• Dezember 10, 2021
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Lichtwark-Förderpreis 2021

Malerin und Schriftstellerin Etel Adnan

für ihr Lebenswerk ausgezeichnet

Der Lichtwark-Preis 2021 wird der aus dem Libanon stammenden und in Paris lebenden Künstlerin Etel Adnan (*1925) für ihr Lebenswerk verliehen. Ihre politisch aufgeladenen literarischen Werke beschreiben die weltlichen Zustände und ihre Zusammenhänge und sind eine starke Stimme des Feminismus und der Friedensbewegung. Ihre Malerei vermittelt ungefiltert die Freude der Künstlerin am Leben. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird alle vier Jahre von Senat und Bürgerschaft an Künstlerinnen und Künstler verliehen, deren Werke der bildenden Kunst sich durch besondere Innovationskraft auszeichnen. Namensgeber des Preises ist der Gründungsdirektor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark. Der Lichtwark-Förderpreis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, wird dieses Mal geteilt und geht an Karo Akpokiere (*1981) aus Nigeria und Julia Philipps (*1985) aus Hamburg.

Etel Adnan wurde bekannt durch ihre Schriften, die sowohl Spiegel als auch die Reflexion ihrer eigenen wie der allgemeinen Realität sind. Politisch aufgeladen und mit kritischem Bewusstsein beschreiben sie die weltlichen Zustände und ihre Zusammenhänge. Etel Adnans literarische Werke sind eine starke Stimme des Feminismus und der Friedensbewegung. Die deutsche Übersetzung ihres literarischen Werks wird von der Edition Nautilus in Hamburg verlegt. Auf den ersten Blick scheint ihre Malerei das programmatische Gegenteil ihrer Literatur zu sein: Die klaren Kompositionen vermitteln einen Eindruck einfacher Schönheit und die Absenz jeglicher formalistischen Theorien. Wie eine Art visuelle Gedichte vermitteln sie ungefiltert die Freude der Künstlerin über das Leben und die Welt. Aber die Malerei von Etel Adnan ist mehr als das, und im humanistischen Sinne sogar politisch: Für die Künstlerin stehen ihre Bilder, welche Glück, Einfachheit und ein Gefühl für die Natur implizieren, für mehr als ästhetische Schönheit. Etel Adnan ist überzeugt, dass die politische Dimension der Kunst in ihrer Kraft liegt, sich zu behaupten. Sie hat in zahlreichen Galerien und Museen in Paris, San Francisco, New York, Zürich und Bern ausgestellt. 2012 erhielt sie eine eigene Retrospektive auf der Documenta13. Die Sfeir–Semler Gallery in Hamburg widmete ihr 2013 ebenfalls eine große Werkschau.

Die Preisverleihung ist für den 18. November 2021 in der Hamburger Kunsthalle geplant.