• Dezember 10, 2021
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Ein Haus mit Kultur

Das Louis C. Jacob

Alles beginnt mit dem Zuckerbäckermeister Nikolaus Paridom Burmester, der das Gebäude Nr. 401 im Jahre 1780 erbt. Er versorgt die Nienstedtener mit köstlichem Backwerk und frönt einem extravagantem Hobby: Vorbeifahrende Schiffe pflegt er mit Kanonenschüssen zu verabschieden. Doch 1790 wird ihm seine Liebe zur Schifffahrt zum Verhängnis: Bei einem Salutschuss mit einer extra Portion Schwarzpulver wird er tödlich verwundet. Seine Witwe heiratet daraufhin den französischen Landschaftsgärtner Daniel Louis Jacques, mit dem sie in der Elbchaussee 401 am 1. April 1791 das erste Weinrestaurant gründet. Der gelernte Landschaftsgärtner deutscht seinen Namen in Louis Jacob ein und legt noch im selben Jahr die berühmte Lindenterrasse an. Weit über Nienstedten hinaus wird das Weinrestaurant der Familie Jacob mit seiner herrlichen Elblage zum Geheimtipp. Mehr als vier Generationen bleibt das Jacob in Familienbesitz; Ende des 18. Jahrhunderts wird der Gasthof zum Hotel erweitert. Hochrangige Gäste aus Politik, Adel und Gesellschaft geben sich die Klinke in die Hand. 

Ein Höhepunkt ist 1902 der Besuch des Impressionisten Max Liebermann, der die Lindenterrasse in zwei Ansichten festhält. Erst 1922 endet die erfolgreiche Familien-Ära mit dem Tod von Louis Heinrich Jacob. Die folgenden Pächter halten das Erbe der Familie Jacob in Ehren. Noch in den 1950er Jahren tragen sich Weltstars wie Maria Callas, Zarah Leander und Hans Albers ins Gästebuch des Traditionshotels ein. Erst ein Jahrzehnt später verblasst nach vielen Eigentümerwechseln langsam der Stern des Hauses, bis der AIDA-Erfinder Horst Rahe das Haus ab 1993 wieder in die Erfolgsspur bringt.

In drei Jahren Planungs- und Bauzeit verwandelt die Familie Rahe das alte Jacob in ein modernes Spitzenhotel: Mit viel Fingerspitzengefühl wird renoviert, restauriert und angebaut. Zusammen mit den historischen Gebäuden auf der gegenüberliegenden Straßenseite entsteht ein stilistisch stimmiges – inzwischen denkmalgeschütztes – Gesamtensemble.

Im Jahre 1996 wird die Wiedereröffnung des Jacob gefeiert. Von 1997 bis 2017 führte Jost Deitmar das Traditionshotel als geschäftsführender Direktor zur neuen Blüte. Das Fünf-Sterne-Hotel in Hamburg wird mit angesehenen Preisen überhäuft. Auch international avanciert es als eines der „Leading Hotels of the World“ zur Top-Adresse. An dieser Ausnahmestellung hat auch der Küchenchef Thomas Martin einen nicht unerheblichen Anteil. Im November 2017 übernimmt die bisherige Marketing- und Vertriebschefin Judith Fuchs-Eckhoff die Direktion des Hamburger Traditionshotels.

Zeitgemäße hanseatische Gelassenheit auf höchstem Niveau – das ist das Credo, dem sich das Louis C. Jacob verschrieben hat. In bester Lage an der Elbchaussee im Elbvorort Nienstedten erleben Gäste die herzlich warme Aufmerksamkeit von über 140 leidenschaftlichen Gastgebern. Nur eine Fahrt von 20 Minuten von der Innenstadt entfernt, empfängt den Gast die heimelige und private Atmosphäre des Spitzenhotels.

Für Veranstaltungen, die Intimität in einem außergewöhnlichen und einzigartigen Ambiente erfordern, ist der Eiskeller des Hotels ein heißer Tipp: eine Wendeltreppe führt hinab in ein sieben Meter hohes Ziegelsteingewölbe, in dem einst Getränke und Speisen auf großen Eisblöcken frisch und kühl gehalten wurden. Der Eiskeller ist ein Glücksfall für das Jacob: zufällig entdeckten die Architekten dieses historische Unikum aus dem Jahre 1850 bei der Restaurierung des Hauses.

Unvergesslich wird ein Lunch unter dem leuchtenden Grün der berühmten Lindenterrasse, die Daniel Louis Jacques 1791 anlegte, und mit der der gelernte Gärtner die Parkkultur der Hamburger Villen beeinflusste. Von hier, aus der ersten Reihe, hoch über der Elbe, lässt sich im Sommer erleben, was Hamburg groß und berühmt gemacht hat: Hafen, Schiffe und die Elbe. Zu den großen hanseatischen Traditionen gehört die Förderung von Kunst und Kultur. Mit ihrem mäzenatischen Engagement für die Bildende Kunst hat die Familie Rahe dem Hotel zu einem weit über Deutschland hinaus reichenden Ruf verholfen. In enger Zusammenarbeit mit einem Kunstbeirat hat Horst Rahe für das Hotel eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Norddeutschlands zusammengetragen. Ihre Einmaligkeit verdankt die „Louis C. Jacob Collection“ der künstlerischen Qualität und ihrem Umfang, vor allem aber ihrer Thematik „Norddeutsche Landschaften“ mit Schwerpunkt Hamburg, Hafen und Elbe.

