Mugs mag Aufräumen nicht

 

Mögt ihr Aufräumen? Ich persönlich finde es ja fürchterlich, jede Woche den Staubsauger in die Hand zu nehmen und meinen Schrank vom Dreck zu befreien. Von der Spülmaschine rede ich jetzt lieber erst gar nicht. Wer schon einmal 40 Minuten lang von kochend heißem Schaumwasser, eingeengt mit den Typen vom Besteckkasten, abgespült wurde, weiß wovon ich rede. Doch besondere Tage erfordern auch besondere Maßnahmen. In der Redaktion war kürzlich eher unfreiwillig Putztag. Alles fing damit an, dass Max, der Redaktionsvolontär, einen Übergabetermin mit einem wichtigen Kunden vereinbart hatte. Wie wichtig dieser Kunde ist, war ihm allerdings nicht bewusst. Schließlich ging es nur um eine Reihe von Fotos, die in unserem Magazin der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten.
Dass ich, schmutzig vom Kaffee vom Vortag, noch das geringste Problem war, sollte jedem klar sein. Das größere Problem war das nasskalte Wetter und der viele Dreck, der dadurch in die Redaktionsräume getragen wurde. Wie sieht das bitteschön aus, wenn man durch die Schmutz und Staubhölle muss, nur um ein paar Fotos abzugeben?

Eine halbe Stunde vor dem vereinbarten Termin erfuhren Andreas Otto und Chefredakteurin Anja K. Fließbach von dem Überraschungsbesuch. Vielleicht hatten sie schlecht gegessen, jedenfalls liefen sie etwas blass an, als Max ihnen vom nahenden Besuch erzählte.

Blitzschnell musste jetzt für Ordnung gesorgt werden. Ich konnte mich gerade noch verstecken, um das witzige Treiben mitzuverfolgen. Da wurden die Besen und Kehrschaufeln herausgeholt, um die Flure zu reinigen. Die Zeitschriften gestapelt und sortiert, die Papierkörbe geleert und die Schreibtische geputzt. Könnte man die Redaktion in einen Geschirrspüler packen, ich weiß wo sie gelandet wäre.

Draußen vor der Tür hörte ich schon das PS-starke Brummen des Sportwagens. Da wurde auch ich noch schnell in diesem verdammten Geschirrspüler verstaut. Als der freundliche Herr die Tür betrat, war die Redaktion nicht mehr wieder zu erkennen. Manchmal fällt einem das Aufräumen leichter als man denkt.