Er und der SemperOpernball

Mit über 2.500 Gästen in der Oper und 15.000 Gästen vor der Oper feiert Prof. Hans-Joachim Frey in diesem Jahr mit dem 13. SemperOpernball Rekorde. Er ist der unangefochtene Mister Opernball. Lesen Sie, wie begeistert der Chefstratege, nach den 13 Jahren noch von seiner Arbeit, den Helfern, den Künstlern und von der ganzen Entwicklung einer einst viel kleineren Idee ist! 

 

Haben Sie nach all den Jahren nicht langsam Routine mit dem SemperOpernball?
Frey:
Nein, es gibt immer wieder neue Herausforderungen. Wir haben dieses Jahr ganz friedvoll den Übergang von Uwe Herrmann zur Firma Mandel geschafft - was die Debütantinnenkleider angeht. Das war nach vielen Jahren eine ganz wichtige strategische Entscheidung. Wir haben im Beautybereich eine neue Firma, mit der wir zusammenarbeiten. Wir haben Sylvie Meis und Guido Maria Kretschmer als das besondere Duo dieses Jahr. Es gibt immer wieder Neues.

 

Über Sylvie Meis wird gerade sehr viel gesprochen ...

Frey: Ja, sie ging sehr durch die Medien in den letzten Wochen, dass sie nun solo ist, dass sie auch nicht mehr bei dem Let ?s Dance - Format dabei ist. Aber sie freut sich sehr auf den Dresdner Opernball. Und auch Guido Maria Kretzschmer freut sich sehr.

 

War Ihre Wahl für Guido vor zwei Jahren ein Glücksgriff?
Frey:
Auf jeden Fall! Der Opernball ist für ihn inzwischen eine Herzensangelegenheit, das hat er in einer persönlichen SMS zu Weihnachten dokumentiert.

 

Ist André Rieu letztes Jahr so gut angekommen, dass Sie ihn ein zweites Mal eingeladen haben?
Frey:
Nach wie vor ist es eine Sensation für uns, dass Andre Rieu ein zweites Mal kommt und den Mitternachtsact spielt. Er ist sehr engagiert, es gab zahlreiche Diskussionen mit ihm, wir haben Bühnenveränderungen herbei geführt und das ist natürlich eine ganz besondere Konstellation. 

 

Wie froh sind Sie das die Staatskapelle wieder dabei ist? 

Frey: Nachdem sie letztes Jahr einmal ausgesetzt hatte, freuen wir uns besonders über das diesjährige Bekenntnis zum Ball. Wir haben Dimitri Jurowski dabei und Diana Dammrau, die in der Semperoper 2000 ihre Karriere begonnen hat, 2006 hier ihr Debüt auch beim SemperOpernball gegeben hat, kurzfristig damals beim allerersten SemperOpernball eingesprungen ist und jetzt ist sie der Weltstar im weltweiten Operngeschäft. Jedes Jahr gibt sie 20 bis 30 Vorstellungen allein in der Metropolitan Opera. Wir sind sehr froh, dass sie sozusagen nach all den Jahren zurückkommt.

 

Und Sie haben einen Ausnahmepianisten gewinnen können.

Frey: Das kann man wirklich so sagen. Denis Matsuev ist einmalig. Es gibt im Augenblick weltweit zwei Pianisten, die international gefeiert werden auf einem ganz hohen Niveau. Das ist der Chinese Lang Lang, der hat aber unglücklicherweise seit einem halben Jahr eine Sehnenverletzung, die er immer noch nicht zur Beruhigung geführt hat, deswegen setzt er momentan aus. Und das ist Denis Matsuev. Er hat bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Sotschi 2014 live im weltweiten Fernsehen die Eröffnung gespielt. Und er ist einer der wenigen Pianisten, der in der ganzen Fussballwelt inzwischen ein großer Begriff ist.

 

Warum der Fußballwelt?

Frey: Er ist jeden Dienstag oder Mittwoch im Champions League - Spot zu sehen. Das zeigt nur, er ist wirklich eine Ikone und es freut uns sehr, dass er hier ist. Er gibt auch in diesem Jahr Konzerte mit der Dresdner Staatskapelle, also ein großer internationaler Klassik-Star, der zwei große Musiknummern bei uns präsentiert.

 

Der SemperOpernball sei einmalig, sagen Sie oft. Was ist das Alleinstellungsmerkmal Ihres Balls?
Frey:
Das sind im Wesentlichen zwei Fragen, die ihn als Alleinstellungsmerkmal auszeichnen. Wir haben viele große Themen wie die Debütanten und vieles andere. Aber es ist der OpenAir Ball, den es nur bei uns gibt und es sind die vielen Preisträger, die es auch nur bei uns gibt.

