Auf die richtige Technik komt es an

Gummis heißen Gummis, weil sie aus Gummi gemacht werden. Genauer gesagt aus Naturkautschuklatex. Der wird als milchiger Saft aus der Rinde von Gummibäumen gezapft, die in Asien angebaut werden. In Deutschland wird der Naturkautschuklatex dann in technisch aufwändigen Verfahren weiterverarbeitet.

Nach mehrtägiger Reifung und stundenlangem Rühren tauchen lange Reihen von Glaskolben mehrmals in die Mischung ein und werden zwischendurch getrocknet. Das Kondom entsteht. Dann wird der bekannte Rollrand angebracht, bevor die Kondome für etwa 20 Minuten bei über 100 Grad Celsius vulkanisiert werden. Durch diesen Vorgang werden die Kondome elastisch. Anschließend werden die Kondome gepudert, einzeln elektronisch vorgeprüft, gerollt, befeuchtet und luftdicht verpackt. Während des Produktionsprozesses werden immer wieder Stichproben zur Qualitätssicherung gezogen.

Qualitäts und Gütesiegel

1981 wurde in Deutschland das erste Qualitätssiegel für Kondome erteilt: das DLF-Gütesiegel (DLF = Deutsche Latex-Forschungs- und Entwicklungsgemeinschaft). Die DLF ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Herstellern. Um das Gütesiegel zu erhalten, wird am Kondom eine Reihe von Normprüfungen durchgeführt. Zusätzlich sind unabhängige Prüfungen von außen erforderlich. Die Kondome werden in vier Prüfungen getestet auf Dichtigkeit, Aufblasfähigkeit,  Dehnung und mikrobiologische Reinheit.

In der Schweiz gibt es den „Verein Gütesiegel für Präservative“. Mit dem Gütesiegel wird garantiert, dass das Kondom der Euronorm für Präservative entspricht. Zusätzlich hat der Verein einen eigenen Kriterienkatalog. Jede Produktionseinheit wird von einem unabhängigen Labor getestet, bevor sie zum Verkauf freigegeben werden darf. Der Verein führt auch Stichproben in Verkaufsläden durch.

Vorteile des Kondoms

• Keine medizinischen Nebenwirkungen (mit Ausnahme der Latex-Allergie und der  Nebenwirkungen von Beschichtungen).

• Bei richtiger Anwendung ist die Sicherheit sehr hoch. Mit einem Pearl-Index von 2 bis14 sind Kondome allerdings deutlich weniger sicher als hormonelle Verhütungsmittel. Ein hoher Unsicherheitsfaktor entsteht jedoch in erster Linie durch Fehlverhalten bei der Anwendung.

• Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das nicht nur eine Schwangerschaft, sondern auch eine Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten (beispielsweise HIV, Gonorrhoe und Hepatitis B) weitgehend verhindert.

 

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