Bernd Aust: "Einen starken zweiten Mann braucht man immer."

Der zweite Vorsitzende des SemperOpernball Vereins, Bernd Aust, über die Mühen der Ebene, Spaß am Verkleiden und eine klare Aufgabenverteilung.

Wie kam es, dass Sie sich für den Opernball engagieren?
Aust: Das ist schon eine Weile her. Wir veranstalten jetzt den achten Ball. Dem ersten Ball sind mindestens drei Jahre Vorbereitungen vorausgegangen. Damals waren wir etwa 30 willige und begeisterte Mitstreiter. Wie das bei so einer Sache immer ist – es gibt viele Ratschläge und viele, die mittun wollen, und zum Schluss bleibt eben nur noch ein kleines Häuflein übrig. Ende 2005 wurde der Verein mit sieben Mitgliedern gegründet (das muss man sein in einem Verein), und da war ich mit dabei.

Sie waren also schon Gründungsmitglied und glaubten an die große Sache?
Aust: Ja, ich bin Musiker und Kontertveranstalter, aber kein Eventmanager, daher habe mich, was den Ball betrifft, anfänglich etwas zurückgehalten, aber bald gemerkt, dass meine Kompetenz gefragt ist, was Verträge und Künstlerengagements betrifft, die in meine Sparte fallen. Und ich glaube, da ergänzen wir uns ganz gut. Einen starken zweiten Mann braucht so ein Verein immer. Wenn der Chef über Kunst und Events philosophiert, braucht man jemanden, der auch schaut, dass der finanzielle Rahmen passt und dass die Verträge so sicher sind, dass sie auch noch einer Steuerprüfung in zehn
Jahren standhalten.

Sie hatten damals schon genug zu tun, warum haben Sie gesagt, ich engagiere mich dafür jetzt auch noch?
Aust: Die Arbeit ist das Eine. Ich als Dresdner hatte so einige Etappen in einem Leben, die sehr einschneidend waren. Neben allem, was mich privat betrifft und was ich als Musiker gemacht habe, gab es drei Dinge: Das war einmal, dass die Bilder der Gemäldegalerie Alte Meister aus der damaligen Sowjetunion über Berlin wieder nach Dresden zurück kamen. Das hat mich sehr beschäftigt, das lag aber auch daran, dass mir meine Eltern sehr viel von Dresden erzählten, als es noch das alte Dresden war. Ich bin 1945 geboren, ich sah Dresden nur als Trümmerfeld. Und dann war es u. a. die Wiedererrichtung und die Eröffnung der Semperoper und letztlich 1989 die – Gott sei Dank – die friedliche Revolution, die so friedlich doch nicht war, wenn ich an die Ereignisse am Hauptbahnhof denke. Das sind die wichtigsten drei Dinge.
Wenn man Veranstalter ist, gibt es immer Berührungspunkte. Da gab es schon früher die Zwinger-Bälle. Die wollten wir gemeinsam mit der Radeberger Exportbierbrauerei wieder aufleben lassen und haben uns hier auch engagiert, aber das wurde noch vor Jahren abgelehnt. Und dann kam eben die Idee des SemperOpernballes auf. Da dachte ich schon, das wird mal etwas, was Dresden voranbringen kann. Da habe ich einfach meine Mithilfe angeboten.

Warum waren Sie dann anfänglich so zurückhaltend?
Aust: Ich musste erstmal sehen, wie das läuft. Es gibt ja immer Leute, die das Heft in die Hand nehmen und vorpreschen. Da muss man erst mal schauen, was daraus wird. Wird das ein gutes Ende nehmen oder ist das nur heiße Luft? Ich wollte nicht gleich in der heißen Luft mit herumrühren. Aber es hat sich dann doch herausgestellt, dass es eine sehr große Konstante für Dresden wurde. Jetzt kommen die Mühen der Ebene und da ist eben nicht mehr nur Elan gefragt, sondern da muss man auch durchhalten können. Das ist ohnehin meine Stärke.

