Wie ungewöhnlich ist der milde Herbst 2014?

Die Antwort gleich vorab: im Grunde gar nicht. Ähnlich warme Novembertage gab es zuletzt vor zwei Jahren – der letzte „goldene Herbst" liegt also noch gar nicht lange zurück. Die Vermutung liegt nahe, das habe etwas mit dem Klimawandel zu tun, über den der Klimarat IPCC kürzlich einen finalen Bericht vorlegte. Der Weltklimarat hatte bereits in seinen letzten Reports eindringlich darauf hingewiesen, dass gehandelt werden müssen, wolle man eine Erderwärmung um vier Grad Celsius verhindern. Dies hätte nicht abzuschätzende Folgen. Würden alle an einem Strang ziehen, wäre eine Kehrtwende möglich, und die Erwärmung ließe sich auf zwei Grad beschränken.

Wärmerekorde in Deutschland

Für europäische Regionen wäre die Folge allerdings eher ein stetiges Absinken der Temperaturen. Die aktuell milden Herbsttemparaturen sind einem Hochdruckgebiet geschuldet, das warme Luft aus oberen Wolkenschichten nach unten drückt. Die Wolken lösen sich auf und die Temperaturen steigen. Auch wenn der Oktober nicht so ungewöhnlich warm war, wie viele meinen, brach er doch diverse Temperaturrekorde. In München beispielsweise wurde ein Mittelwert von 13,5°C gemessen – der höchste Wert seit Beginn der Messungen. Damit lagen die Temperaturen sogar über denen im September. Ein gewöhnlicher Mittelwert liegt bei ca. 9,9°C, doch dieser wurde in fast ganz Deutschland übertroffen. Überall war es circa 3 Grad wärmer als sonst. Doch die gegenwärtigen aktuellen Temperaturen werden sich nicht halten.

Einbruch des Konsums im Einzelhandel

Auch wenn einige Mutige noch mit kurzen Hosen und leichter Bekleidung unterwegs sind: Langsam wird es Zeit, sich auf den Winter einzustellen. Die Meteorologen sagen Temperaturstürze voraus, die recht unangekündigt eintreten können. Zu hoffen bleibt, dass sich mit dem Beginn der Temperaturveränderung auch die Zurückhaltung beim Einkaufen legt. Der deutsche Einzelhandel hatte im September den stärksten Rückgang seit sieben Jahren zu verkraften. Gründe sind zum einen der boomende Onlinehandel, der beispielsweise bei Winterjacken ein deutlich größeres Sortiment bietet als nahezu alle lokalen Geschäfte, und zum anderen besagte hohe Temperaturen. Im September betrug der Rückgang der Umsätze 3,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Jahr 2007 verloren die Einzelhändler 3,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat August. Insgesamt blieben die Umsätze aber recht stabil. Bildquellenangabe: Uli Stoll Outdoor-Fotografie info@parknplay.de / pixelio.de