 

Wer hatte eigentlich einst die Idee, Preise zu übergeben?
Frey:
Das war unser lieber Georg H. Leicht. Er war Derjenige, der den St. Georgs Orden erschaffen hat. Wir geben vor den Bällen nie bekannt, wie viele Orden wir vergeben, aber es sind immer einige. Und er organisiert immer einen großen Empfang am Vorabend des Balls mit einem ganz wichtigen Partner, Chopard, der in Zukunft bei unserem Ball vielleicht eine große Rolle spielt.

 

Sie wirken, als wären Sie sehr dankbar für dieses Engagement.
Frey:
Das bin ich absolut. Ich danke Georg H. Leicht sehr für die Unterstützung. Dieses Engagement schätze ich sehr. Das muss man sich auch noch mal zu Gemüte führen. Wir hatten letztes Jahr acht Preisträger. Dass er bereit ist, diese Steigerung von einem Orden auf acht im letzten Jahr überhaupt mitzugehen und in welcher Qualität er diese Arbeit leistet. Das ist ein unglaubliches Engagement.

 

Kauft Herr Leicht nicht auch immer eine Loge?
Frey:
Das kommt noch dazu. Darüber spricht er bescheidenerweise nicht. Doch er ist selber auch Kunde. Er hat eine der größten Logen mit 34 Gästen jedes Jahr und zwar einer der besten Plätze. Er ist nicht nur engagiertes Vereinsmitglied und Gründungsmitglied. Also hier nochmal der Dank von uns und das sei nochmal unterstrichen, nur diese Art von Partnerschaft macht den SemperOpernball möglich.

 

Wie gut können Sie sich denn auf den Freistaat als Partner verlassen?

Frey: Na, wir haben ja auch noch neben den ganzen Übergängen rund um den Ball einen kleinen Übergang des Ministerpräsidenten letztes Jahr gehabt. Wir freuen uns sehr, dass Herr Kretschmer, der neue Ministerpräsident, den Ball eröffnen wird mit einem Tanz, einem Walzer. Ich weiß, dass er schon geübt hat und dass er das sehr ernst nimmt. Diese politische Unterstützung und dieses Ernstnehmen des Ereignisses, das empfinden wir als sehr gut.

 

Klappt das auch mit anderen Institutionen so gut?

Frey: Wir werden einen Preis draußen auf dem OpenAir Ball vergeben, wo auch der Bürgermeister Hilbert sehr engagiert ist. Aber diese politische Unterstützung empfinden wir insbesondere bei Wolf-Dieter Jacobi auch in Zusammenarbeit mit dem MDR. Der MDR ist Partner seit der allerersten Stunde und ich würde sagen, er ist eine Gesamtkomposition.

 

Es wird viel diskutiert, ob der SemperOpernball inzwischen zu wenig Ball und zu viel Fernsehen ist. Wie stehen Sie dazu?
Frey:
Das, was der Ball ist, wird immer diskutiert. Ist es zu sehr Ereignis, ist es zu sehr Fernsehen? Was wir, denke ich, in guter kollegialer und kongenialer Weise schaffen, ist eine Balance zu produzieren. Eine Balance eines wirklich spektakulären Live-Ereignisses in der Oper und auf dem Theaterplatz und trotzdem auch für die vielen Millionen Fernsehzuschauer.

 

Wie muss man sich diese Zusammenarbeit mit dem MDR vorstellen?

Frey: Wir treffen uns eigentlich jeden Monat in unterschiedlichen Konstellationen und beraten uns. Besonders wichtig ist uns dabei die Balance zwischen Drinnen und Draußen. Nachdem wir 2017 mit Wincent Weiss das erste Mal einen OpenAir Musiker hatten, haben wir dieses Erfolgsrezept weitergeführt. Wir wollen ein neues Publikum draußen haben und ich kann sagen, dass es noch nie so viel Programm für draußen gegeben hat, wie dieses Jahr 2018. 

 

Mit Max Giesinger und dem Kreuzchor bieten Sie viel für die Dresdner.
Frey:
Es soll für alle auf dem Theaterplatz etwas Besonderes sein. Wir haben nicht nur Max Giesinger und den Dresdner Kreuzchor, sondern auch eine große Preisverleihung mit Christian Reppe, mit Johannes Vetter, dem Weltmeister und Paralympics-Sieger. Es gibt eine Begegnung auf dem Theaterplatz mit dem Ministerpräsidenten und dem Bürgermeister. Verschiedenste Kompositionen aller Arten. Draußen kann man mitsingen, mittanzen. Miroslav Klose, der Weltfußballer, ist auch draußen bei den Dresdnern.

