• Dezember 10, 2021
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Regisseur auf Reisen

Gerrit Mannes aus Ostfriesland hat in Köln Theater und TV studiert, lebt in München und ist unter anderem für die ARD-Serie „Verrückt nach Meer“ mehr auf See als an Land unterwegs. Was er auf seinen Reisen erlebt und was besonders ist an TV-Produktionen in fernen Ländern, lesen Sie in diesem Interview!

Ist es ein Traumberuf, für das Fernsehen zu arbeiten?

Mannes: Ich wollte schon immer für Medien arbeiten und habe Richtung Internet-Fernsehen begonnen. Mein erstes Projekt war Big Brother. Ich habe damals die erste Staffel begleitet. Das waren noch verrückte Zeiten. Eines meiner anderen Projekte war TV Total. Ich bin eine Weile zwischen Internet und Fernsehen gependelt, dann aber beim Fernsehen hängen geblieben. Ich wusste ziemlich bald: Genau das will ich machen. 

Hast Du gleich als Regisseur begonnen?

Mannes: Zuerst habe ich als Redakteur gearbeitet, also Sendungen vorbereitet, Live-Formate begleitet und dann habe ich mit Regiearbeiten begonnen. Ich fand es von Anfang an spannend, bei den verschiedensten Formaten Regie zu führen. 2006, habe ich mich selbstständig gemacht und bin es bis heute. 

Was ist so schön am Fernsehen im Gegensatz zu anderen Medien?

Mannes: Ich mag das bewegte Bild. Fernsehen war besonders früher etwas Außergewöhnliches. Für das Fernsehen zu arbeiten, war für mich als Junge vom Dorf einfach faszinierend. Mein Vater war begeisterter Hobbyfilmer. Er hat immer viel fotografiert und auch mit den ersten Videokameras gearbeitet. So ist der Funke früh übergesprungen. 

Kann man beim Fernsehen viel kreieren oder muss man das nehmen, was vor der Kamera auftaucht?

Mannes: Es ist Beides möglich. Das kommt immer auf das Format an. Es gibt 1000 verschiedene Möglichkeiten. Wir filmen dokumentarisch, beobachtend. Aber natürlich versucht man beim Filmen ein bisschen Einfluss zu nehmen auf das, was vor der Kamera passiert. Die kreative Arbeit findet vor allem im Schnitt statt. Ich bin nach meinen vielen Arbeitsjahren immer noch fasziniert, was man für Möglichkeiten im Schnitt hat. 

Du meinst, man kann das gleiche Filmmaterial komplett unterschiedlich wirken lassen?

Mannes: Na schon allein, was Musik auslösen kann, ist verblüffend. Wenn man ein paar Bilder hat und dann die passende Musik dazu findet: das ist höchste Kreativität. Da schafft man es, im Menschen verschiedene Emotionen auszulösen. Bild, Musik, Stimme, Mensch... Jeder kennt doch, wenn einem im Kino plötzlich die Tränen in die Augen schießen. TV und Film sind emotionale Medien.

Ist es Dein Antrieb, diese Emotionen zu wecken?

Mannes: Ja, auf jeden Fall. Fernsehen lebt von Emotionen. Auch „Verrückt nach Meer“ lebt davon: Sehnsucht, Freude, Schmerz, Traurigkeit – es gehört alles dazu, alles ist möglich.. „Verrückt nach Meer“ war für mich ein Wendepunkt im Leben.

Das klingt groß. Inwieweit war das ein Wendepunkt?

Mannes: Als ich 2013 das erste Mal für „Verrückt nach Meer“ gebucht wurde, war das für mich schon etwas Besonderes. Es ist ein Traum, reisen zu können, viel zu sehen und das dann fürs Fernsehen noch festzuhalten.

 

Wie kam es dazu? 

Mannes: Wie das im freien Business so läuft. Man kriegt einen Kontakt, man lernt sich kennen, man stellt sich vor. Irgendwann heißt es dann: Okay, das passt.

Warst Du vor Deiner Arbeit für „Verrückt nach Meer“ schon mal auf einem Schiff gewesen?

