Peter Lanyon - Witness, 1961 Öl auf Leinwand, 290.000 - 400.000 Euro

 

Witness ist eines von drei Werken des Künstlers Peter Lanyon, das Bowie für die Retrospektive des Künstlers an die Tate St Ives 2010 entliehen hat. Lanyon malte Witness zwei Jahre nachdem er erstmalig mit einem Segelflugzeug geflogen war. Diese neue Aktivität erlaubte es ihm, die Landschaft Cornwells von einer radikal veränderten Perspektive zu betrachten und mehr elementare Kräfte in seine Gemälde einzubringen, im Sinne von “like the mountaineer who cannot see the clouds without feeling the lift inside them.” Dies ist ein Gemälde amerikanischen Ausmaßes, gemalt in einer umgebauten Segelloft in einem kleinen Fischerdorf an der westlichen Spitze Englands. 

Damien Hirst - Beautiful, Shattering, Slashing, Violent, Pinky, Hacking, Sphincter Painting, 1995 Lackfarbe auf Leinwand, 290.000 - 400.000 Euro

 

Dynamisch und kraftvoll steht dieses pulsierende Kaleidoskop mit seinen Rot-, Grün-, Blau- und Gelbtönen exemplarisch für die Spin-Serie von Damien Hirst. Hirst gehörte zu einer Handvoll berühmter zeitgenössischer Künstler, welchen Bowie öffentlich seine Bewunderung zum Ausdruck gebracht hat, als er den ‘Young British Artist’ 1995 für Modern Painters interviewte. “He’s different. I think his work is extremely emotional, subjective, very tied up with his own personal fears – his fear of death is very strong – and I find his pieces moving and not at all flippant”, sagte Bowie in einem Interview mit der New York Times. 

Jean-Michel Basquiat - Air Power, 1984 Acryl und Ölkreide auf Leinwand, 2,9 Millionen - 4 Millionen Euro

 

“I feel the very moment of his brush or crayon touching the canvas. There is a burning immediacy to his ever evaporating decisions that fires the imagination ten or fifteen years on, as freshly molten as the day they were poured onto the canvas”, David Bowie über Basquiat, Modern Painters, 1996. Die Verbindung zwischen Bowie und Basquiat ist wohl bestens bekannt durch Julian Schnabels Film Basquiat aus dem Jahre 1996, in der David Bowie die Rolle von Andy Warhol, unter anderem Mentor des jungen Ku?nstlers, einnahm. Das Werk Air Power erwarb Bowie ein Jahr darauf. “It comes as no surprise to learn that he [Basquiat] had a not-so-hidden ambition to be a rock musician”, schrieb Bowie, “his work relates to rock in ways that very few other visual artists get near.” David Bowie über Basquiat, Modern Painters, 1996. 

Romuald Hazoumé - Alexandra, 1995 Fundgegenstände, 5.800 - 8.100 Euro

 

Der aus Benin stammende Künstler Romuald Hazoumé ist wahrscheinlich am bestem bekannt für seine skulpturale Gruppierung von alltäglich gefundenen Objekten wie Alexandra. Ähnlich wie Marcel Duchamp und seine ‘Readymades’, verwendete Hazoumé geläufige Objekte, die er umgestaltete und so einen Dialog zwischen der Kunstgeschichte und der Kolonialgeschichte Afrikas sowie der gegenwärtigen afrikanischen Politik erzeugte. Alexandra ist bezeichnend für Bowies weitreichendes Sammelinteresse sowie seine Liebe für Werke mit vielfältigen Bedeutungsschichten und einem Sinn für Unfug und Spiel. Bowies Annährung an die zeitgenössische afrikanische Kunst zeichnete sich durch eine zutiefst intellektuelle Präzision aus –dies zieht sich durch die gesamte Sammlung – und ist bespielhaft erläutert in seiner fünfseitigen Besprechung in Modern Painters (1995) anlässlich der Einführung der Johannesburg Biennale. 

Harold Gilman - Interior (Mrs Mounter), 1917 Öl auf Leinwand, 170.000 - 290.000 Euro

 

Harold Gilmans ausdrucksstarkes Gemälde, welches das Ende eines Tages darstellt, scheint auf den ersten Blick alles andere als revolutionär zu sein. Doch im Kontext der britischen Kunst des frühen 20. Jahrhunderts ist es in seiner ruhigen Art sehr radikal. Dies war eine neue Art des Sujets: Eine Vorstadt-Untermieterin und Teilzeit-Reinemachfrau, gedankenverloren in einem unscheinbaren Raum eines gewöhnlichen Hauses in London. Um in der Kunst modern zu bleiben, erforderte es von Künstlern wie Gilman sich mit dem Alltag der Großstadt, den Randgebieten, mit der Arbeiterklasse zu befassen. All dies muss Bowie nicht vergessen haben, ein Junge kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Brixton geboren, als der Großteil des Londoner Wohnungsbestands noch so existierte, wie in der ersten Hälfte des Jahrhunderts – große georgische Häuser unterteilt in Wohnungen und möblierten Zimmern, ausgestattet mit hohen dünnen Schiebefenstern, Linoleumböden und einem Wärme spendenden Kaminofen. 

Frank Auerbach - Head of Gerda Boehm, 1965 Öl auf Karton, 350.000 - 580.000 Euro

 

„My God, yeah! I want to sound like that looks” – David Bowie über das Werk Frank Auerbachs, zitiert in der New York Times, 1998. Bowie liebte die starke skulpturale Wirkung in den Gemälden Auerbachs (“I find his kind of bas-relief way of painting extraordinary. Sometimes I’m not really sure if I’m dealing with sculpture or painting”), und empfand eine tiefe Verbundenheit mit dem Künstler, dessen Werk eine Vielfalt von deutlich spürbaren Reaktionen in ihm auslösen konnte: “It will give spiritual weight to my angst. Some mornings I’ll look at it and go, “Oh, God, yeah! I know!’’ But that same painting, on a different day, can produce in me an incredible feeling of the triumph of trying to express myself as an artist.” [Ibid] Head of Gerda Boehm, ein Porträt des Cousins des Künstlers, welches zuletzt im Jahre 2001 als Leihgabe in der Retrospektive der Royal Academy zu sehen war.