58. Beitrag: "Surfen auf Saipan" (5. März)

Die Insel Saipan, die auch noch zu Mikronesien gehört, war eine gute Alternative zu Guam. Ursprünglich als Ein-Tages-Ausflug geplant, gab es das bei Crew und Passagieren gleichermaßen beliebte "Overnight". Also zwei Tage mit einer Übernachtung. Wir nutzten es nachts - natürlich - zu einer Party und die zwei Tage bei strahlendem Sonnenschein zum Relaxen und zum "Wieder-Kind-Werden"...

http://blog.brigitte.de/.shared/image.html?/photos/uncategorized/yokohama_092.jpg Saipan war wie ein "Klein-Amerika". Die Straßen waren groß und breit, amerikanische Supermärkte boten das gleiche Angebot in den gleich aufgeteilten Gängen und Regalen wie in den Staaten, die gleichen Verkehrschilder, die gleichen Autos - nur die Menschen auf den Straßen waren hauptsächlich Japaner.

Ähnlich wie Guam ist Saipan beliebtes Urlaubsgebiet der Japaner, drei Viertel der jährlich rund 500.000 Touristen kommen aus dem nicht weit entfernten Land der roten Sonne.

Wir nutzen am ersten Tag den Shuttle vom Schiff, um die Insel zu erkunden. Im Westen der Insel lockte der wunderbare Micro Beach, im Norden waren die eindrucksvollen Klippen sehenswert. Vom Suicide Cliff stürzten sich im 2. Weltkrieg Hunderte japanische Soldaten, um nicht in die Hände der Amerikaner zu fallen.

Heute ist die Insel ein ausgelassenes Urlaubsparadies. Wir genießen das Shopping, gönnen uns auf einer Bank Coca Cola und Cookies und staunen bei Louis Vuitton über die Leichtigkeit, mit der die Japaner und Japanerinnen ihre Kreditkarten für die teuren Markentaschen zücken. Ich nutze Louis http://blog.brigitte.de/.shared/image.html?/photos/uncategorized/img_1275.jpg Vuitton zum Organisieren meiner Party am Abend. Ich habe mir angewöhnt in fremden Ländern bei wenig Zeit kompetente Leute zu suchen, auf deren Empfehlungen man sich verlassen kann und die durch ihre Funktion schnell Türen öffnen. Also kam ich mit der Shop-Chefin ins Gespräch und sie organisierte mir den Abend inklusive Reservierung eines Tisches am Strand im berühmten P.I.C., Pacific Island Club, und Chauffeur vom Schiff und zurück. Wir waren also auf Reservierung von Louis Vuitton da. Das klang so gut, dass sie uns sogar als Nichtmitglieder einließen. Es wurde eine lange, lange, lange, lange Nacht – mehr dazu morgen.

Am nächsten Tag war meine Tochter mit Freunden von uns am Strand und ich hatte "sturmfrei". Also stürmte ich los und traf unterwegs, als ich mich pflichtgemäß bei im Shop von Louis Vuiton bedankte (nein, ich habe keine Tasche dort gekauft und nein, Werbung brauchen die nicht) , Sandra. Das war die Chefin vom Beautysalon. Spontan überredete ich sie noch mal mit mir in den P.I.C. zu kommen, denn die Pools und Rutschen, die ich am Vorabend gesehen hatte, hatten mich gereizt. Am liebsten hätte ich sie gleich nachts ausprobiert, aber meine Freunde hatten vorher viel Arbeit gehabt und waren müde gewesen.

Das war ich nun am nächsten Tag nach zwei Stunden Schlaf auch. Aber, wie schon mal gesagt, schlafen konnten wir noch im Mai. Stattdessen hatten wir unglaublichen Tag. Einmal ohne Kind unterwegs und selbst zum Kind mutiert. Meine Tochter hätte mich für verrückt erklärt, obwohl sie einiges auf Spielplätzen und Klettergerüsten mit mir gewöhnt ist. Am liebsten kletterte ich die Rutsche von unten hoch. Aber das ist eine andere Geschichte. Dieser Tag, jedenfalls. Also dieser Tag. Ne, war das ein Tag.

