Das läuft wie geschmiert

Die Kräne im Hafen von Korea, die Bahn zum Tafelberg in Kapstadt, die berühmte Mandalay Bay Bahn in Las Vegas – alle laufen reibungslos dank einer Dresdner Firma: Elaskon. Der Begriff „Erfolgsgeschichte“ wird häufig verwendet, doch hier bei diesem Unternehmen, das von der Lohrmannstraße aus in 43 Länder exportiert, ist der Begriff angebracht. Mit einem Nischenprodukt, Spezialschmierstoffen für Drahtseile, eroberte das Unternehmen den Weltmarkt.

 „Wir sind Weltmarktführer“, erklärt Karl Schwald nicht ohne Stolz. Das Dresdner Unternehmen liefert Seilschmierstoffe an Seilereien in 43 Länder der Welt. Die Seile werden im Bergbau oder Brückenbau, für Bahnen oder Kräne, zur Halterung von riesigen Ölplattformen oder Maschinen verwendet. „Junge Dresdner, die in meinem Unternehmen als Lehrlinge angefangen haben, jetten heute für Elaskon durch die Welt. Einen Tag Shanghai, einen L. A, den nächsten in Australien.“ Der Exportanteil beträgt heute 50 Prozent (2003 noch 44 Prozent).

„Richtig erfolgreich sein kann man heute im Mineralöl-Mittelstand nur mit Nischenprodukten. Die Konkurrenz ist in diesem Bereich überschaubar, die Käufer bleiben uns erhalten, wenn sie mit unserer Leistung zufrieden sind“, verrät Schwald. Insgesamt konnte Elaskon im letzten Jahr einen Umsatz von 5,8 Millionen Euro aus dem Verkauf von ca. 5250 Tonnen verbuchen.

Als das mittelständische Unternehmen im Juli 1993 ELASKON kaufte, übernahm der Allgäuer Kaufmann Karl Schwald die Geschäftsleitung des Betriebs. Sehr bald konnte er feststellen, dass die hohe Qualität der in Dresden hergestellten Spezialschmierstoffe große Chancen im internationalen Markt mit sich bringt. Der Vertriebs- und Verkaufsbereich wurde forciert, Absatzsteigerungen im In- und Ausland waren die Folge und bestätigten schon bald die eingeschlagene Richtung.

Ein großes Problem war das Thema Produktionssicherheit. Die technischen Anlagen waren alt, die Sondergenehmigungen zum Betrieb dieser Anlagen liefen aus. „Wir verkauften ein Markenprodukt im Ausland. Aber wenn die internationalen Geschäftsleute zur Besichtigung der Produktionsanlagen herkommen wollten, haben wir Kopfschmerzen bekommen“, erinnert sich Schwald lachend. Das Grundstück war Eigentum der Deutschen Bahn AG, ein großes Altlastenrisiko war vorhanden.  Im November 1999 wurde Karl Schwald die Möglichkeit geboten, sich mit 25% an ELASKON zu beteiligen. Eineinhalb Jahre später konnte er die restlichen 75% kaufen, so dass er seit dieser Zeit alleiniger Inhaber von ELASKON ist.

Nachdem das Firmengrundstück von der Deutschen Bahn AG gekauft wurde, konnte mit dem Regierungspräsidium Sachsen eine Altlastenfreistellungsvereinbarung erzielt werden. Danach wurden 90% der Sanierungskosten vom Freistaat getragen, 10% wurden von ELASKON übernommen. Parallel dazu wurde die neue Produktionsanlage geplant. Auf einer Gesamtfläche von 12.000 m² wurde in einer Bauzeit von 15 Monaten eine neue Fertigungsanlage für Spezialschmierstoffe errichtet. Vorher musste die Altanlage abgerissen und das gesamte Grundstück saniert werden. 3,5 Millionen Euro wurden in flüssigkeitsdichte Betonauffangwannen, unterirdische Abscheideanlagen, ein Rohstoff- und Fertigprodukttanklager mit 55 oberirdischen Lagertanks, eine Pumpen- und Mischstation mit 4 Rührwerken und moderne Abfüllanlagen investiert. Die Anlage ist isoliert und beheizbar und sehr flexibel einsetzbar.

Heute arbeiten 26 Mitarbeiter bei ELASKON. „Wir sehen sehr positiv in die Zukunft“, so Schwald. Deshalb liegt einer seiner Schwerpunkte in der Forschung und Entwicklung. Im eigenen Labor werden Produkte nach den besonderen Anforderungen des Marktes entwickelt. „Wir arbeiten viel mit der TU Dresden zusammen“, so der Geschäftsführer. Hochwertige, bewährte Rezepturen werden gepflegt und weiterentwickelt. „Eine Bergbahn in Österreich hatte das Problem, dass die damals eingesetzten Schmierstoffe eines anderen Lieferanten bei viel Sonne auf die weißen Jacken der Skifahrer tropften und schwarze Flecken hinterließen. Eine Forschungsgruppe unter Leitung von Elaskon entwickelte daraufhin einen transparenten Schmierstoff, der bedeutend hitzeresistenter war und daher nicht mehr abtropfte.“

Das macht Schwalds Erfolg aus: alte Traditionen (ca. 50 geschütze Rezepturen liegen im Safe) mit Flexibilität verbinden, junge Dresdner ausbilden und zu internationalen Topmanagern machen, Bodenhaftigkeit bewahren und den Blick in die Zukunft richten. Dresden lieben, in der Stadt produzieren und von hier aus die Welt erobern.   

Elaskon in Zahlen:

Das Dresdner Unternehmen liefert Seilschmierstoffe an Seilereien in 43 Länder der Welt.

  • Der Exportanteil beträgt heute 50 Prozent (2003 noch 44 Prozent).
  • Insgesamt konnte Elaskon im letzten Jahr einen Umsatz von 5,8 Millionen Euro aus dem Verkauf von ca. 5250 Tonnen verbuchen.
  • Auf einer Gesamtfläche von 12.000 m² wurde 2002/2003 in einer Bauzeit von 15 Monaten eine neue Fertigungsanlage für Spezialschmierstoffe errichtet.
  • 3,5 Millionen Euro wurden in flüssigkeitsdichte Betonauffangwannen, unterirdische Abscheideanlagen, ein Rohstoff- und Fertigprodukttanklager mit 55 oberirdischen Lagertanks, eine Pumpen- und Mischstation mit 4 Rührwerken und moderne Abfüllanlagen investiert.
  • Heute arbeiten 26 Mitarbeiter bei ELASKON und zahlreiche Handelsvertreter auf der ganzen Welt.

 (Anja K. Fließbach; Disy Men Herbst 2005)