• Januar 09, 2023
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Das war mal wieder eine wilde Erfahrung: im Borowski in Dresden erlebten wir ein hektisches Chaos, obwohl nur zwei Tische außer unserem besetzt waren. Schwerpunkt während unseres gesamten Aufenthaltes war die Unterhaltung der Kellnerin mit einer Frau, die an einem Tisch am Eingang saß und vielleicht auch eine Mitarbeiterin außer Dienst, eine ehemalige Mitarbeiterin oder ähnliches war. Der ganze Aufenthalt war eigentlich kein Restaurant-Besuch, sondern ein unfreiwilliges Hörspiel.

Wir bestellten einen Latte Macchiato und zwei Gerichte. In der folgenden Dreiviertelstunde, die wir auf das Essen warteten, erfuhren wir alles über die Freizeit-Gestaltung der beiden Frauen, über ihre Bekannten, Kollegen - und über einen, den sie immer Vati nannten - der mutmaßlich ein Chef oder Koch hier war. Wir saßen mehrere Tische weiter weg. Aber da es so leer im Gastraum war und die Kellnerin mit Gesprächspartnerin so laut, konnten wir nicht anders, als die peinlichen Geschichten mit anzuhören.

Dabei haben wir Euch noch gar nicht vom verrückten Start unseres Besuches erzählt und vom unangenehmen Ende... Oft können wir mit unseren Fotos die angerichteten Teller noch schöner aussehen lassen als sie sind. Aber hier im Borowski an der Pragerstraße war einfach nicht mehr möglich. Die Alternativen, die wir an Fotos von diesen Essen hatten, waren auch nicht besser. Was ist nur aus dem Restaurant geworden? Wir hatten es vor rund drei Jahren schon mal in unserem Restaurant-Führer, da war es noch okay. Aber dieses Mal?

Die Atmosphäre war durch das Klatsch-Gespräch der Kellnerin schon „bahnhofsmäßig“. Wobei es an jedem Bahnhof inzwischen viel bessere Restaurants gibt, als wir das Borowski dieses Mal wahrgenommen haben. Die beiden Frauen schwatzten, wir warteten eine Dreiviertelstunde und bekamen dann so einen „Klatsch“ auf den Teller. Durch das lange Warten war keine Zeit mehr zum Essen. Wir wollten uns die Gerichte schnell einpacken lassen und mussten wieder gefühlt ewig warten. Währenddessen ging die Gesprächspartnerin der Kellnerin in die Küche (also doch eine Mitarbeiterin?) und schwatzte mit dem Koch. Meeeeeensch! War das ein Quatsch-Lokal! Wir wedelten mit der Uhr. Haaaalllllooo! Dürfen wir stören?

Überhaupt reinzukommen in das Borowski war schwer. Aus irgendeinem Grund gibt es hier keinen Scanner, man kontrolliert aber das Datum in der Corona Warn App und achtet auf die dritte Impfung. So weit, so gut. Das Problem: Wir fragten, wo man das in der App denn finden würde. Die Kellnerin wusste nicht, wo das in der App steht. Sie wollte uns schon wieder weg schicken. Dann erklärten wir ihr die Funktionsweise. Dann wurde uns Einlass gewährt. Das ging dann noch weiter, dass wir unsere Daten auf Zettel schreiben mussten. Warum nicht einfach einloggen? Luca oder die WarnApp? Naja, jetzt ist es ja bald geschafft.

Ab nächste Woche geht es in den Restaurants in Sachsen alles wieder eine Stufe zurück. Dann braucht es vielleicht nicht mehr 15 Minuten, bevor man überhaupt eine Speisekarte in die Hand nehmen kann. Da wir nach der Bestellung noch mal 45 Minuten warten mussten, also erst nach einer Stunde das Essen hatten (bei fast leerem Lokal, mussten wir es uns einpacken lassen und mitnehmen. Also schnell ein Foto und dann weg. Ähm, nein. Wir warteten im Stehen erneut lange auf das Einpacken und den Abschied. Lohnt es sich, so viel Geduld aufzubringen? Nein!

Zumindest für uns nicht. Das Essen begeisterte uns nicht so sehr, dass wir die peinlichen Gespräche der Kellnerin, die Wartezeit etc. dafür in Kauf nehmen würden. Diese Penne  mit gebratenem Lachsfilet (mit Tomate, Paprika, Kräuter-Sahnesoße und gehobeltem Bergkäse) kostet 14,20 Euro.