Teil 1: OSRAM bringt Licht ins Dunkel

Das Münchner Traditionsunternehmen ist führend im Bereich Leuchtmittel.

 

Kann ich eine Lichtversorgung ohne Stromnetz realisieren? Wie kann ich die Energieeffizienz der Lampen noch weiter verbessern? Wie beleuchte ich in Museen die Ausstellungsobjekte so, dass sie möglichst originalgetreu wiedergegeben werden, ihnen gleich- zeitig aber kein Schaden zugefügt wird? Welches Leuchtmittel eignet sich besonders für welchen Wohnraum? Nicht nur die- se Fragen stellt sich die Münchner Firma OSRAM. Von der neuen Firmenzentrale im nördlichen Stadtgebiet Münchens aus möchte das Unternehmen den fundamentalen Wandel im Lichtmarkt gestalten.

 

OSRAM ist eine starke Nummer 2 im Weltmarkt und führend in attraktiven Segmenten wie Autolicht, Kino- und Filmsetbeleuch- tung. Mehr als 70 Prozent des Jahres-Gesamtumsatzes (5,4 Milliarden Euro) erwirtschaftet OSRAM mit energieeffizienten Produkten. OSRAM beschäftigt weltweit rund 39.000 Mitarbeiter, die an stetigen Weiterentwicklungen bestehender Technologien arbei- ten, gleichzeitig aber auch intensive Forschung betreiben, wie Leuchtmittel flexibler eingesetzt werden können. Ein Beispiel dafür sind Organische Leuchtdioden (OLED). „Mit den OLED können wir zukünftig Flächen beleuchten, zum Beispiel Raum- teiler. Ausgeschaltet sind sie durchsichtig wie eine Glasscheibe, eingeschaltet dienen sie als zusätzliche neuartige Lichtquelle“, erklärt Christian Bölling, Sprecher für OSRAM -Technologiethe- men. Ende des vergangen Jahres erlangten die transparenten Or- ganischen Leuchtdioden Industriereife. „Der nächste Schritt für transparente OLED ist nun die industrielle Serienfertigung, die wir für 2014 in Angriff nehmen“, sagt Ulrich Eisele, der bei OSRAM den Bereich OLED verantwortet. OSRAM unterstreiche mit die- sem Forschungserfolg seine führende Stellung im OLED-Bereich, so Eisele weiter. Rein technisch handelt es sich bei OLED wie bei ihrer Schwestertechnologie LED um Halbleiter, die Strom in Licht umwandeln. Während LED ausgehend von einem winzigen leucht- enden Chip Licht punktförmig abgeben, erzeugen die so genann- ten OLED-Panels eine leuchtende Fläche. Dazu werden verschie- dene organische Kunststoffe auf ein Grundmaterial aufgedampft. Die leuchtende Schicht ist nur etwa so dick wie das Hundertstel eines menschlichen Haares. Die OLED enthalten keine sichtbaren Leiterbahnen und bieten eine sichere Verkapselung – bislang ein großes Manko transparenter OLED. Neu ist auch die Möglichkeit, bei den nach zwei Seiten strahlenden transparenten OLED eine be- vorzugte Abstrahlseite zu definieren: In der einen Richtung hat das Licht nur dekorative Funktion, weil es schwächer ist. In der anderen kann es funktional, das heißt zur Beleuchtung, genutzt werden.

 

Darüber hinaus forscht OSRAM bereits an „Lampen aus dem Drucker“. Dabei handelt es sich um leuchtende Folien auf Basis lichtemittierender Zellen, die in einem Druckverfahren produziert werden sollen. Die derzeit untersuchten lichtemittierenden elek- trochemischen Zellen auf organischer Basis, sogenannte OLECs (englisch für „Organic light-emitting electrochemical cells“), sind von ihrem Grundaufbau mit den OLEDs eng verwandt. Allerdings arbeiten sie nicht mit einer festen, Arbeitsgruppenleiter Dr. Frank Vollkommer. Lediglich die Maschine selbst müsse durch permanente Zufuhr gereinigter Luft frei von Partikeln gehalten werden.

 

Geforscht wird nicht nur für den industriellen Einsatz. 2008 startete OSRAM am Viktoriasee in Kenia ein Projekt für eine Licht- versorgung ohne Stromnetz, das sogenannte „Off-Grid Lighting“. Ziel des Projekts ist es, abgelegenen Regionen ohne Zugang zum Stromnetz, eine bezahl- bare, sichere und klimaschonende Beleuchtung sowie Zugang zu gefiltertem und entkeimtem Trinkwasser zu ermöglichen. Dafür wurden 2008 sogenannte O-Hubs – solarbetriebene Energiestationen – errichtet an denen die Anwohner beispielsweise Akkus für energiesparende Lampen aufladen können. Das Projekt wurde 2011 mit fünf Partnern zum Water-Energy-Hub-Projekt weiterentwickelt. Der sogenann- te WE!Hub ist wie der OSRAM O-HUB, eine netzunabhängige Wasser- und Energiestation die mit einer Solaranlage ausgestattet ist. Die Energie die dort produziert wird, kann täglich bis zu 500 Beleuchtungssysteme, ein Wasserreinigungssystem und ein Ladesystem für Mobiltelefone versorgen. Das WE!HUB beinhaltet zudem ein Internetcafé sowie einen Trainingsraum, der auch für Trainingsprogramme zum Thema Sozialunternehmertum genutzt wird.

 

Doch nicht nur im Ausland, sondern auch in der bayrischen Heimat bringt OSRAM seine Produkte zum Einsatz. So erstrahlt die Allianz Arena innen wie außen mit Hilfe der Münchner Leucht- mittel. Die Flutlichtanlage besteht aus insgesamt 224 Halogen- Metalldampflampen mit jeweils 2.000 Watt. Die Lichtleistung entspricht damit der von 16.000 Autoscheinwerfern. Damit er- füllen die Flutlichter die Anforderungen von TV-Übertragungen in HD-Qualität, ohne jedoch Zuschauer oder Spieler im Stadion zu blenden. Auch die FC Bayern Erlebniswelt ist mit OSRAM- LED-Technologie ausgestattet, die Pokale, Meisterschalen und Exponate ins rechte Licht rückt. Ob Leuchtmittel für den Privat- haushalt, die Beleuchtung von Fußballstadien und Gebäuden (EM-Stadion in Warschau, Flame Towers in Baku) oder eben neuartige Lösungen für den Einsatz flexibler Dioden – die Firma OSRAM schafft weltweit marktführende Konzepte und Lösungen, um auch in den entlegensten Winkel der Erde Licht zu bringen. Denn im Fokus der Geschäftsaktivitäten steht seit über 100 Jahren das Thema Licht – und damit die Steigerung von Lebensqualität.

 

OSRAM GmbH im Überblick: Die OSRAM AG deckt mit seinem Portfolio die gesamte Wert- schöpfungskette von Komponenten – einschließlich Lampen und optischer Halbleiter wie lichtemittierender Dioden (LED) – über Vor- schaltgeräte bis hin zu vollständigen Leuchten, Licht-Management- Systemen und Beleuchtungslösungen ab. OSRAM beschäftigt welt- weit rund 39.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro.