Augustiner Restaurant - An der Frauenkirche 16/17

Es ist faszinierend. Wir betreten den „Gewölbekeller“ des Augustiner an der Frauenkirche und fühlen uns tatsächlich so, als wären wir gerade gut 500km gen Süden, direkt nach München gereist.

 

Zugegeben, das Gewölbe ist nur Fassade und spätestens wenn die Gäste um uns herum im feinsten sächsischen Akzent sprechen, wissen wir, dass wir noch im schönen Dresden sind. Dennoch gibt sich das Augustiner viel Mühe, bayrische Authentizität zu verbreiten. Die Kellner erscheinen in Lederhosen oder Dirndl, aus den Boxen ertönen Schlager und auch die Holzbänke, Tische und Stühle sehen aus als seien sie gerade aus München eingeflogen. Die zweisprachige Karte (Deutsch und Englisch) ist im Stile einer Tageszeitung gestaltet und darf von uns sogar eingesteckt werden. Als wir das Haus halb 12 betreten, ist es noch ruhig und kaum besucht. Wir bestellen eine Zitronenlimonade (2,30 Euro) die sehr zügig den Weg zu unserem Tisch findet. Zu Essen gibt es einen kleinen, gemischten Salat (5,50 Euro), Pfifferlinge und Kartoffeln (11,60 Euro) und einen Münchner Schweinebraten mit Kraut und Semmelknödel.

Der Salat kommt fix und ist wirklich frisch zubereitet. Das Dressing besteht aus Olivenöl und Essig und hätte etwas mehr Würze vertragen können, ist im Großen und Ganzen aber lecker. Auf unseren Hauptgang warten wir noch gut eine halbe Stunde. Der Schweinebraten ist weich und zergeht auf der Zunge. Dafür ist die Soße recht scharf und kräftig. Die Semmelknödel sind frisch, nicht verwässert und wirklich lecker. Auch das Kraut, das extra gereicht wird, schmeckt gut und machte vor allem ausgesprochen satt. Auch die Pfifferlinge waren frisch, die Kartoffeln durch aber nicht zu weich. Am Ende bestellten wir spontan noch eine weitere, kleine Mahlzeit, obwohl nur noch 15 Minuten Zeit hatten. Der Kellner beriet uns dabei und schlug einen Leberkäs mit Bratkartoffeln und Ei vor. Und tatsächlich, nach nicht einmal fünf Minuten stand der Teller vor uns. Auch dieses Gericht war lecker und kam zusammen mit einem kleinen Schälchen süßer Senf. Inzwischen hatte sich auch das Gewölbe gut gefüllt, so dass fast jeder Platzt besetzt war. Darunter auch viele Familien mit Kindern. Bei unserem zweiten Besuch setzten wir uns abends in den Biergarten. Von dort aus hat man einen malerischen Blick auf die Frauenkirche. Diesmal bestellten wir eine Schweinshaxe (13,80 Euro) sowie einen Aperol-Sprizz (6,50 Euro). Bei der mächtigen Haxe hatten wir uns etwas viel zugemutet. Unseren Wunsch, den Rest einpacken zu lassen, kam der Kellner (übrigens der selbe vom ersten Mal) ohne Umschweife nach.

 

Fazit: Münchner mit etwas Heimweh oder Dresdner mit etwas Fernweh ist das Augustiner durchaus zu empfehlen. Auch bei Geschäftsessen mit ausländischen Kunden bietet sich das urige Restaurant aufgrund der zweisprachigen Karte an. Das Essen war frisch und durchaus lecker, die Bedienung freundlich und schnell.