Sie sind näher herangerückt, als Herr In´t Veld gegangen ist?
Aust: Ja, die Posten waren verteilt. Da gab es den 1. Vorsitzenden, das war Herr In´t Veld, und der 2. Vorsitzende war Hans-Joachim Frey. Wir haben als Vereinsmitglieder (wir waren ohnehin nur sieben, da gab es nicht viel Luft dazwischen) erst mal das große Rad gedreht. Herr In´t Veld war Direktor des Kempinski-Hotels als unser Partnerhotel, das war wichtig für uns. Und Hans-Joachim Frey war damals Operndirektor der Semperoper, und da war es natürlich logisch, dass die beiden die ganze Sache in Schwung gebracht haben. Dann haben Herr In´t Veld und der Technische Direktor der Semperoper Volker Butzmann den Vorstand des Vereins aus Grund beruflicher Neuorentierung verlassen. Und so ist die Wahl auf mich gefallen als 2. Vorsitzender. Dem habe ich zugestimmt, weil ich wollte, dass es wirklich weitergeht. Neben Hans-Joachim Frey und meiner Person sind weitere Mitglieder des Vereins unser Schatzmeister Rainer Naseband, Rechtsanwalt von Kummer, Juwelier Georg Leicht, Steuerberater Ernst Kötter, Uwe Wiese vom Italienischen Dörfchen und Gerhard Müller von der Sparkassenversicherung Sachsen. Fast alle gehören zu
den Initiatoren der ersten Stunde. Jetzt hat sich so ein Gespann gebildet, mit dem alles mehr oder weniger reibungslos abläuft.

Mehr oder weniger reibungslos wäre das nächste Stichwort. Wie funktioniert das zwischen den beiden Vorsitzenden?
Aust: Man muss sich, bevor man so eng zusammenrückt, schon Gedanken machen, mit wem man das kann. Es muss natürlich jeder, der im Verein mitwirkt, gewisse Kompetenzen haben. Hans-Joachim Frey ist einfach einer, der sehr energiegeladen ist und den Semperopernball als sein Baby betrachtet
und ihn natürlich auch so behandelt. Er ist der kreative Kopf in unserem Vorstand. Wie alle Kreativen, soll er seine Ideen entwickeln und erst in zweiter Linie denken wir darüber nach wie man sie umsetzen kann und ob wir uns das überhaupt leisten können. Und deswegen habe ich da überhaupt keine Probleme. Wir achten uns – jeder auf seine Art – und wir können uns aufeinander verlassen. Das ist das Wichtigste. Jeder muss die Stärken und Schwächen des anderen kennen. Ich komme damit wunderbar klar.

Trotzdem möchte man bei so einer Vereinssitzung gern mal Mäuschen sein…
Aust: Ich muss mich dort nicht in den Vordergrund spielen. Ich habe eine eigene Firma, ich bin als Musiker immer noch unterwegs, ich habe also zu tun. Ich werde den Teufel tun und mich da vordrängen. Das verträgt auch der Verein nicht. Zuerst kommt die künstlerische Seite, und da ist Hans-Joachim Frey wirklich tonangebend. Es gibt ohnehin genug andere Probleme. Es hat lange gedauert, bis wir mit dem MDR so richtig gut zusammengewachsen sind. Das ist jetzt auf einem sehr guten Weg. Und so wird die ganze Sache immer einfacher für uns. Nichtsdestotrotz kommen natürlich immer, gerade wenn etwas so in die Höhe geschossen ist wie der SemperOpernball, die Mühen der Ebene. Diese müssen bewältigen werden. Das wird natürlich, so lange es den Ball gibt, immer so bleiben.

Der Ball ist sehr erfolgreich geworden.
Aust: Die ersten Erfolge haben wir hinter uns gebracht. Wir stehen sehr gut da, wir haben dieses Mal 80 % der Eintrittskarten innerhalb von vier Tagen verkauft. Der Verkauf der anderen 20 % dauerte länger, weil das natürlich nicht die besten Plätze sind. Das geht weiter bis zu den Künstlern. Wir haben schon viele bei uns auftreten lassen, die wir uns leisten können (wir finanzieren uns ja aus den Eintrittseinnahmen). Es ist einfach meine Art, zu schauen wo die Lücke ist, die ich füllen muss, und das mache ich. Ansonsten bin ich der 2. Vorsitzende, das bedeutet der zweite Mann.

