Sind Hunde wirklich so gefährlich?

Die Angst vor dem aggressiven Hund

Es wird immer schwerer Mensch und Hund in unseren Städten sicher zu vereinen. Für beide ist es in jeglicher Hinsicht sehr eng geworden. Hundesteuer, Leinenzwang, zunehmender Verkehr, Begegnungen mit anderen Hundehaltern- viele Regeln und Gebote gilt es zu befolgen. Eine ausgewogene, natürliche Balance im Umgang mit dem Hund aufrechtzuerhalten ist eine echte Herausforderung für viele Hundehalter geworden und manchmal wird aus dem treuen Jagdgefährten des Menschen, aus dem Beschützer von Haus und Hof, von Mensch und Vieh und dem besten tierischen Freund des Menschen eine Gefahr. Wie kann das passieren? Haben sich die Hunde im Laufe der Zeit verändert oder ihre Menschen? Oder beide?

Das Raubtier Hund

Oft erlebe ich sowohl bei Hundehaltern als auch bei Menschen, die keinen Hund besitzen, eine große Angst vor den unberechenbaren Reaktionen der Hunde und ihren scharfen Waffen. Hinzu kommen Unverständnis, Unwissen und oftmals eine ganz falsche Betrachtungsweise unserer vierbeinigen Partner. Besonders nachdenklich macht mich, dass ich dies selbst bei erklärten Hundefreunden erlebe. Der Einblick in die Seele des Hundes und das Verständnis über sein Verhalten sind leider durch nichts zu ersetzen. Übertriebene Liebe und Vermenschlichung werden ein problemloses Zusammenleben eher erschweren. Es ist wichtig, den Hund als Hund zu betrachten und zu behandeln genau so, wie ein Pferd auch als Pferd betrachtet und behandelt wird.

Ein harmonisches Miteinander ist kein Hexenwerk

Dafür müssen Mensch und Hund nicht viel können. Es ist nicht nötig, die Sache mit dem Hund zu verkomplizieren. Wichtig ist ein Basis

paket  an theoretischem Wissen und Zielklarheit beim Menschen. Dem Mensch muss klar sein, was er tut und warum er es tut und später auch, wie er es tut. Das Wie ist in der Erziehung ganz einfach. Es muss blitzschnell erfolgen, kompromisslos sein und es dürfen für den Hund keine Fragen offen bleiben. Mit Walddorfpädagogik kann unser Hund nichts anfangen. Vielmehr sind Klarheit, kompromisslose Konsequenz und herzliches Lob gefragt.  

Die vier Grundvoraussetzungen

Mit einem Hund fällt man in der Öffentlichkeit dadurch auf, dass man nicht auffällt. Man überzeugt mit einem Hund, der seinen Menschen reizneutral begleitet und andere Menschen und Hunde nicht bedrängt sowie sich selbst nicht in brenzlige Situationen bringt - egal ob mit oder ohne Leine. Dafür ist es erforderlich, den Hund souverän durch die Menschenwelt zu führen und ihn so oft es geht, Hund sein lassen zu dürfen. Dies wiederrum setzt voraus, dass der Hund auf Ansprache sofort reagiert, auf den ersten Rückruf zurück kommt, ein Abbruchsignal sicher beherrscht und sich situationsbedingt einen festen Platz zuweisen lässt. Das ist schon alles, was der Hund können muss. 

Ein Ehrenplatz für gemeinsamen Erlebnisse

Gemeinsamkeiten verbinden. Es ist für den angeschlossenen Hund, wenn die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind, große Freude etwas mit seinem Menschen zusammen zu tun. Suchen Sie sich dafür etwas aus, was ihnen beiden Spaß macht. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Wichtig ist, dass Sie die rassetypischen Eigenarten Ihres Hundes fördern sollten und er gesundheitlich in der Lage dazu ist. Es macht sicher wenig Sinn, einen Yorkshire Terrier vor einen Hundeschlitten zu spannen oder einen Bernhardiner über den AgilityParcours zu treiben. 

Ihnen wünsche ich viele schöne Momente mit Ihrem Hund. Werden Sie der Verantwortung gerecht, die Sie mit der Adoption auf Lebenszeit übernommen haben. Hören Sie etwas mehr auf Ihre Gefühle und legen Sie sich wichtiges theoretisches Wissen über Ihren Partner Raubtier zu. Dann werden Sie eine schöne gemeinsame Zeit haben und müssen sich um das Thema Angst -sei es die eigene oder die Ihrer Mitmenschen- keine Sorgen mehr machen. 

Herzliche Grüße Ihr Kai Hartmann 

www.hundetrainer-dd.de