Mannes: Noch nie. Höchstens mal auf einer Fähre. Ich liebe es, am Meer zu sein. Meine Großeltern kommen von der Insel Borkum. Da sind wir als Kinder immer gewesen. Wir sind mindestens drei Mal im Jahr hingefahren und haben die Oma besucht. Es war immer schön, auf der Fähre zu sein. Das gehörte zum Alltag. Aber ich wäre nie im Leben auf die Idee gekommen, eine Kreuzfahrt zu machen. Das war ganz weit weg von meiner Lebenswelt. 

 

Und dann wurdest Du gebucht und standest plötzlich auf der Grand Lady...

Mannes: Genau. Ich stand auf dem Schiff und war erst Mal völlig irritiert, wie das da aussah. Ich sage ganz ehrlich, diese Teppiche, die da lagen, waren nicht so modern. Dann gab es ganz viel Input. Ich durfte mich gleich überall bewegen und habe das ganze Schiff kennengelernt. Das hat mich wahnsinnig geflasht. Das war der Hammer!

Was genau hat Dich so begeistert?

Mannes: Über dieses Schiffleben hatte ich mir vorher nie Gedanken gemacht. Und das dann über die Jahre so kennenzulernen, mit all seinen Facetten, das hat mich beeindruckt. Wir haben wirklich versucht, das komplette Schiff zu zeigen. Ich glaube, ich war im Laufe der Jahre in fast jeder noch so kleinen Ecke, die es auf dem Schiff gibt: vom Maschinenraum bis zum Mast. Wir waren mit der Kamera überall und haben die Crew bei allem gefilmt. Vom Treibstofftank reinigen, über das Ultraschall beim Arzt bis zum Hummer zerlegen in der Küche. Wir suchen immer nach bisher ungezeigten Arbeiten oder Geschichten.

Hast Du am Anfang Vorgaben bekommen z.B. einen Sendeplan? Oder bist Du ganz frei an Bord gekommen?

Mannes: Das Format gab es schon seit 2009. Ich bin nicht von Anfang an dabei. Von daher war schon klar, was da produziert wird. Wir haben einen groben Drehplan, müssen Ausflüge vorher recherchieren, Drehgenehmigungen beantragen etc. Was dann aber vor Ort passiert, ist dokumentarisch, da gibt es kein Skript. Die Kombination ist ungewöhnlich: Einmal dieser Schiffskosmos, den wir beleuchten dürfen und dann das Reisen in fremde Länder. Wir sind bei meiner ersten Reise gleich mit Morten Arne Hansen ins Schwarze Meer gefahren. Das war für mich völlig neu damals– Rumänien, Russland, die Krim. Wir waren damals mit Kapitän Hansen und seiner Frau in Stalins Datscha in Sotchi – da wäre ich wohl ohne „Verrückt nach Meer“ nicht hingekommen.

So schnell taucht man in das Schiffsleben nicht ein. Es gibt nirgendwo sonst so einen Mikrokosmos…

Mannes: Genau. Das ist vollkommen einzigartig. 

Was hast Du in den Jahren festgestellt, was die Seeleute so besonders macht?

Mannes: Ich habe immer gern mit der Crew gearbeitet und mich auch von Anfang an mit der Crew verbunden gefühlt. Wir sind mit einer großen Herzlichkeit aufgenommen worden. Jeder hat uns geholfen, wenn wir was gebraucht haben. Und als Filmteam braucht man immer irgendetwas – vor allem Geschichten. Es ist ein besonderer Schlag Mensch an Bord, auch mit einem besonderen Humor. Aber es ist auch ein zweischneidiges Schwert. Man ist nicht mehr mit der normalen Welt verbunden. Sie haben hier ihre eigene Welt. Es bildet sich eine Schiffsfamilie. wo alles das auftritt, was auch an Land passiert: Dramen, kleine Freuden, große Freuden. Manche stresst die Arbeit, andere nehmen es locker...

Man sagt immer, das Schiff ist wie ein Spiegel der Welt da draußen.

