Selbst ist die Frau ... auch bei der Vorsorge

Die Lebenserwartung neugeborener Jungen beträgt aktuell im Schnitt 77 Jahre und die neugeborener Mädchen sogar 82 Jahre. Und sie steigt weiter. Nach Prognosen des Statistischen Bundesamtes wird im Jahr 2060 rund jeder siebte deutsche Einwohner 80 Jahre oder älter sein. Das bedeutet für die Sicherung des Lebensstandards im Alter eine große Herausforderung, denn die gesetzlichen Renten werden in den kommenden Jahren im Durchschnitt nur noch geringfügig steigen. Deshalb ist private Vorsorge erforderlich - insbesondere für Frauen. Denn diese beziehen in der Regel deutlich geringere Renten als Männer, weil sie meist weniger in die Rentenversicherung einzahlen. Das hat mehrere Gründe: Zum einen betragen ihre Löhne oft nur rund 80 Prozent der Männerlöhne. Zum anderen sind Frauen - zugunsten der Familienarbeit - häufig nur in Teilzeit oder geringfügig beschäftigt. Außerdem haben Frauen wegen Kindererziehung und Pflegezeiten Versicherungslücken und weniger Berufsjahre. Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen dies: 90 Prozent der Frauen erhalten eine Rente von weniger als 1.000 Euro monatlich, 42 Prozent sogar von weniger als 500 Euro im Monat. Darüber hinaus sind Frauen häufiger als Männer von Pflegebedürftigkeit betroffen: Nach der aktuellen Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes sind 65 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland Frauen. Auch das ist für sehr viele Frauen mit einem großen finanziellen Problem verbunden, denn das Geld aus der gesetzlichen Pflegeversicherung reicht für eine Pflege im Heim oder zu Hause oftmals nicht aus. Stark unterschätzt wird auch das Risiko, durch Krankheit oder Unfall erwerbsunfähig zu werden. Etwa jeder Fünfte, der in Rente geht, scheidet wegen einer Erwerbsminderung aus dem Arbeitsleben aus. Das sind jedes Jahr rund 180.000 Menschen - darunter auch viele Frauen. Im Falle einer Erwerbsminderung ist der soziale Abstieg in der Regel vorprogrammiert, da die gesetzliche Erwerbsminderungsrente für die meisten Menschen nicht zum Leben reicht - sie liegt bei durchschnittlich 699 Euro. Obwohl diese Zahlen für die Notwendigkeit privater Vorsorge sprechen, beschäftigen sich viele Frauen zu wenig mit dieser Thematik. Umfragen bestätigen regelmäßig, dass Frauen nicht ausreichend für das Alter vorgesorgt haben und zugleich meinen, sich mit dem Thema Altersvorsorge nicht gut genug auszukennen. Es ist daher dringend erforderlich, dass Frauen mehr Eigeninitiative für ihre eigene Vorsorge entwickeln und sich rechtzeitig selbst um eine eigenständige Absicherung kümmern. Da es eine Vielzahl verschiedener Lebenssituationen gibt - wie zum Beispiel ledig, verheiratet, geschieden, alleinerziehend oder verwitwet, Mutter oder kinderlos, voll, in Teilzeit, geringfügig oder gar nicht berufstätig - ist auch der Vorsorgebedarf sehr unterschiedlich. Zahlreiche Produkte zur Altersvorsorge - wie etwa Riester-Rente, Basis-Rente und Private Rente - sowie zur Absicherung des Berufsunfähigkeits- und des Pflegefallrisikos stehen zur Verfügung. Welche Angebote zu welcher individuellen Situation am besten passen, sollte im Gespräch mit erfahrenen Vorsorge-Fachleuten ausführlich besprochen werden. Zu einem solchen Gespräch sollte die aktuelle persönliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung mitgebracht werden, da damit in etwa eingeschätzt werden kann, welche Versorgungslücke im Alter und im Fall einer Erwerbsminderung besteht.
(Württembergische Versicherung AG)