Sie reden über die Mühen der Ebene. Nun mit dem langfristigen Vertrag mit der Semperoper müsste doch nun alles viel einfacher sein.
Aust: Wir haben sehr darunter gelitten, dass wir in den letzten Jahren nicht die Möglichkeit hatten, langfristig zu planen, weil wir die Termine von der Oper nur häppchenweise bekamen. Das hat sich seit diesem Jahr geändert. Wir haben einen Rahmenvertrag, der uns sehr viel Sicherheit gibt und in dem die Termine schon eingegrenzt sind. Der Ball besteht ja nicht nur darin, dass wir X und Y einkaufen, sondern es muss zur Oper passen. So groß ist die Auswahl an Künstlern und prominenten Gästen dann auch wieder nicht. Beim ersten Ball hat man noch alle zur Verfügung, und beim achten möchte man keinen ein zweites Mal bringen. Das schränkt in vielerlei Hinsicht ein. Wo wir früher immer gesagt haben: „Wie kriegen wir den Kontakt?“ Die haben wir jetzt alle. Und wie wird das mit der Oper weitergehen? Das funktioniert auch. Wir müssen nun weiter schauen: wie bekommen wir Künstler, die zu uns passen, die wir noch nicht hatten und die wir letztlich auch bezahlen können. Das ist immer eine spannende Geschichte. Ich möchte da nicht aus dem Nähkästchen plaudern, aber wir haben manchmal einen Tage vor dem Ball, nachdem wir wussten wieviel Geld wirklich in der Kasse ist, noch große Entscheidungen getroffen.

Ihr Part ist auch die Künstlervermittlung?
Aust: Dort kann ich helfen. Ich bin ja nicht der Einzige, denn das Büro des SemperOpernball e.V. ist das ganze Jahr über mit der Vorbereitung des Balls beschäftigt. Ich habe zum Beispiel Künstler wie Ina Müller, Peter Kraus und Helene Fischer verpflichtet. Aber auch von dem einen oder anderen Künstler abgeraten, die so verlockend in den Köpfen spukten, die wir mit dem ganzen drum herum aber hätten nie bezahlen können. Es gibt natürlich Vorteile, wenn ich den einen oder anderen Künstler kenne und diese kennen mich bzw. das Management. Dann sage ich eben ganz einfach (das kann man jetzt natürlich besser als früher): „Wenn ihr wollt und könnt, würde wir Euch gern beim SemperOpernball auftreten lassen, aber wir haben nur das und das Honorar zur Verfügung.“ Das funktioniert bei vielen, die den Ball wahrgenommen haben. Meine Aufgabe darüber hinaus ist natürlich auch das Thema GEMA, das gerade jetzt sehr hochkocht. Da haben wir sehr gute Konditionen, da wir als Konzertveranstalter einen speziellen GEMA-Vertrag haben, dessen Vorteile
ich natürlich auch für den Ball nutze. Aber es geht auch darum, und da bin ich schon wertvoll für den Verein, Verträge so abzuschließen, dass diese in zehn Jahren auch noch Bestand haben.
Ein Vertrag ist schnell unterschrieben, ob das Finanzamt aber den Vertrag letztlich anerkennt, ist fraglich. Da gibt es z. B. den § 50 (altbekannt unter dem Namen „Ausländersteuer“). Den kennen Sie nicht? Wenn Sie einen ausländischen Künstler engagieren, dann machen Sie mit dem keinen Vertrag über Künstlerhonorar plus 19 % oder 7 % Mehrwertsteuer, sondern dann kommt die Ausländersteuer dazu, das sind momentan ca. 15 % des Honorars zzgl. Solidaritätszuschlag.

Das muss man erst mal wissen und dann ordentlich abwickeln.
Aust: Ich sagte bereits, in unserem kleinen Verein hat jeder seine Kompetenzen, die ich für meinen Teil gern einbringe und von unserem Semperopernball-Büro gern in Anspruch genommen werden.

Da würde ich mich auch freuen, wenn ich da jemanden hätte.
Aust: Das ist für uns auch nicht so alltäglich. Ich habe mich da schon ganz schön belesen. Nun weiß ich, wo es lang geht, wenn es nicht gerade ganz besonders komplizierte Fälle sind.

