...wenn die Elbe doch so nah

Natürlich laden die blühenden Elbwiesen zum Verweilen ein, aber das wahre Abenteuer findet man nur auf dem Fluss. Disy zeigt, wie man die Elbe hautnah endeckt…

Der zweitlängste Fluss Deutschlands ist sie und viele sagen, hier zwischen Bad Schandau und Meißen zeige die Elbe ihr schönstes Gesicht. Schon immer war es für die Dresdner und ihre Gäste ein besonders Vergnügen, auf den Dampfschiffen der „Weißen Flotte“ in Richtung Sächsische Schweiz zu fahren oder die Weingüter in Richtung Meißen vom Fluss aus zu besichtigen. Heute gibt es allerdings viel mehr Möglichkeiten, den Fluss zu entdecken.

Für Genießer: eine Floßpartie
Mit dem Floß durchs Elbtal, diesen Traum kann man sich bei Roman Kreisel erfüllen. Bis zu 16 Passagiere fi nden auf seinem Katamaran-Floß „Druschba“, was aus dem Russischen übersetzt Freundschaft bedeutet, einen Sitzplatz. Das Floß besteht aus einer Plattform, die auf zwei langen mit Luft gefüllten Schläuchen montiert ist. Ein Motor ermöglicht auch eine Fahrt gegen den Strom, ein Dach schützt vor Sonne und Regen. Die regelmäßig stattfindenden Rundfahrten mit den schönen Namen „Brückengeflüster“ oder „Biergarten-Shuttle“ bieten den Gästen die Möglichkeit, Dresdens Glanz und Gastfreundschaft entlang des Ufers zu genießen. Daneben ist vor allem das Chartern des Floßes sehr beliebt. Familien, Vereine und Firmen können dann gemeinsam auf einer selbst gewählten Route das schöne Elbtal genießen und werden vom Kapitän auch noch mit Leckereien aus der „Kombüse“ verwöhnt.
Ein ganz besonderes Programm bieten die dreitägigen „Abenteuer-Touren“ von Melnik (CZ) bis Wittenberge, bei denen neben Erholung vor allem der Spaß, im Team zu arbeiten, im Vordergrund steht. 

Für Verwöhnte: Yachtcharter
Einmal sein eigener Kapitän sein und mit einer Yacht durchs Elbtal schippern. Mit einem entsprechenden Bootsführerschein muss dass kein Traum bleiben. Die Yachtschule Dresden bietet die Gelegenheit, sich den sechs Meter langen finnischen „Schärenkreuzer“ auszuleihen.
Mit 90 PS und einem Viertakt-Suzuki-Motor ist man sicherlich schnell an den schönsten Orten entlang der Elbe. Das Boot bietet Schlafraum für bis zu vier Personen und mit einem Kühlschrank die Möglichkeit, auch länger auf „See“ zu bleiben. Das Verdeck kann je nach Wetterlage geöffnet oder geschlossen werden. Eine solche Yacht hat allerdings ihren Preis, 200 Euro sind für den ersten Tag fällig, jeder weitere kostet 150 Euro.

Für Kapitäne: Bootsführerscheine
Immer mit dem Auto fahren, ist auf Dauer langweilig, mit einem Bootsführerschein kann man auch die zahlreichen deutschen Wasserstraßen nutzen. Der Yachtschule Dresden, eine Ausbildungsstätte des deutschen Motoryachtverbands e.V., bietet die Möglichkeit, diverse amtliche Sportbootführerscheine zu erwerben. Ob Segel- oder Motorboot, ein solcher Führerschein macht sich sicher im nächsten Urlaub bezahlt, denn allein auf See darf nur, wer einen solchen Führerschein besitzt. Doch auch um die größeren Bootsklassen auf Binnengewässern fahren zu dürfen, lohnt sich ein solcher Bootsführschein. Die Theorie ist in einem zwei- bis dreitägigen Wochenendkurs oder in knapp einer Woche Abendkurs zu absolvieren, dazu kommen praktische Fahrten mit Segel- oder Motorboot. Um die Prüfung zu bestehen, muss man neben den erlernten Fähigkeiten einen bestandenen Hör- und Sehtest vorweisen.

Für Rennfahrer: Speedboot
Wer es eher mit den hohen Geschwindigkeiten hält, ist bei den „ElbeTaxi“- Speedbooten genau richtig. Mit 115 PS und über 80 km/h fegen die fünf Meter langen Boote über die Elbe. Bis zu sieben Personen können an Bord gehen und neben rasanten Fahrten auch den einen oder anderen idyllischen Rastplatz ansteuern. Die Tour „ Altstadt ahoi“ ist mit zwanzig Minuten Fahrzeit schon ab sieben Euro pro Person buchbar. Die meistgebuchte Rundfahrt mit dem Namen „Natur, Schönheit und Kultur“ führt entlang der Altstadt, vorbei an den Dresdner Schlössern in die Sächsische Schweiz. Dazu wird Sekt gereicht und anschließend unterhalb der Bastei zum Grillen verweilt. Das Gesamtpaket ist schon ab 75 Euro p.P. buchbar.

Für Sportliche: Paddeltouren
Hier steht die aktive Erholung im Vordergrund. Mit dem Zweier-Kajaks oder Dreier-Kanadiern, wie man die kleinen Boote in der Fachsprache nennt, geht es für Anfänger zu einer kleinen Übungsfahrt durch die Altstadt. Für längere Ausfl üge werden Passagier und Boot mit dem Shuttle-Bus fl ussaufwärts gebracht. Von Pillnitz, Pirna oder Königsstein geht es dann flussabwärts in Richtung Dresden.

Robert Peche