoren und neun Forschungsgruppenleiter am CRTD, die in einem interdisziplinären Netzwerk von über 90 Mitgliedern sieben verschiedener Institutionen Dresdens eingebunden sind.