Vom Finden des Glücks

Harriet Oberlaender lebt in Monaco. Das Gefühl von Freiheit, Weite und Meer bestimmt ihre Werke. "Lebensfreude" heißt ihre aktuelle Ausstellung im Kempinski Taschenbergpalais vom 6. bis 23. Februar. Disy hat die Künstlerin zum Interview getroffen.

War Malerin immer ihr Traumberuf?
Oberländer:
Ich hatte als Kind und Jugendliche privaten Malunterricht. Doch Künstlerin als Beruf war eigentlich keine Option für mich. Nach meiner Flucht aus Zwickau nach München 1989 war ich viel auf Reisen. Unter anderem auch an der französischen Atlantikküste, immer auf der Suche nach einem Ort am Meer, an dem ich leben könnte. Bei einem Spaziergang am Strand mit Sturm sah ich plötzlich ein Bild vor mir, das ich malen wollte. So fing alles an!

Woher kommen Ihre Inspirationen?

Oberländer: Meine Inspirationen entspringen meinem Gefühlsleben. Wenn ich ein neues Bild male, habe ich zunächst eine Farbe im Kopf. In den letzten Jahren sind die Farben immer strahlender und fröhlicher geworden, weil auch ich mich dementsprechend verändert habe.

Sie leben seit vielen Jahren in Monaco. Was hat Sie dort hinverschlagen?
Oberländer: Das war ein Zufall. Ich las eine Anzeige einer deutschen Maklerin. Die Wohnung war genau das, wovon ich damals geträumt hatte: 29. Etage, Fenster bis zum Boden und draußen nichts als Meer und Horizont. Hier leben interessante Menschen aus allen Ecken der Erde, es gibt ganzjährig großartige kulturelle Veranstaltungen. Monaco bietet alle Nuancen zwischen extrem mondän bis zu ganz einfach. Es ist irgendwie eine Weltstadt, aber doch so klein, dass man sich auf der Straße kennt. Seitdem ich ein kleines Kind bin, wollte ich immer ans Meer oder ans Wasser.

Wer ist ihr künstlerisches Vorbild?
Oberländer: Mir haben schon immer die Expressionisten gefallen. Vielleicht haben sie mich auch besonders angesprochen wegen der kräftigen Farben, die eine gewisse Tiefe haben. Mein Lieblingsmaler ist der russische Expressionist Alexey Jawlensky, der mein kreatives Schaffen sehr beeinflusst hat.

Auf was darf man sich bei der Ausstellung freuen?
Oberländer: Die Bilder dokumentieren schrittweise die Suche nach dem wahren Glück. Beim ersten Bild "Stairway to Heaven" steht man am Fuße einer Treppe. Man schaut nach oben und denkt: "Das Glück muss irgendwo da sein, ich gehe auf die Suche." Beim zweiten Bild "Within the Light" habe ich versucht, Symbole für Meditation zu finden: Schmetterlinge und Herzen. Die Bilder "Look within and feel your heart" und "Look within and free your soul" bedeuten, dass, wenn man tief genug in sich hineinschaut, man sein eigenes Herz spürt und den Kern seiner Seele erkennt.

Wie haben Sie Juwelier Leicht kennengelernt?
Oberländer: Auf einer Kreuzfahrt auf der MS Deutschland. Georg Leicht war mit seinem Sohn Lukas gerade auf dieser England-Kreuzfahrt, wir haben uns angefreundet. Er war von meinen Bildern fasziniert und wir haben uns entschlossen, eine Veranstaltung zu planen.