Kann denn Schokolade Sünde sein?

Nicht umsonst wird die Kakaopflanze „Speise der Götter“ genannt: Kein zweites Mal hat die Natur so viele wertvollste Nährstoffe auf so kleinem Raum zusammengedrängt und selten ist erlaubt, ja erwünscht, was auch schmeckt! Disy wollte mehr wissen.

„Schokolade ist wunderbar, mild, sinnlich, tief, dunkel, üppig, befriedigend, potent, massiv, cremig, verführerisch, anregend, prachtvoll, exzessiv, seidig, glatt, luxuriös, himmlisch. Schokolade ist Ruin, Glück, Vergnügen, Liebe, Ekstase, Fantasie ...

Schokolade macht uns böse und schuldig, lässt uns sündigen, macht uns gesund, elegant und glücklich.“

Elaine Sherman

Fernando Gruenberg Stern, Chef Gewandhaus: „Ich brauche 400 Gramm Schokolade pro Tag.“
Das sagt ein Mann, der eine Leidenschaft für Schokolade hat, die keinen Aufwand scheut? Er trinkt nicht, er raucht nicht, aber er isst 400 g Schokolade am Abend: Fernando Gruenberg Stern, General Manager des Radisson SAS Gewandhaus Hotel. „Bevor ich nach Dresden kam, habe ich lange in Paris gelebt, die Opulenz in Sachen Schokolade ist nicht zu übertreffen“, so Gruenberg Stern.

Deshalb ist er froh, so viel unterwegs zu sein. Dabei kann er sich aus allen Ländern seine Lieblingsschokoladen mitbringen oder sie sich aus der Schweiz oder Spanien liefern lassen. „Die letzten zehn Tafeln von vor vier Tagen sind schon fast alle. Ich bin mit viel Schokolade aufgewachsen. Mein Vater hat uns jeden Freitag
damit verwöhnt.“ Tagsüber wird allerdings nicht genascht, erst abends, wenn der Tag geht und die Nacht kommt, stehen die süßen Freuden auf dem Tisch - und das reichlich.

Fernando Gruenberg Stern ist sich sicher: „Schokoesser sind grandiose
Genussmenschen, die immer gut gelaunt und beschwingt durchs Leben gehen.“

Süchtig?
Annähernd achteinhalb Kilo gönnt sich der Deutsche im Schnitt pro Jahr, 39 % der amerikanischen Frauen sagen gar, sie seien schokoladensüchtig. Nicht ohne Grund.

Gesund durch Schokolade
Wenn wir von den positiven Wirkungen von Schokolade sprechen, sind natürlich die hochprozentigen Sorten gemeint. Denn den gesunden Einfluss entfaltet der Kakao. Die in ihm enthaltene Ölsäure senkt das Gesamt-Cholesterin und fördert die Produktion des guten HDL Cholesterin, das besonders in Stresssituationen abgebaut wird.

Tannine, Fluor und die Phosphate besitzen Anti-Karies-Wirkung, Koffein, Theobromin und Serotonin besitzen stärkende und anregende, Eigenschaften und wirken vitalisierend. Das Theobromin des Kakaos ist sogar wirksamer als das Hustenmittel Codein. Polyphenole und Flavonoide bändigen freie Radikale, das schützt vor Krebs und Herzinfarkt.

Eine Tasse Kakao hat doppelt so viele Antioxidantien wie ein Glas Rotwein und dreimal so viel wie eine Tasse grüner Tee. Es sollte beachtet werden, dass hierfür der Kakao traditionell, also mit heißem Wasser und nicht mit Milch, gekocht werden muss.

Schokolade macht glücklich
Das bilden wir uns nicht nur ein. Kakao enthält den Stimmungsaufheller Phenylethylamin in einer Menge wie kein anderes Lebensmittel, es werden außerdem Endorphine, eine Art körpereigenes Opium gebildet und es ist ein Hauch Anandamid, ein Verwandter des Wirkstoffs, der im Cannabis seine berauschende Wirkung entfaltet, enthalten.

Das beim Schokoladeessen ausgeschüttete Glückshormon Serotonin hat eine vergleichbare Wirkung wie ein Kuss. Das weibliche Hormon Östrogen verstärkt die stimmungsaufhellende Wirkung der Schokolade, so dass sich die besondere Liebe der Frauen zur Schokolade durchaus biologisch begründen ließe. Übrigens haben finnische Wissenschaftler erforscht, dass Schwangere, die viel Schokolade essen, Kinder haben, die weniger ängstlich sind und viel lachen.

Und die beste Nachricht: Dunkle Schokolade macht nicht dick, weil sie den Blutzucker konstant hält und somit das Speicherhormon Insulin vom Körper nicht gebildet wird. Das funktioniert allerdings nur, wenn man sich auch sonst demgemäß ernährt.