Herbst 2006

Da ist wirklich Potenzial drin, in diesem Dresden. Noch vor ein paar Jahren hatte ich die Stadt innerlich abgehakt. Ich war nach längerem Aufenthalt aus LA wieder zurückgekommen und habe Dresden zwar liebevoll, aber trotzdem belächelt. Mich selbst übrigens auch, die ich hier wieder leben wollte.

Nun bin ich wieder stolz auf unsere Stadt. Egal, wo auf der Welt ich mich vorstelle und meine Herkunft nenne, ich muss die Augen nicht mehr niederschlagen und zum nächsten Thema übergehen. Auch bedarf es keiner langen, territorialen Erklärungen mehr, à la im Südosten vom Osten, in der Nähe von Tschechien und Polen. „Ah, a very beautiful city“, kommt die Antwort. Und wenn sie auch auf ihrer Europa-Tour bisher nur in Köln, München oder Berlin waren, gehört haben sie schon von Elb-Florenz. Was war es? Kunst? Computer? Kongresse? Diese neue Kirche da?

Das Image von Dresden wird langsam. Wir, die wir hier leben, profitieren davon. Schließlich sind wir die Leute, die Geschmack bewiesen haben, sich hier niederzulassen, und die Firmen, die Geschäftsfreunden und Mitarbeitern so ein schönes Umfeld bieten können. Dresden bekommt endlich einen gewissen „Drive“.

Eine neue Generation setzt sich durch, vermischt sich mit internationalem Publikum, Touristen, aber auch Zugezogenen aus der ganzen Welt. Die neue Generation ist dynamisch und mobil. Heute muss keiner mehr in Dresden leben. Man kann hier bleiben und wer Glück hat, bekommt gerade noch so eine schöne Wohnung in Striesen oder Loschwitz. Aber nur, wenn man seinen Immobilienmakler gut kennt. Wie sich die Zeiten doch geändert haben. Schön.

Am Wochenende war ich in Paris. Auch nicht schlecht. Das ist so die Richtung, wo es hingehen könnte mit Dresden, dachte ich,  als ich durch Saint German schlenderte, im Straßencafé frühstückte und diese besonderen Menschen beobachtete mit ihrem gelassenen Stolz. „Da müssen nur die richtigen Leute ans Ruder kommen“, meinte TTT-Chef Stephan Roedel: „Pfiffige, dynamische Menschen, die was bewegen wollen.“ Die neue Generation eben.

Die Zeitschrift Super-Illu hat mich vor zwei Monaten zum Thema Dresden interviewt. Disy als Beispiel für das neue Dresdner Lebensgefühl, als Trendsetter und Motivator. Genau das ist unser  Part, den wir als Magazin für die Stadt übernehmen wollen. Dresden voranbringen. Schwung geben, die positiven Seiten betonen, ein Lebensgefühl vermitteln, Erfolg und Genuss verbinden.

Und was ist Ihr Part für Dresden? Weiter so. Ich bin auch stolz auf Sie!

Herzlichst Ihre

Anja K. Fließbach