• Dezember 08, 2021
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Görlitz

Altstadtflair, Kulturgenuss und See

Wer zum ersten Mal in das sächsische Görlitz kommt, wird vor allem von der architektonischen Vielfalt überwältigt sein. Auf wenigen Hundert Metern lassen sich hier Schätze aus mehr als einem halben Jahrtausend europäischer Architekturgeschichte entdecken. Mit Bauwerken der Spätgotik, der Renaissance, des Barocks und des Jugendstils gilt Görlitz heute als städtebauliches Gesamtkunstwerk - das begeistert nicht nur Besucher, sondern regelmäßig auch nationale und internationale Filmproduzenten. Dabei kommt der Stadt zugute, dass sie im Zweiten Weltkrieg komplett erhalten blieb. Insbesondere die Häuser in der Altstadt faszinieren heute mit ihren reich verzierten Fassaden, kunstvollen Gewölben und bemalten Decken aus den verschiedenen Epochen.

Wem die Stadt ihre Pracht zu verdanken hat und welche Geschichten hinter den Häusern stecken, erfährt man bei einem der vielen thematischen Rundgänge durch die Stadt. Das Schlesische Museum, das Kulturhistorische Museum oder das Heilige Grab geben zudem anschauliche Einblicke in die Historie von Stadt und Region.

Das unsanierte Hallenhaus in der Brüderstraße 9 lässt Besucher nachspüren, wie im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit das Leben von Kaufleuten aussah, die u.a. mit feinem Tuch handelten. Mit seiner Handelsgeschichte und den prachtvollen architektonischen Zeugnissen plant die Stadt Görlitz die Bewerbung ums Weltkulturerbe.

Wer es gemütlich mag, der genießt die Görlitzer Gastlichkeit in einem der zahlreichen Freisitze der Neißestadt. Die Restaurants und Cafés, die oftmals auch über idyllisch angelegte Innenhöfe verfügen, halten eine Fülle schmackhafter Verlockungen bereit. Kulinarisch verwöhnen lässt man sich hier u.a. mit saisonalen und regionalen Spezialitäten wie vom Schlesischen Himmelreich, vom Landskron-Bier oder von Schlesischen Mohnklößen, frisch mit Zucker und Zimt bestreut.

Die natürliche Seite von Görlitz erkunden Besucher am besten auf den Stadtplätzen samt ihrer Sommerblütenpracht, in den Parkanlagen und am grünen Neißeufer. Auf dem beliebten Oder-Neiße-Radweg erkunden Fahrradfans die malerische Landschaft. Und direkt vor den Stadttoren lockt gleich ein ganz erfrischendes Sommererlebnis: Der Berzdorfer See mit seinem glasklarem Wasser lädt große und kleine Besucher zum Baden ein. Mit fast 1000 Hektar Wasserfläche, Sandstränden und Blick auf das nahe Riesengebirge in Tschechien und Polen, eröffnet sich hier ein wahres Naturparadies. Vom einstigen Tagebau, dem der heutige See seine Entstehung zu verdanken hat, zeugt heute nur noch der große Schaufelradbagger.

Wer gerne selbst auf dem Wasser aktiv werden möchte, leiht ein Stand-up-Paddle aus, fährt mit dem Tretboot oder bringt am besten gleich seine Windsurf-Ausrüstung mit. Bei Ausflüglern beliebt ist zudem eine entspannte Radtour um den See, bei der man unterwegs bei zahlreichen Einkehrmöglichkeiten Rast halten und Seglern, Sonnenhungrigen und Wasserratten zuschauen kann.

Weitere Entdeckungen bietet das nahe Umland mit dem Dreiländereck von Oberlausitz, Böhmen und Schlesien. Ob das Unesco-Weltkulturerbe Fürst-Pückler-Park oder der Naturpark Zittauer Gebirge, Wallensteins Burg Frydlant oder die Odermetropole Breslau - alle sind von Görlitz nur einen erlebnisreichen Tagesausflug entfernt.