• Dezember 15, 2022
  • 3019 Aufrufe

Heute berichten wir Euch mal von einer ganz anderen Art Pizza essen zu gehen. Ein Food Truck in Dresden. Ja, das gibt es. Am Alaunpark. Auch wenn Kross Pizza nur einmal in unserer Umfrage nach der besten Pizza der Stadt genannt wurde, waren wir neugierig. Auf Instagram sah alles sehr verführerisch aus. Aber irgendwas machte uns skeptisch. Wir brauchten mehrere Anläufe, um den geöffneten Wagen überhaupt anzutreffen. Wir fuhren zweimal umsonst mit der Bahn von Striesen zum Alaunpark. Eigentlich sagt man dann ja: „Komm, vergiss es!“ Aber wir fuhren noch ein drittes Mal hin. Dann mit dem Auto.Inzwischen wissen wir, dass der Chef nicht täglich arbeitet. Nur an einigen Tagen zu bestimmten Zeiten ist er zu finden. Als wir ankamen waren wir die einzigen Gäste. Der Inhaber kramte in seinem Auto und kam, als er uns sah, in seinen Wagen gestiefelt.
Wir dachten, wir hätten etwas von Flammkuchen gelesen gehabt. Gab es aber nicht. Stattdessen bestellten wir eine Pizza nach Elsass - Art und eine mit Tomaten.

Gemächlich begann der Mann im Wagen Mehl in eine Schüssel zu schütten. Das konnte dauern... Die Situation war skurril. Wir hier im Park als die einzigen Interessenten weit und breit. Der Mann, der uns die ganze Zeit den Rücken zuwandte und werkelte. Und trotzdem hatte es etwas Besonderes. Wir waren richtig gespannt. Denn wie Ihr wisst, mögen wir es, wenn mal etwas anders ist. Eindeutig: Diese Pizza sieht anders aus. Nicht rund, nicht gleichmäßig, hier und da mit schwarzen Ecken. Hatte es sich dafür gelohnt, drei Mal in die Neustadt zu fahren , 20 Minuten rumzustehen und 9 Euro zu bezahlen? Nein! Klar war der Aufwand zu groß. Aber war das eine leckere Pizza? Ja, auf jeden Fall! 

Der Chef war zwar uns gegenüber sehr unfreundlich, aber in seiner Art passte das zur ungewöhnlichen Situation. Na, unfreundlich war das eigentlich auch nicht. Aber er sprach halt nicht von selbst und drehte uns 20 Minuten lang den Rücken zu. Er teilte den Teig, er brachte ihn auf‘s Blech und dann war er so konzentriert mit dem Drehen der Pizza im Ofen beschäftigt, dass das wir uns immer wieder anlächeln mussten. Das hier war ein Freak. Ein Pizza-Freak. Und je länger wir ihn beobachten, desto milder wurde unsere Laune. Es wirkte, als wäre er nicht absichtlich unhöflich, sondern als sei er einfach komplett bei seinem Produkt. Nicht bei den Gästen. Wir konnten sehen, wie der Teig in den beiden Öfen schnell nach oben ging. Es dampfte und er drehte. Wir sprachen ihn an, ob er ein besonderes Rezept hätte. „Stundenlang fermentiert“ murmelte er ohne sich umzudrehen. Wir fassten Mut. Seit wann er hier sei, wollten wir wissen. „Zwei Jahre.“ Der Rest der 20 Minuten war wieder Schweigen, Rücken anschauen uns das Kratzen beim Drehen der Pizzen.

Diese Pizza haben wir bei Kross Pizza auch probiert: mit Schmand, gedünsteten Zwiebeln, Angus-Beef-Bacon, Fontina Valtostana D.O.P. für 11 Euro.
Klingt besonders, schmeckt normal. Gut, aber nicht außergewöhnlich. Wir fragen uns, ob das Geschäft mit der Pizza aus dem Food Truck hier am Alaunpark in der Dresdner Neustadt gut funktioniert. Um die Ecke in der Neustadt gibt es viele Stellen, wo es sehr gute, aber preiswertere Pizzen gibt. Eine Pizza für 11 Euro, vor allem wenn sie mit so viel Konzentration zubereitet wurde hat durchaus eine Berechtigung. Aber vielleicht an einem anderen Standort?

Na, der Kross - Mann wird wissen, was er macht. Schließlich gibt es seinen Wagen schon seit zwei Jahren. Während wir uns hier etwas mehr als 20 Minuten aufhielten, waren wir die einzigen Gäste.
Extra hinfahren, braucht man vielleicht nicht. Aber wenn Ihr in der Nähe seid, solltet Ihr schon mal eine der Pizzen probieren. Alles zusammen mit dem Kross - Mann, dem Wagen, dem Park ist es ein Erlebnis.

Außer der elsässischen Variante gibt es noch:
Pizza mit Basilikum - Creme , konfierten Tomaten, Silano affumicato di Bufala, Parmesan und Rucola - 11 Euro. 
Pizza mit Bärlauch, Ricotta, Parmesan, getrockneten Tomaten und Pinienkernen für 11 Euro.