• November 30, 2023
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Senat, Bezirke und öffentliche Unternehmen setzen den Vertrag erfolgreich um

Der Senat hat heute den zweiten Bericht zum „Vertrag für Hamburgs Stadtgrün“ beschlossen und informiert die Bürgerschaft darin über die erfolgreiche Umsetzung der 2019 getroffenen Einigung mit der Volksinitiative des NABU. Der Bestand grüner Flächenanteile in Hamburg wird gesichert und Hamburgs Grün erfolgreich aufgewertet.

Der Vertrag für Hamburgs Stadtgrün verknüpft die bauliche Verdichtung der Stadt mit der Verbesserung der Naturqualität und dem Erhalt der Stadtgrünflächen. Hamburg soll künftig mindestens zehn Prozent der Landesfläche unter Naturschutz stellen, der schutzbedürftige Teil der Landschaftsschutzgebiete soll bei 18,9 % der Landesfläche bleiben und der des Biotopverbunds bei 23,2 %. Zusätzlich gewinnt der Schutz der zwölf Landschaftsachsen, der zwei Grünen Ringe, der gesamtstädtisch bedeutsamen Grünverbindungen und der öffentliche Grün- und Erholungsanlagen an Bedeutung, die das Grüne Netz bilden.

Das jährliche Monitoring der Behörden, Bezirke und öffentlichen Unternehmen für den Vertrag zeigt im von der BUKEA nun vorgelegten Bericht, dass im Jahr 2022 der Anteil der Landesfläche für Naturschutzgebiete bereits bei 9,83 % liegt und für Landschaftsschutzgebiete sogar bei 19,02 %. Der Anteil von Flächen des Biotopverbunds blieb stabil bei 23,2 %.

Die ökologische Aufwertung von Grünflächen, wie die Aufwertung von Grünland oder die Wiedervernässung von Moorflächen, trug in ganz Hamburg zu einer Steigerung des durchschnittlichen Biotopwertes (gemessen in Punkten) bei. Der Biotopwert ist ein Index, der aus Seltenheit, Alter, Belastungsgrad und biologischer Funktion des jeweiligen Biotops ermittelt wird. Je höher der Wert liegt, umso wertvoller ist das Biotop einzuschätzen.

In den Naturschutzgebieten stieg der Biotopwert durchschnittlich auf 6,45 Punkte und damit um 0,7 Punkte zum Referenzwert vom 1.4.2019. Außerhalb der Naturschutzgebiete erhöhte sich der durchschnittliche Biotopwert auf 3,83, was im Biotopwert-System einen deutlichen Anstieg zum 20.2.2019 festgestellte Referenzwert von 3,51 bedeutet. Dieser Anstieg wurde vor allem durch die naturschutzfachliche Aufwertung von Grünland und die Umwandlung von landwirtschaftlichen Flächen zu Grünland erreicht und durch vermehrt angepasste Pachtverträge mit Pflegemaßnahmen auf Flächen der städtischen Unternehmen ergänzt.

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Wir sorgen als Senat gemeinsam mit den Bezirken und den öffentlichen Unternehmen dafür, dass Hamburgs Wachstum und städtebauliche Weiterentwicklung mit einer grünen Stadt vereinbar bleiben. Dieser Bericht zeigt sehr deutlich, dass wir den Vertrag mit der Volksinitiative ‚Hamburgs Grün erhalten‘ erfolgreich umsetzen und die ökologische Wertigkeit der Natur in Hamburg weiter verbessert wird. Unsere Naturschutzgebiete machen nun fast zehn Prozent der Hamburger Landesfläche aus, wir schaffen neue öffentliche Parkanlagen und haben Planten un Blomen um zwei Hektar erweitert. Ich bedanke mich bei allen Akteuren, die trotz unterschiedlicher Ausrichtung zusammen daran arbeiten, Hamburg als lebenswerte, grüne Stadt zu stärken. Mein ausdrücklicher Dank gilt auch meinem Staatsrat, Michael Pollmann, der als Grünkoordinator eine zentrale Rolle in der Umsetzung dieser Vereinbarung einnimmt.“

Der Bericht macht deutlich, dass der Vertrag für Hamburgs Stadtgrün wie beabsichtigt steuernd wirkt und so bislang nur wenig neue Freiflächen im Grünen Netz durch andere Nutzungen beansprucht wurden. Er macht auch sichtbar, wo in welchem Umfang Kompensationsmaßnahmen für Grün geplant und umgesetzt werden sollen und welche Flächen für die Grünentwicklung erworben wurden. Das betrifft rund 7 Hektar Grünflächen, wie z. B. zur Erweiterung des Johannes-Prassek-Parks (HH-Nord) angekauft. Auch rund 10 Hektar Kompensationsflächen, z. B. für die Grünanlage an der Nansenstraße (Altona) oder die Wegeverbindung am Brookgraben (Eimsbüttel), wurden erworben. Parallel dazu werden an einzelnen Stellen der Stadt neue öffentliche Parkanlagen gebaut bzw. Parks erweitert, wie auf dem A7 Deckel oder mit den durch den Rückbau der Marseiller Straße gewonnenen 2 Hektar für Planten un Blomen.

Hamburg hat 37 Naturschutzgebiete, die knapp 10 % der Landesfläche ausmachen – das ist bundesweit ein Spitzenwert. Rund 4 % der Landesfläche bestehen aus Parks, 8 % aus Wasser und 20 % werden landwirtschaftlich genutzt. Ein weiterer animierter Clip stellt Hamburgs Grünes Netz vor. Hamburg ist auch ein Hotspot der Artenvielfalt: Neben den über 1.500 Pflanzenarten die in der Hansestadt nachgewiesen wurden, leben in ihren vielfältigen Naturräumen 187 Vogelarten und 54 Säugetierarten sowie 17 Amphibienarten und 56 Libellenarten, sowie zahlreiche andere Insekten.