Barbara Weyrich wirft einen letzten Blick in die Runde und gibt den Einlass frei. Sechshundert Menschen ergießen sich in das Kirchen-schiff. Erwartungsvolles Murmeln breitet sich in dem hohen Raum aus. Hier und da werden Hände geschüttelt, Freunde mit Umarmung begrüßt. Man kennt sich. Doch zwischen die bekannten Gesichter mischen sich von einer Show zur nächsten immer mehr fremde aus Hamburg, Berlin und Hannover. Peter Baartmans am Disklavier sorgt für stimmungsvolle musikalische Untermalung.

In Windeseile vergeht die letzte Dreiviertelstunde bis zum eigentlichen Beginn. Schon steht Inka Bause, die für die wegen eines Trauerfalls verhinderte Alida Gundlach einspringt, auf dem Catwalk und erklärt dem Publikum mit Verve und Charme, worauf es sich am heutigen Abend freuen darf.

Stampfende Beats erfüllen den Raum. Einzeln und in Gruppen präsentieren die Models von Roswitha Salabaschew die Herbst- und Winterkollektionen, die in den Boutiquen 10.01, Maxim, Jaromowski und Pierrot sowie bei Friendtex erhältlich sind; dazu Schuhe aus dem Hause Höppner, Brillen von Janmare und Schmuck von Brinckmann. Kameras blitzen auf. Zum ersten Mal ist der Modedesigner Andrej Subarew, seit diesem Jahr künstlerischer Leiter von „Heringsdorf goes Fashion“, in der Nikolaikirche dabei. Er zeigt einen Querschnitt aus seinen Couture-Kollektionen. Als Höhepunkt vor der Pause gewähren die Models einen Ausblick auf Beate Heymanns Streetcouture für die kommende Saison.

In der Pause geht es in der Nikolaikirche zu wie in einem Bienen-stock. Was bei Roswitha Salabaschew, ihren Models und den vielen, die sie unterstützen, hinter der Absperrung los ist, kann man sich leicht vorstellen. Im Kirchenschiff stehen die Gäste in kleinen Gruppen beieinander und diskutieren über das Gesehene. Auch in den Schlangen vor Ausschank und Buffet des Hotels Neptun kann man Bruchstücke angeregter Gespräche aufschnappen. Dem Gesicht von Barbara Weyrich ist die Freude über das Gelingen ihrer Schau deutlich anzusehen. Ausgelassene Stimmung erfüllt den Raum. Viel zu rasch ist die Unterbrechung vorbei, und Inka Bause ruft das Publikum zurück auf seine Plätze für den zweiten Teil.

Bereits im vergangenen Jahr durfte die Modeklasse der Schweriner Grafik+Design-Schule ihre Kreativität unter Beweis stellen. Dieses Jahr geschieht dies im Rahmen des Projekts „WeltGewänder“, einer internationalen Aktion der Deutschen Welthungerhilfe. Achtzehn junge Designerinnen zeigen 20 Modelle zum Thema Indien und Afrika. Den krönenden Abschluss bilden die Brautkleider von Ilse Braut- und Festmoden.

Mit anhaltendem Applaus bedankt sich das Publikum für die gelungene Präsentation. Die Mitarbeiterinnen von Barbara Weyrichs Agentur für Kommunikation und Werbung überreichen allen Beteiligten eine gelbe Calla. Auf den Gesichtern mischt sich Freude mit Erleichterung. Die Gäste fühlten sich gut unterhalten. Viele bleiben noch, um den Abend bei der After-Show-Party langsam ausklingen zu lassen.

Kein Zweifel, die Dance Fashion Show in der Nikolaikirche hat einen festen Platz im Terminkalender nicht nur der Rostocker Gesellschaft. Es wächst die Zahl derer, die von Außerhalb kommen und sich das Mode-Event nicht entgehen lassen wollen. Das einge-spielte Team Weyrich/Salabaschew setzt auf Qualitätssteigerung. Ihr Ziel für die Zukunft ist es, im Frühjahr eine zweite hoch-wertige Mode-veranstaltung im Stil des Escada-Modeballs zu etablieren. Erst einmal aber beginnen nun die Vorbereitungen für die 8. Dance Fashion Show. Die Nikolaikirche ist bereits für Mitte September 2007 gebucht. Karten wird es ab 1. August 2007 geben.

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