Die Dresdner Gesellschaft - Kolumne von Gerhard Golze: Disy Sommer 2006

Jede Geschichte hat drei Seiten. Die eigene, die weiterer Beteiligter und die der nicht Befangenen.

 

Erfahrungsgemäß ist es hilfreich, alle drei „Brillen“ oder Sichtweisen zu nutzen, um den „Geschichtsgegenstand“ objektiv beurteilen zu können.

Sind es doch regelmäßig im Alltag komplexe Situationen, mit denen  wir es zu tun haben und die uns herausfordern, nicht selten sogar überfordern. Das gilt im übrigen für alle sozialen Schichten und Berufsgruppen.

 

So wurde ich kürzlich mit der Sicht einer Journalistin aus dem Süden der Republik konfrontiert, die dem Dogmatismus der Einseitigkeit huldigte. Eingeladen zur Eröffnung des Steigenberger Hotels „de Saxe“ hatte ich die Gelegenheit zu einem kurzweiligen, interessanten Gespräch mit Frau Steigenberger. Selten habe ich jemanden als Unternehmerin kennen gelernt, wo sich Eigenschaften wie Charme, Klugheit, Kompetenz und Willensstärke so personifizieren. Es bestätigte sich die eigene Erfahrung, Grundlage von Erfolg ist eine Vision und das daraus entwickelte schlüssige Konzept. Dass flexibles Chancenmanagement auch in der Hotellerie funktionieren kann,  hat die Steigenberger Hotelgruppe im Übrigen weltweit unter Beweis gestellt.

 

Umso mehr verwunderte mich der Vorwurf der besagten Journalistin gegenüber Frau Steigenberger, ein nur „4 Sterne“-Hotel in Dresden zu eröffnen. Bei allem Respekt, eine „Hotelexpertin“ sollte die Fähigkeit zur Marktbeobachtung besitzen, Entwicklungen erkennen können und die Gründe für erforderliche Differenzierungen beachten.

 

Die Fairness gebietet jedoch festzustellen, dass man als Teil eines Systems nicht vor Betriebsblindheit geschützt ist und die Gefahr besteht, längst nicht mehr alles zu sehen. Kommt man von außen, versteht man in der Regel nicht alles. Eines ist mir jedoch klar geworden, Menschen und Unternehmen ist eines gemeinsam, sie entwickeln sich beständig, geplant oder zufällig. Es entsteht Neues, sprunghaft oder aus bewährtem Alten. Richtige Prioritäten zu setzen ist jedoch die Voraussetzung für Erfolg. Als Außenstehender meine ich, dass ein 4-Sterne-Hotel wie das „de Saxe“ in seiner Unverwechselbarkeit, dem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis und beeindruckenden Service optimal das Dresdner Hotelangebot bereichert. Die richtige Sehschärfe, die Fähigkeit zur mehrseitigen Betrachtung wünsche ich mir und Ihnen, und nicht nur den „5-Sterne-Blick“.

 

(Autor: Gerhard Golze; Disy Sommer 2006)