Eigentlich denkt man ja, je öfter Sie so einen Opernball organisieren, desto leichter müsste es Ihnen fallen? Wird die Routine nicht langweilig mit der Zeit?
Aust: Es tauchen immer wieder neue Probleme auf. Selbst die Oper als Gebäude ist ja ein sensibler Bau. Daher müssen wir zum Beispiel für jeden Semperopernball einen neuen Bauantrag stellen.


Für jeden extra?
Aust: Ja, jedes Jahr für den gleichen Ball einen eigenen Bauantrag. Dem geht ein Brandgutachten voraus, das wieder von einem externen Büro erstellt werden muss. In den letzten Jahren hat der Verein das Brandschutzgutachten und den Bauantrag selbst in Auftrag gegeben. Seit dem Rahmenvertrag, also
seit 2013, übernimmt die Oper die Auftragsvergabe und natürlich die Detailabsprachen. Die Kosten dafür trägt natürlich der Verein, doch die Abwicklung und Absprachen zum Brandschutzgutachten und mit dem Architekten liegt nun in den Händen des technischen Personals der Oper und die wissen ja auch über ihr Haus am besten Bescheid.

Also immer wieder neue Probleme?
Aust: Ja, es gibt immer neue Dinge, und es gibt auch immer wieder Probleme, gerade was den Außenbereich betrifft oder den Einlassbereich. Jedes Jahr versuchen wir, es besser zumachen, aber so richtig gut haben wir es noch nicht gepackt, dass die Leute ohne Stau aus ihren Autos aussteigen können.
Das liegt natürlich auch daran, dass fast alle der 2200 Gäste innerhalb von zwei Stunden mit dem Auto am roten Teppich vorfahren und dort im Ballkleid und Smoking aussteigen. Da ist Stau vorprogrammiert. Das ist zum Beispiel auch ein Problem, was ich gern beseitigen würde, ohne nun den ganzen Platz zu verändern, denn er ist so wie er ist. Mir ist es ja selbst so ergangen. Ich war für die Schlüsselzeremonie mit eingeteilt und war im Kempinski. Das ist zu Fuß wirklich nicht so weit, aber wir hatten alle keinen Mantel an und sind dann doch mit dem Shuttle rübergefahren. Wir standen wirklich fast eine Dreiviertelstunde im Stau. Das sind solche Dinge, die natürlich sehr viel Unmut bei unseren Gästen hervorrufen. Da sagt man eben nicht, das war wunderbar, und dann haben wir eben bissel gewartet. Man hört eben auch: „Ja, der Ball war schön, aber …“ Daran müssen wir noch arbeiten, damit das „Aber“ so klein wie möglich bleibt.


Aber Sie haben einen Plan …
Aust: Wir hoffen, dass er funktioniert. Man kann nicht immer einschätzen, wie der Ansturm von außen ist. Kommen viele mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder lassen sich mit dem Taxi in der Nähe schon absetzen, um dieses Gewusel dort zu umgehen, oder lässt man sich dann doch mit dem Shuttle bis vor die Tür fahren?


Stau, Ausländerverträge, Bauanträgen. Da ist an viel zu denken.
Aust: Was wirklich reibungslos läuft, ist der Umbau der Oper. Wir bauen das Opernhaus ja von einer Oper in ein Party-Areal um. Da ist das technische Personal der Oper für uns eine unheimliche Stütze. Das machen die mit Perfektion, da können wir uns wirklich darauf verlassen. Es gibt die Bauabnahme meistens 16 Uhr vor dem Ball, und die ist wirklich nicht von
schlechten Eltern. Da wird auf jeden Stuhl, der im Wege steht, geachtet. Da kann nicht irgendwo eine Theke stehen. Da wird noch zum Schluss ein Stück Teppich angenagelt, oder eine Theke versetzt. Das ist ein Apparat, der da im Einsatz ist – das ist unwahrscheinlich! Vom Architektenbüro über den Brandschutzfachmann bis zur Bauaufsicht, die ja wirklich gute Arbeit leistet, denn Sicherheit hat oberste Prirorität.