Mannes: Absolut! Es ist ein Abbild der realen Welt, nur in ganz klein. Aber es ist viel intensiver und kompakter und es gibt starke hierarchischen Strukturen. Es ist sehr aufgeteilt: Passagierleben hier und Crewleben da. Das fand ich immer spannend. Auch durch den Vorhang zu gehen und in der anderen Welt zu sein. 

Ein großes Privileg…

Mannes: Das stimmt. Das ist das, was ich am spannendsten finde, dass ich mich hier auf beiden Seiten bewegen darf. Ich habe mittlerweile schon über ein Jahr meines Lebens auf diesen Schiffen verbracht. Zwar nur maximal zwei Monate am Stück, aber auch das belastet die Beziehung zu Hause. Also Anflüge von Seemannsproblemen kenne ich auch. 

Bist Du froh, kein echter Seemann zu sein?

Mannes: Ich möchte nicht sechs Monate im Jahr woanders sein. Der Meeresliebhaber in mir schon, aber ich hätte Angst, dass ich zuhause den Boden unter den Füßen verlieren würde. Ganz ehrlich: Es ist für viele, die zu lange auf dem Schiff sind, schwierig, wieder in`s normale Leben zurückzufinden. Man ist nach dem Schiff nicht mehr der gleiche Mensch. 

Wie viele Länder hast Du inzwischen schon bereist?

Mannes: Ich glaube, es sind fast 80. Ich habe wirklich Glück gehabt mit dem Job. Wir hatten spannende Dreharbeiten mit Menschen aus aller Welt, die ich kennenlernen durfte. 

Was war besonders schön?

Mannes: Fidschi fand ich wahnsinnig spannend. Da haben wir auf einer kleinen Insel eine Kava - Zeremonie gedreht, eine regionale Tradition. Das war alles wie vor 100 Jahren. Man hat sich gefühlt wie Magellan, wie die ersten Entdecker. Einer der Einheimischen konnte Englisch, der Rest ging nur mit Blickkontakt. Trotzdem hatten wir eine Verbindung. Da gab es ganz magische Momente.

Was noch?

Mannes: Die ganze Südsee war natürlich ein Traum. Da durfte ich zwei Mal durchfahren. Jede Insel für sich war einfach wunderschön.  Du feierst da jedes Bild. Bora Bora, Rangiroa – das leuchtet alles. Da geht Dir das Herz auf. 

Und das versuchst Du, den Zuschauern zu zeigen?

Mannes: Wir versuchen immer, in das Land einzutauchen und nicht nur die Oberfläche zu zeigen. Das ist uns bisher gut gelungen. Da wenig Zeit ist, ist man als Regisseur sehr gefordert. Es gibt Momente, da stehst Du auf der Pier, hast auf der anderen Seite der Insel einen Termin und nichts fährt hin. Wir haben auf Sri Lanka mal einen Schulbus angehalten, in dem haben dann alle gesungen und wir waren mittendrin. Das war ein Gänsehautmoment Solche Sachen vergisst man nicht. Und davon gibt es viele. 

Um solche Momente zu schätzen, muss man ein leidenschaftlicher Mensch sein.

Mannes: Diese Sendung ist schon mein Baby geworden in den letzten Jahren. Ich glaube, das geht jedem in unserem Team so, die mit großem Herzen dabei sind. Das kann man nicht mit halbem Herzen machen. Der Zuschauer schätzt auch, dass wir nicht nur die glattgebügelte Welt zeigen. 

Ihr seid ehrlich und damit glaubwürdig.

Mannes: Wir zeigen die Menschen, wie sie halt sind. 

Wenn Du die Menschen hier an Bord scannst – wonach gehst Du?

Mannes: Man entwickelt eine gewisse Spürnase, wo eine Geschichte sein könnte. Manchmal bekommt man auch eine Abfuhr, manchmal funktioniert etwas nicht, aber oft wird es gut.

Reagieren die Passagiere genervt, wenn Ihr sie ansprecht?

