Planen ist das Eine, die Realität ist immer anders

Der ehemalige Daimler-Vorstand Prof. Jürgen Hubbert im Disy-GesprächProf. Jürgen Hubbert ist zum wiederholten Mal Gast auf dem SemperOpernball. Als Mr. Mercedes leitete er über viele Jahre die Geschicke bei Daimler. Disy sprach mit dem deutschen Wirtschaftsexperten.

Was geht in Ihnen vor, wenn Sie als Mr. Mercedes angesprochen werden? Prof. Hubbert: Das ist Vergangenheit. Ich war viele Jahre im Beruf tätig. Da hat sich das aufgebaut. Das ist nichts, was man selber erfindet, sondern etwas, das andere einem als Attribut beigeben. Dann freue ich mich und nehme es als eine Anerkennung für viele Jahre harte Arbeit. Aber es ist nichts, was ich nun besonders brauche für mein Wohl und für mein Seelenheil. Was mögen Sie am SemperOpernball besonders? Prof. Hubbert: Dass dieser Ball nicht exklusiv im Haus stattfindet, sondern dass er die ganze Stadt mitnimmt. Das, was mich immer am meisten begeistert hat, war die Tatsache, wie die Bürger diesen Ball angenommen haben und wie vor dem Haus und im Haus im Grunde gleichermaßen gefeiert wird. Was waren Ihre ganz persönlichen Begegnungen auf dem Ball? Prof. Hubbert: Wir gehen immer mit Freunden dorthin, weil wir so diesen Freundeskreis noch intensivieren können und freuen uns, bei der Gelegenheit viele Menschen zu treffen, mit denen wir in Dresden Beziehungen und Freundschaften aufgebaut haben. Worauf freuen Sie sich im kommenden Jahr, bezogen auf Ihre zahlreichen Mandate? Prof. Hubbert: Dass wir in Dresden, um dabei zu bleiben, die Voraussetzungen schaffen für den Einstieg von Serge Dorny zur Saison 2014/15, das heißt also im Herbst 2014. Darauf arbeite ich schon jetzt hin, weil ich davon überzeugt bin, dass das ein wesentlicher Schritt für die Oper in die europäische Spitze hinein sein wird. Das ist ein Thema und bei anderen Themen werde ich mich mit Erreichen meines 75. Lebensjahres so ganz allmählich aus den Funktionen zurückziehen. Sie haben im letzten Jahr den "halben Zwilling" (Ji?í Bubení?ek) und den Kinderchor unterstützt. Ist schon abzusehen, wer im kommenden Jahr besonders Ihr Interesse binden wird? Prof. Hubbert: Es ist nicht so, dass wir das festlegen, sondern wir stimmen uns eng mit dem Haus ab. Hier kennt man seine Mitarbeiter am besten und macht Vorschläge. Die diskutieren wir im Stiftungsrat und entscheiden dann. Es ist nur so, dass wir in diesem Jahr sehr glücklich mit der Entscheidung waren und von denen, die im Preisträgerkonzert waren, begeisterte Rückmeldungen erhalten haben. Insofern hoffen wir auf eine gleichgute Veranstaltung 2014. Sie haben einzelne Aufführungen wie "Carmen" besonders gefördert. Ist schon abzusehen, welche Inszenierungen im kommenden Jahr Unterstützung bekommen werden? Prof. Hubbert: Da sind es im Wesentlichen die Premieren, die wir unterstützen. Wir sind dann immer in der Lage, bis zu 500.000 Euro pro Jahr zur Verfügung zu stellen. Bisher hat die Oper das auf fünf, sechs Projekte verteilt und dort bestimmte Aktivitäten damit unterstützt. Es kann sein, dass sich das in Zukunft ändert. Wenn ich Serge Dorny richtig verstehe, möchte er gern ein paar Inszenierungen intensiver unterstützen und damit weniger mit mehr Mitteln. Da sind wir ganz offen. Welche Premieren wären das? Prof. Hubbert: Das ist "Cosi fan tutte", die natürlich eine wesentliche Rolle spielt, weil das Mozart-Repertoire der Semperoper aufgefrischt werden muss. Das ist auch nochmal eine Unterstützung für Aaron Watkin im Ballettbereich. Das sind Inszenierungen, die im Spielplan bereits festgelegt sind.