Es begann schon, dass wir auf die Idee kamen, zu trampen. Entweder war ich alt geworden oder ich war aus der Übung. Ein Mann hatte nur einen Dienstwagen und konnte uns deshalb nicht mitnehmen, ein anderer kurbelte die Scheiben erst gar nicht runter, ein Bus fuhr in die andere Richtung. Früher hatte der erste Wagen gehalten und mich mitgenommen. Vielleicht lag es auch an der guten Küche auf der "MS Amadea" und die Fahrer hatten Sorge um die Federung ihrer Wagen. Jedenfalls war es eine lustige Aktion und wir kamen gut gelaunt im Pacific Island Club an.

http://blog.brigitte.de/.shared/image.html?/photos/uncategorized/yokohama_104.jpg Zuerst gönnten wir uns ein paar Stündchen im warmen Wasser des Pazifik. Der Strand war menschenleer und wir trieben ob des starken Salzgehaltes - oder war es doch die gute Küche auf dem Schiff - ohne Anstrengung oben. Danach schwammen wir im Sportbecken ein paar Bahnen, freuten uns über die Wildwasserabfahrt und die Rundtour mit großen Gummireifen als Ein- und Zweisitzer. Ausgiebig verweilten wir an der Surfstation. Rasant brausten die Kerle Miami - like über die künstlichen Wellen. Das waren coole Jungs, die im Club als Rettungsschwimmer und Trainer arbeiteten. Braungebrannt, muskulös, aufgeschlossen. Wir waren offensichtlich die einzigen Europäerinnen in http://blog.brigitte.de/.shared/image.html?/photos/uncategorized/yokohama_112.jpg der Anlage und die Kerle zeigten uns ihr Können auf den Surfbrettern. Einer grüßte mich mit meinem Namen. Das kam gut mitten auf Saipan. Er hatte am Abend zuvor auf Louisa aufgepasst, als sie vor dem Essen schwimmen gewesen war. Erst Cassy bei Louis Vuitton (echt keine Werbung) und nun David. Das ging Louisa und mir auf Reisen immer so. Wir fanden uns schnell zurecht und kannten ebenso rasant viele Leute.

Nach einer ausgiebigen und Massage, die im Club kostenlos angeboten wurde, zog es uns http://blog.brigitte.de/.shared/image.html?/photos/uncategorized/yokohama_116.jpg unweigerlich zur Rutsche. Dort blieben wir hängen. Was hatten wir für einen Gaudi. Laut schreiend, kreischend, jauchzend, lachend und prustend rutschten wir, nein, rasten wir, nein, flogen wir durch die Kurven, unter Wasserfällen hindurch und platschten in das Becken. War das schön. So ausgelassen, so kindisch, so albern. Wahrscheinlich wäre das selbst meiner Tochter zu viel gewesen. Aber als wir dann noch so coole Rutschmatten entdeckten war das Spiel perfekt. Die gingen ab! Wow! Ich bin mir sicher, selbst im Transrapid, mit dem wir in Shanghai fahren wollen, würde es nicht cooler sein. Meine Güte, hatten wir einen Spaß. Wir rannten die Treppen hoch, denn wir rutschten gegen die Zeit. So ein Kreuzfahrtschiff wartete nicht auf einen einzigen Passagier und ein Crewmitglied. "Noch mal!", "Komm, einmal geht noch!"

Den Rückweg brachte uns wieder ein Fahrer vom Club und wir trafen fast zeitgleich mit meiner Tochter am Schiff ein. Sie hatte genauso einen ausgelassenen Tag gehabt, war mit unseren Freunden am Strand gewesen und im Hard Rock Café, war mit dem Motorrad mitgefahren und hatte Muscheln gesammelt.

Zwei schöne Tage auf Saipan, zwei glückliche Kinder!

Musiktipp zur Stimmung: Titel "Nie genug", Christina Stürmer, Album "Lebe lauter"

PS: Die Beitäge erscheinen zeitversetzt, weil wir momentan in den Häfen keinen Internetsignal haben.

Anja Fließbach: Montag, 5 März 2007, 23:26 Uhr