Mannes: Eher selten. Das hatten wir früher mehr. Jetzt sind viele Gäste gerade wegen unserer Sendung an Bord. Ich finde das super. Viele freuen sich, wenn sie gefilmt werden. Die meisten lassen uns einfach in Ruhe. 

Was haben die Reisen mit Dir gemacht? Hat sich Deine Sicht  auf die Welt verändert?

Mannes: Man lernt viel über sich. Wie kommuniziert man mit Menschen, mit denen man eigentlich gar nicht kommunizieren kann. Wenn man auf einem Schlepper in Taiwan steht und zwei Leute auf dem Boot hat, die kein einziges Wort Englisch sprechen, man ihnen aber erklären muss, wie sie das Boot drehen sollen, damit wir das große Schiff beim Auslaufen filmen können, ist das herausfordernd. 

 

Was hast Du über die Menschen gelernt?

Mannes: Ich habe gelernt, dass man überall auf der Welt die Möglichkeit hat, mit Menschen in Kontakt zu treten, sich nahe zu kommen. Das man überall Leute trifft, mit denen man einen Draht hat und andere, wo der Funke nicht überspringt. Es gibt überall coole Leute, aber auch Idioten. 

Welche hast Du getroffen?

Mannes: Meistens die coolen Leute. Man muss selbst offen sein, irgendwann an seiner eigenen Art und Weise arbeiten und sich selber reflektieren. Es funktioniert, wenn man die Leute anspricht und ganz offen und frei redet. Denn wenn du offen bist, dann kommt auch Offenheit zurück, dann machen die Leute auf und das dann auch vor der Kamera. Es ist ja letztendlich für meinen Job entscheidend, dass die Leute vor der Kamera entspannt werden.

Was hast Du vom Leben gelernt?

Mannes: Man will ja immer raus aus Deutschland. Man will reisen und schimpft, wie trist bei uns das Wetter ist. Alles sei langweilig. Irgendwann merkt man aber, wie schön das eigene Land ist. Wie schön es ist, in Sicherheit zu leben und wie reich alle Leute bei uns sind. Wir haben so viel Elend gesehen auf den Philippinen, in Indonesien, auf Sri Lanka, in Südamerika, in Peru – wenn man sieht, wie die Leute zurechtkommen auf der Welt, da lernt man unser Land zu schätzen.

Also haben sich Deine Werte geändert?

Mannes: Man wird demütig. Welcher Zufall hat mich in Deutschland auf die Welt kommen lassen? Das ist nur Glück. Wir haben nur Glück gehabt, wir alle. Auch, wenn wir kleine Laster haben oder einiges schief läuft - der eine geht pleite, der andere wird krank - aber im Großen und Ganzen haben wir so viel Glück im Verhältnis zu so vielen anderen Menschen – Millionen, Milliarden anderer Menschen. Wir sind auf der Gewinnerseite von Anfang bis Ende und zu 99 Prozent. Das habe ich auf jeden Fall gelernt. Das aber im Alltag umzusetzen,  ist total schwer. 

Diese Erkenntnis muss Dir doch eine gewisse Ruhe geben. Viele Leute denken oft, sie verpassen etwas. Das hast Du nicht mehr?

Mannes: Man ist auf jeden Fall stabiler. Aber es führt auch dazu, dass man so ein bisschen Machtlosigkeit spürt, dass nichts zu ändern ist, dass die Welt halt ungerecht ist.

Du bist beeindruckt...

Mannes: Wir haben mal in Myanmar in einem Altenheim gedreht. Das war natürlich Elend pur, denn die hatten gerade mal eine Decke auf dem Boden. Das war deren Lebensplatz. Wir kamen da rein, die Leute haben uns angestrahlt, sie haben uns die Essensschalen hingestellt, weil sie mit uns teilen wollten. Da kriege ich jetzt noch Gänsehaut. Ich habe gar nicht für möglich gehalten, dass der Mensch so sein kann. 

Bist Du auch ein bisschen so geworden?

Mannes: Ich versuche bei Alltagsstress zu sagen, hey, es ist nur ein Stau. Die Emotion geht vorbei, es ist nicht wichtig. 