 

Hatten Sie geplant, dass der OpenAir Ball sich so entwickeln würde?
Frey:
Nein! Aber als wir sahen, wie sehr die Dresdner das Angebot annahmen, haben wir ihn immer weiter ausgebaut. Seit wir den OpenAir Ball so wahnsinnig intensiviert haben in den letzten Jahren, waren wir auch immer mehr auf Sponsoren angewiesen. Hier muss ich mich bei Herrn Haase von Feldschlößchen bedanken. Er hat sich maßgeblich engagiert, viele Ballons auch platziert. Nachher steigen Ballons auch in den Himmel. Er ist der maßgebliche Hauptsponsor des SemperOpenAir Balls.

 

Sie sind auch logistisch ein bisschen enger zusammengerückt?
Frey:
Es gibt ein neues Konzept. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht. Es gibt eine Baustelle am Theaterplatz. Uwe Wiese, der genießt das jeden Tag, wenn er vom Italienischen Dörfchen runterschaut. Dadurch können an der Stelle, wo in den letzten Jahren immer die wunderbaren Schankstellen standen, sie dort nicht stehen. Sie stehen aber dieses Mal drum herum. Das hat auch einige Synergieeffekte, direkt rund um das historische Pflaster, wo sie in den letzten Jahren nie stehen durften, dürfen sie jetzt stehen. So rückt alles zusammen und gibt noch ein viel konzentrierteres und dichteres Bild. Die Wege sind dann nicht so weit von der Bühne.

 

Sie erwähnten die Lufballon-Aktion. Was hat es damit auf sich?
Frey:
Die Luftballonaktion ist etwas ganz Besonderes. Die starten wir immer zusammen mit dem MDR, das nden wir einen wunderbaren Punkt in der Sendung, wenn die dann live hochgehen. Gleichzeitig haben aber noch einen besonderen Lichteffekt und noch besondere andere Effekte.

 

Wie wichtig ist das Feuerwerk für den Ball?

Frey: Der OpenAirBall ist groß, bunt, leuchtend und magisch wie noch nie. Und eine Person setzt der Sache immer noch seine Krone auf. Eine Person hat seit dem ersten Opernball Kutschen, Kronen und Lichtelemente über die Oper schweben lassen, dazu Feuerelemente am Himmel inszeniert. Das ist Tom Roeder. Er arbeitet gern im Hintergrund und ich bin ihm sehr dankbar. Jedes Jahr ist immer eine andere Farbe dran und es ist dadurch immer eine spektakuläre Eröffnung. Wir zählen den Countdown runter und um Punkt 21Uhr gibt es etwas ganz Spektakuläres in einer Größenordnung, was vielleicht kein anderes Kulturevent hat. Wo gibt es das, dass über dem Haus Objekte iegen, dann sprüht es noch aus diesen Objekten und dann kommt da noch Feuerwerk raus, dann kommen sogar Figuren raus und dringen noch in die Oper und plötzlich sind die sogar auf der Oper zu sehen und es passiert noch sonst was. Das ist höchste Qualität und Kreativität.

 

Das ist alles schon immer sehr spektakulär. Wie wichtig sind die Künstler auf der Opernbühne?
Frey:
Die Marktmusikkapelle Niederwaldkirchen ist eine der wichtigsten größten österreichischen Blaskapellen. Wenn sie mit über 70 Musikern auf die Bühne der Semperoper kommt, nachdem sie draußen mit einer Fanfare für die Gäste auf dem Theaterplatz das Fest eröffnet hat, ist das ebenso spektakulär wie das andere Programm.

 

Ist Blasmusik für einen SemperOpernball nicht etwas außergewöhnlich?
Frey:
Das ist dieses magische Dresden. Der Ball bringt Glück. Das ist eine Farbe, die wir in dieser Form noch nie hatten. In Österreich gibt es in fast jedem Dorf riesige Blasmusikkapellen. Diese Leidenschaft und diese Begeisterung wollten wir mit einer der besten Kapellen auch mal hierher einladen und diese Farbe zeigen.

 

Einer der spektakulärsten Elemente des Balls sind die Preisübergaben. Warum geben Sie die Preisträger immer so spät bekannt?
Frey:
Diese Preisübergaben sind natürlich eines der meist diskutierten Dinge um diesen Ball herum. Sie sind wirklich die Essenz. Wir müssen uns immer nochmal klar werden, wo sind wir? Wir sind nicht in Berlin, wir sind nicht in London, Paris oder Wien - wir sind in Dresden. Vergleichbare internationale Gala-Institutionen haben siebenstellige Beträge, um VIP ?s aus aller Welt einzukaufen. Wir als Ball haben das nicht.

 

Zahlen Sie kein Geld für die Stars?

