• Dezember 12, 2023
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9 von 10 Deutschen würden ihre persönlichen Daten gegen Rabatte tauschen

Der Weihnachtseinkauf steht vor der Tür. Experten für Cybersicherheit geben Ratschläge, wie Nutzer sicherer einkaufen können

Der Weihnachtseinkauf steht vor der Tür und Millionen von Deutschen planen auch dieses Jahr, auf Schnäppchenjagd im Internet zu gehen. Zahlreiche Studien zeigen, dass der Großteil der Menschen ihren Einkauf online erledigen wird. Dabei sind 20 % der Deutschen laut einer Umfrage von NordVPN schon einmal Opfer eines Online-Shopping-Betrugs geworden. 

Ein Großteil der Menschen ist bereit, persönliche Daten wie die Telefonnummer, den Wohnort oder sogar den Namen der eigenen Kinder gegen Rabatte oder Geschenkgutscheine einzutauschen. Genau diese Daten können verkauft und von Dritten nicht nur für aggressive Marketingmaßnahmen genutzt, sondern auch von Cyberkriminellen missbraucht werden, wenn Webseiten unzureichende Maßnahmen ergreifen, um sich vor Hackern zu schützen.

“Private Daten gegen Rabatte. Das mag für viele Schnäppchenjäger zur Weihnachtszeit verführerisch sein. Jedoch sollten sich alle im Shoppingfieber bewusst sein, dass das Teilen persönlicher Daten ein Nachspiel haben kann, wenn Online-Händler unzureichende Maßnahmen ergreifen, um diese Daten zu schützen. Diese Daten könnten von Cyberkriminellen beispielsweise für Phishing genutzt werden, bei denen Cyberkriminelle sensible Informationen wie Bankdaten abgreifen können. Auch besteht die Gefahr, dass personalisierte Nachrichten verschickt werden, mit denen Hacker Schadsoftware verbreiten können.”, erklärt Joanna Rusin-Rohrig, Country Director DACH bei NordVPN

Neun von zehn würden ihre privaten Informationen für ein Schnäppchen tauschen

Von allen befragten deutschen Online-Käufern würden 5 % ihre Kreditkartendaten, 2 % ihre Sozialversicherungsnummer und 5 % den Namen ihres Arbeitsplatzes preisgeben. Weitere 4 % würden sogar den Namen ihrer Kinder preisgeben, um die Chance auf ein zusätzliches Schnäppchen zu erhalten. Eine Mehrheit von 75 % würde ihre E-Mail-Adresse und 57 % ihr Geburtsdatum preisgeben. 37 % wären bereit, ihre Wohnanschrift im Tausch gegen Rabatte preiszugeben. Fast ein Drittel (29 %) würde sogar seine Berufsbezeichnung und 24 % seine Telefonnummer mit Dritten teilen. Ein Viertel (24 %) würde auch persönliche Vorlieben oder Abneigungen teilen, aus denen Dritte wertvolle Informationen ableiten können, um zielgerichtete Werbung zu schalten.

Wie Nutzer sich vor den Betrügereien beim Online-Shopping in diesem Jahr schützen können

  • Geben Sie so wenig persönliche Informationen wie möglich preis. Echte Online-Shops werden nie mehr persönliche Daten abfragen, als für die Bezahlung und den Versand der Bestellung notwendig sind. Nutzer sollten außerdem den Gast-Checkout nutzen, um die Erstellung eines Kontos und die unnötige Weitergabe von Daten zu vermeiden.
  • Überprüfen Sie die URLs. Vergewissern Sie sich, dass die Adresse der Website mit „https://“ beginnt und nicht einfach mit „http://“. In diesem Fall steht das „s“ für „sicher“, und das ist es, wonach Sie suchen. Achten Sie auf geänderte Namen von Online-Shops in der URL – wenn Sie Ihre persönlichen Daten auf der Seite „n1ke.com“ statt bei „nike.com“ eingeben, kann das zu Daten- oder sogar Geldverlust führen.
  • Seien Sie auf der Hut vor verkürzten URLs. Hüten Sie sich vor URL-Verkürzungen wie bit.ly oder tinyurl.com. Wenn Sie auf verkürzte Links stoßen, versuchen Sie, das Angebot manuell auf der Website des Händlers zu finden, um die Legitimität zu überprüfen.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie öffentliche Hotspots nutzen. Transaktionen zu vermeiden, während Sie mit einem öffentlichen WLAN verbunden sind, ist eine wichtige Maßnahme gegen Shopping-Betrug. Öffentliche Hotspots sind in der Regel weniger sicher als Ihr privates WLAN und möglicherweise könnten Sie zum Opfer von Internetkriminalität werden. Wenn Sie jedoch ein öffentliches WLAN-Netzwerk nutzen müssen, schalten Sie ein VPN ein, um Ihren Internetverkehr zu verschlüsseln.
  • Verwenden Sie Online-Sicherheitstools. Sicherheitslösungen wie der Bedrohungsschutz von NordVPN können Sie davor schützen, auf bösartigen Websites zu landen, die Hacker eingerichtet haben, um Ihre Zugangsdaten oder andere sensible Informationen zu stehlen. 
  • Behalten Sie Ihre Kontoauszüge im Auge. Die Überprüfung Ihrer Kontoauszüge auf verdächtige Transaktionen ist wichtig, damit Sie ominöse Aktivitäten auf Ihrem Bankkonto entdecken.

„Der beste Schutz vor Online-Betrug sind neben Sicherheitstools vor allem ein aufmerksamer Blick. Dabei geht es nicht nur um die Seriosität von Angeboten und Händlern beim Einkauf, sondern auch, ob man persönliche Informationen wirklich gegen einen kleinen Gutschein eintauschen möchte, wenn diese Daten dann in den Händen von Fremden landen, bei denen unklar ist, was sie mit diesen machen”, sagt Rusin-Rohrig.

METHODIK

Die Umfrage wurde von NordVPN in Auftrag gegeben und von den externen Unternehmen Cint, Norstat (Schweden und Polen) und Syno International (Österreich und Schweiz) vom 16. bis zum 27. Oktober 2023 durchgeführt. Die Zielgruppe der Umfrage waren Einwohner Großbritanniens, der USA, Kanadas, Australiens, Deutschlands, Spaniens, der Niederlande, Polens, Schwedens, Italiens, Österreichs und der Schweiz im Alter von 18 Jahren und die Stichprobe wurde von nationalen Internetnutzern gezogen. Die Anzahl der Befragten pro Land betrug 1.000, außer in Spanien (800) und der Schweiz (800). Es wurden Quoten für Alter, Geschlecht und Wohnort festgelegt.