Wenn Sie am Abend über die Bühne einlaufen, sieht man Sie auf dem Bildschirm immer in Nahaufnahme. Jedes Jahr frage ich mich, ob Ihnen das überhaupt Spaß macht, da reinzumarschieren und sich in die erste Reihe zu setzen? Sie sehen nicht so aus.
Aust: Ja, ich bin immer sehr angespannt. Ich bin auch kein Lächler vor dem Herrn, das muss ich zugeben, obgleich ich mich gern verkleide. Auch heute noch mache ich Rockmusik, und das ist wirklich ein ganz anderes Genre. Aber man erweitert ja sein Spektrum, je älter man wird. Das ist überall so. Mir macht das wirklich Spaß, nicht unbedingt, da rein zu marschieren, das gehört dazu.
In der ersten Reihe sitze ich deswegen (das habe ich anfangs verweigert, ich wollte nicht auf den Präsentierteller), weil unser Vereinstisch in der letzten Reihe der Seitenbühne steht, von dem man das Programm nicht sieht.
 Und da nehme ich den Platz in der ersten Reihe gerne mit, um auch das zu sehen, woran ich ein Jahr lang mitgearbeitet habe.


Gehen Sie vor dem Ball auch zum Schneider?
Aust: Nein, ich habe das von Anfang an ganz optimistisch gesehen. Ich habe mir gleich beim ersten Ball einen Smoking gekauft, und da ich Sport mache und auch sonst viel Ausarbeitung habe, passt der mir immer noch. Für meine Frau ist das Ballkleid allerdings jedes Mal eine Herausforderung, wie sicher bei jeder Frau. Die Auswahl des Kleides kostet immens mehr Zeit, als mir nur meinen Smoking anzuziehen. Natürlich gehe ich, wenn es um die letzte Entscheidung geht, mit in das Geschäft und schau mir die Kleider an. Naja, auch das gehört mit dazu. Wenn man das nicht will, muss man sich da rausnehmen.


Also macht das Ihnen doch Spaß?
Aust: Als Rockmusiker hatte man immer ein Kostüm an. Und ich gehe auch gern im guten Anzug. Es ist nicht so, dass ich mich da verstellen muss. Zum Frack hat es allerdings noch nicht gereicht.


Wie geht es weiter mit dem Ball und Ihrer Arbeit?
Aust: Wir haben einen unkündbaren Rahmenvertrag mit der Oper. Wir haben auch die Termine festgelegt, in welcher Spanne der Ball stattfinden kann. Bis 2016 sind jetzt die Termine fixiert. Aber der Ball wird hoffentlich eine unendliche Geschichte, auch wenn ich dann irgendwann mal nicht mehr dabei bin, weil sich Jüngere und Energiegeladenere aufdrängen. Ich sehe das zwar im Moment nicht, aber ich denke, mit dem SemperOpernball sind wir erstmal
auf einem guten Weg. Wir haben sehr lange gekämpft, damit wir diese Sicherheit haben – und die haben wir jetzt. Ich bin selbst gespannt, wie sich
der Ball weiter entwickelt. Natürlich bin ich optimistisch.


Gibt es noch Potenzial nach oben?
Aust: Der Ball wird sich jetzt in der Kontinuität beweisen müssen. Natürlich schauen wir auch auf Wien, aber wir wollen und können den Wiener Opernball nicht kopieren. Einer der Alleinstellungsmerkmale des Dresdner SemperOpernballs ist der Open Air Ball, der jedes Jahr viele Dresdner und ihre Gäste auf den Theateplatz vor die Oper zieht. Während der Wiener Opernball seit Jahre die Tradition pflegt und den Abschluss der Ballsaison in Wien darstellt, ist der SemperOpernball in der Lage, sich jedes Jahr weiter zu entwickeln. Natürlich bleibt ein Opernball ein Opernball, aber der SemperOpernball hat in den zurückliegenden Jahren bewiesen, wie wandlungsfähig er sein kann und dass er sich ständig weiter entwickelt. Ich würde im Semperopernball e.V. nicht mitarbeiten, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass der Ball, wie auch meine Heimatstadt Dresden, eine große Zukunft haben.

 

Anja K. Fließbach

2013