Manche Menschen gehen wieder von dieser Welt und haben kaum etwas von dem Planeten gesehen, auf dem sie gelebt haben. 

Mannes: Naja, wenn 10 Milliarden Menschen alles sehen wollen, dann wird es schwierig, weil Reisen ja meistens mit Umweltbelastungen einher gehen. Manche sind zufrieden in ihrem Umfeld. Wenn mein Nachbar drei Tage am Gardasee war, dann hat er Heimweh. Er findet mein Leben verrückt und ist mit seinem zufrieden. Ich war jedenfalls schon immer neugierig auf die Welt da draußen und dank „Verrückt nach Meer“ durfte ich viel mehr davon sehen, als ich jemals für möglich gehalten hätte! Wie zitiert meine Mama immer: „Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.“

Du wirkst glücklich und zufrieden. Bist Du das oder gibt es auch andere Seiten?

Mannes: Im Großen und Ganzen bin ich extrem happy mit dem, was mir im Leben widerfahren ist. Aber klar: Jeder hat zwei Seiten. Ich kenne beide. Wenn ich an Bord unglücklich bin, dann meistens, weil ich kaum zur Ruhe komme. Ich wünschte mir einen besseren Schlaf – nach vier Stunden bin ich meistens wach. Deswegen würde ich auch nicht länger als drei oder vier Wochen am Stück fahren wollen,  denn ich merke dann, der Akku ist leer. Ich komme immer nach Hause und schlafe drei Tage durch. 

Was machst Du sonst so?

Mannes: Das Format beschäftigt mich seit acht Jahren zu 70 Prozent. Ich schneide die Folgen auch und gehe alles nochmal durch – mit vielen Kollegen. Wir sind insgesamt ca. 20 Festangestellte und über 20 freie Mitarbeiter. Das ist ein großes Projekt, wir haben schon 470 Folgen produziert – 30 Folgen stehen noch aus. 500 Folgen von einer Serie über ein Kreuzfahrtschiff – das hätte vor 10 Jahren niemand für möglich gehalten. Aber die Sendung hat eine riesige Fanbasis. Wir schneiden ungefähr zwei Wochen für eine 48 Minuten – Episode.

Hast Du trotzdem andere Projekte?

Mannes: Ja, für verschiedene Sender, für verschiedene Produktionen, Reportagen, Dokumentationen. In der Corona Pause musste ich mich etwas umorientieren. Aber es lief gut, ich war fast durchgehend beschäftigt. Anderen ging es schlechter. Die Schiffspause war auch mal nötig. Wir sind mit dem Drehen und Schneiden kaum noch hinterher gekommen. Es war wirklich großer Stress. Da tat die Pause gut. Jetzt können wir nochmal mit alter Frische die letzten 30 Episoden drehen.

Von Corona und Co einmal abgesehen: Wirst Du eigentlich seekrank?

Mannes: Ich hatte mir immer gewünscht, dass wir mal so richtig krassen Seegang haben. Ich mag es, wenn es schaukelt. Und dann sind wir 2019 im Mittelmeer in einen Sturm geraten. In Genua hatte der Hafen zugemacht und dann hat es so richtig geschaukelt. Eigentlich sollten wir nichts mehr drehen an dem Tag, aber dann sind hinten in der Phoenix-Bar die Flaschen aus der Bar geflogen und dann haben wir die Kamera wieder ausgepackt. Wir haben Klaus Gruschka gefilmt, der von der Brücke aus den Gala-Abend absagen musste, denn es hat so gekracht und geschaukelt. Ich glaube, es waren 10 Meter-Wellen. Es waren herrliche Aufnahmen. Der Kollege an der Kamera war nach 10 Minuten seekrank, da musste ein seefesterer Kollege weitermachen. 

Was machst Du bei Sturm und Wellen?

Mannes: Ich versuche, Spaß am Seegang zu haben, auch wenn der Magen Achterbahn fährt. Bei meinen Kollegen ist die Quote 50/50. Die Hälfte wird seekrank, die andere nicht. Da muss man sich halt beim Drehen abwechseln.