Franziska Gräfin Fugger von Babenhausen

Wenn eine Familie so erfolgreich war, dass eine Großstadt wie Augsburg sich bis heute mit ihrem Namen schmückt, dann muss sie außergewöhnliches geleistet haben.

 

Das schwäbische Kaufmannsgeschlecht der Fugger kam im 14. Jahrhundert zu erheblichen Reichtum und Einfluss. Franziska Gräfin Fugger von Babenhausen ist eine geborene Fugger der Linie von der Lilie. "Ich bin mit diesem Titel als erste von fünf Geschwistern geboren", erzählt sie. Die von der Lilie stiegen um 1511 in den Rang des Adels auf und nahmen in der Mitte des 16. Jahrhunderts hohe kirchliche und weltliche Ämter ein. 1803 stieg der Zweig der Babenhausener in den Fürstenstand und somit in den Hochadel auf. Auch heute noch strahlt der Name Fugger - obwohl sich Gräfin Fugger von Babenhausen nicht auf ihm ausruhen will. "Ich glaube, ein Titel verdient nur dann Bedeutung, wenn man zu Lebzeiten etwas geleistet hat", erklärt die Kunstexpertin. "Er ist für mich eine ständige Erinnerung daran, dass ich das Privileg habe, in eine kultur- und traditionsreiche Familie geboren zu sein und das nicht für selbstverständlich halten darf." Dass der Name Fugger ihr entscheidend beim Aufbau ihres Kunst- und Werbebusiness geholfen hat, glaubt sie nicht. "Vielleicht kann man sagen, dass mein Name bestimmte Türen schneller geöffnet hat. Jedoch muss man sich umso mehr vor Wölfen im Schafspelz in Acht nehmen. Am Ende gleicht sich das aus", glaubt die Gräfin, die zusammen mit ihrem Partner, dem italienischen Künstler Mauro Bergonzoli, in der Nähe von München lebt. Die Familie pflegte schon immer eine enge Beziehung zur Babenhausener Bevölkerung. Ihre Großmutter, Gunilla Fugger, eine schwedische Fürstin, lebte seit ihrer Hochzeit mit Friedrich Carl Fugger-Babenhausen im Ort auf dem Fuggerschloss Babenhausen. Auch nach dem Tod ihres Mannes 1979 (Geburtsjahr von Gräfin Franziska) ging sie nicht in ihre Heimat zurück, sondern bezog das sogenannte kleine Schlössle am Rand des Schlossparks. "Meine Großmutter war für mich ein großes Beispiel einer Frau, die zu Lebzeiten ihren Titel und ihre Position in produktive und positive Taten umgesetzt hat", so die Gräfin. Sie studierte Kunstgeschichte an der Georgetown University in Washington D.C. "Den Amerikanern ist so ein Titel vollkommen gleichgültig. Dort zählt, was du jetzt machst und wie dein Geschäft läuft." Mit ihrer Berufswahl ist sie sehr zufrieden. "Schon Jakob Fugger lebte nach dem Credo Carpe Diem - nutze die Zeit. "Die Arbeit mit Kunst, Sprachen und Kultur schenkt mir ein Gefühl von Gleichgewicht und Zufriedenheit." Am meisten Spaß macht ihr selbstverständlich die Arbeiten ihres Partners vorzustellen. "Ich habe die Zeit genutzt und meine Passion in mein Geschäft verwandelt."