Frey: Wir geben kleine Summen aus, maximal im 4-5 stelligen Bereich, auf keinen Fall mehr, denn das Geld haben wir nicht. Also müssen wir Attraktionen setzen, müssen wir Geschichten erzählen, Geschichten über Menschen. All die Persönlichkeiten, die hier in den letzten Jahren waren, die wir hierher persönlich eingeladen haben, hätten wir in dieser Größenordnung, in dieser Qualität ohne diesen Sankt-Georgs Orden nicht bekommen. Ohne diese Persönlichkeiten hätten wir nicht diese mediale Integrität und Attraktivität. Ohne diese Persönlichkeiten hätten wir oft zum Teil kein Fernsehen und wären nicht das, was wir jetzt sind.

 

Manche sagen, Sie hätten zu viele Preisträger. Andere, sie wären zu regional oder gar willkürlich gewählt. Wie gehen Sie mit diesen Vorwürfen um?
Frey:
Wir sind uns dieser Balance, die wir halten müssen, unglaublich bewusst. Wir haben in den letzten Jahren auch immer wieder berühmten Dresdnern einen Preis gegeben. Immer! Ob es Wolfgang Stumph war, ob es Gunther Emmerlich war oder Rolf Hoppe. Wir haben Dresdnern immer einen Preis gegeben und wir sind stolz, dass wir es dieses Jahr wieder fortsetzen mit Frau Reppe übergeben vom Dresdner Weltmeister Vetter. Wir werden das auch im nächsten Jahr fortsetzen. Aber natürlich müssen wir bei sechs, sieben oder auch acht Preisen verschiedene Kategorien berücksichtigen. Große Persönlichkeiten, wo wir dann froh sind, dass wir diese hier haben und dann auch entsprechend würdigen können, sind wichtig.

 

Nehmen denn internationale Persönlichkeiten den Preis des SemperOpernballs wirklich Ernst?
Frey:
Sonst würden solche Persönlichkeiten wie Weltfußballer Miroslav Klose nicht zum Ball kommen. Letztes Jahr hatte ja im letzten Augenblick der rumänische Staatspräsident abgesagt, da es die großen Demonstrationen in seinem Land gab. Es war ihm aber so wichtig, dass wir die Preisübergabe nachgeholt haben. Herr Johannes, der Präsident von Rumänien, wollte seinen Preis unbedingt haben, weil ihm dieses Adverso Flumine und diese Geschichte sehr, sehr wichtig war und das wurde dann mit vielen rumänischen Medien auch inszeniert.

 

Dieses Jahr haben Sie in der Kategorie Wirtschaft Lufthansa-Chef Carsten Spohr als Preisträger. Warum haben Sie ihn ausgewählt?
Frey:
Er ist Unternehmer des Jahres 2017. Carsten Spohr, der sich sehr freut, den Preis entgegen zu nehmen, war vor drei Jahren an einem der tiefsten Momente seiner Karriere. Sein Pilot der German Wings hat ein eigenes Flugzeug im Psychowahn gegen einen Berg gelenkt. Ein paar Jahre später erlebt er plötzlich, dass sein größter Konkurrent Insolvenz anmeldet und er davon pro tiert, dass sich der Markt in Europa mit einem Schlag verändert. Er macht das sehr geschickt. Inzwischen ist die Lufthansa auch dadurch einer der wichtigsten Fluglinien der Welt. Die Fluglinie, die im Jahr 2017 das größte prosperierenden Wachstum aller Fluglinien weltweit hat.

 

Wie hat er reagiert, als er von dem Preis erfahren hat?

Frey: Er hat diesen Preis sofort und gerne angenommen und sich gefreut, nach Dresden zu kommen. Er ist sicher einer der bedeutendsten europäischen Führungs- und Wirtschaftspersönlichkeiten, die hier her kommen.

 

War es schwer, einen geeigneten Laudator zu nden?

Frey: Dr. Christoph Leitl ist der Präsident der Europäischen Wirtschaftskammern, er sitzt in Brüssel. Die europäischen Wirtschaftskammern vertreten über 43 nationale und zwei transnationale Kammern und über 20 Millionen verschiedene Unternehmen in ganz Europa. Er war lange Zeit Präsident der Österreichischen Wirtschaftskammer und ist eine ganz integere Persönlichkeit. In dieser Konstellation ist es eine sehr attraktive Preisübergabe.

 

Wie geht es mit dem Ball in den nächsten Jahren weiter?

Frey: Wir arbeiten weiter daran, einen attraktiven Ball zu schaffen und damit einen Mehrwert für Dresden. Wir wollen ein buntes, ein vielfältiges, ein unbelastetes Bild von Dresden transportieren, das für uns alle so wichtig ist. Wir haben mit diesem Ball eine Vision und eine Botschaft für diese Region. Wir freuen uns über jede Unterstützung, dass dieser Ball weiter wachsen und gedeihen kann.