Die Sammlung umfasst mittlerweile über 500 Arbeiten von Malern und Grafikern des 19. und 20. Jahrhunderts, die in Hamburg gelebt oder zeitweise gearbeitet haben. Die Bilder sind in den Restaurants, der Lobby, den Banketträumen und in den 85 Gästezimmern und Suiten zu bewundern. Glanzpunkt der Rahe´schen Sammlung und besondere Stolz des Hotels ist ein großes Ölgemälde des Impressionisten Max Liebermann. Mehrere Monate logierte der Künstler im Jahre 1902 im Hotel Louis C. Jacob, um verschiedene Ansichten der berühmten Lindenterrasse zu malen. Eine Version hängt heute in der Wohnhalle des Hotels, eine andere ist in der Hamburger Kunsthalle zu bewundern. Darüber hinaus gelang Horst Rahe ein Glücksgriff mit dem Erwerb einer Vorzeichnung Liebermanns zu diesem weltweit bekannten Terrassenbild. Das liebevoll restaurierte Liebermann-Zimmer im Hotel erinnert an den prominenten Gast.

Seit Jahren unterstützt das Hotel junge, aber auch bereits gewachsene Künstler aus verschiedenen Bereichen. Von Malerei über Literatur zur klassischen Musik ist die Leidenschaft des Hotels für Kultur in jedem Winkel zu spüren. Für dieses Engagement im kulturellen Bereich wurde das „Jacob“ im November 2013 mit dem Kulturmerkur der Hansestadt Hamburg ausgezeichnet.

Die „Jacob Familie“ mit dem Hotel Louis C. Jacob, der Weinwirtschaft „Kleines Jacob“ und auch dem Restaurant CARLS an der Elbphilharmonie entwickelt kontinuierlich neue Eventkonzepte, um die Gäste immer wieder aufs Neue zu begeistern. Der Fokus liegt dabei auf besonderen Erlebnissen rund um die Themen Kulinarik, Kunst, Musik und Maritimes und vereint die herzliche Gastfreundschaft und exzellenten Service. Bei der Ausarbeitung der Programme nutzt die „Jacob Familie“ die jahrelange Expertise und die guten Kontakte des Hauses zur Kultur-, Kreuzfahrt- und Gourmetszene. Alle Events sind detailliert geplant und liebevoll umgesetzt – die Gäste können sich auf ein „Rundum-sorglos- Paket“ einstellen, bei dem kein Wunsch offen bleibt. Großer Beliebtheit erfreuen sich zum Beispiel die Farewell-Parties für die Queen Mary 2 und die Queen Elizabeth. Wenn eines der majestätischen Schwesternschiffe in den Abendstunden aus dem Hamburger Hafen ausläuft, versammeln sich Gäste und Mitarbeiter auf der Lindenterrasse. Die Spannung ist fast greifbar, bis sich endlich der Bug ins Blickfeld schiebt und aus großen Lautsprechern „God Save The Queen“ und „Rule Britannia“ ertönen. Auf Augenhöhe gleitet die Königin der Meere vorbei und wird von der Terrasse und aus allen Hotelzimmerfenstern mit großen Laken verabschiedet. Drei Salutschüsse aus der Jacob-Kanone runden das Spektakel ab und zum Dank ertönt tief dröhnend das Schiffshorn der Queen Mary 2 oder der Queen Elizabeth.

Wer die Elbphilharmonie hautnah erleben möchte, für den bietet das Louis C. Jacob zahlreiche Arrangements mit Konzertbesuch an. Ergänzend zu zwei Übernachtungen ist etwa ein Pre-Show-Dinner im ebenfalls zur Jacob-Familie gehörenden CARLS an der Elbphilharmonie inkludiert. Der Rücktransfer nach dem Konzert erfolgt bei einem gemütlichen Ausklang mit Käse und Rotwein auf der hoteleigenen Barkasse, der MS JACOB.

Die 22 Meter lange Barkasse mit dem Baujahr 1949 verfügt im Innenraum über eine Bar mit Tresen und über einen großzügigen Loungebereich mit bis zu 45 Sitzplätzen. Hier laden gemütliche Kissen und Poufs zum Verweilen, Träumen und Genießen ein. Im Innenraum dominieren blau-weiße Akzente, die mit edlem Messing und Mahagoniholz kombiniert wurden. Im Gegensatz zu den üblichen rustikalen Barkassen hat die MS JACOB stilvollen Saloncharakter. Auch im Außenbereich befinden sich noch einmal 15 Sitzplätze mit direktem Wasserblick. Bei sonnigem Wetter lässt sich die MS JACOB zum Cabriolet umwandeln.

Auch für private Feiern oder geschäftliche Meetings bietet das Hotel Louis C. Jacob den richtigen Rahmen und die passenden Räume. Von intimen Festen für den kleinen Kreis im detailgetreu restaurierten und historisch eingerichteten Biedermeierzimmer bis hin zum rauschenden Ball im großen Elbsalon.

Hochzeiten haben Tradition im Louis C. Jacob: Seit mehr als zweihundert Jahren feiern Hamburger aber auch auswärtige Gäste die besonderen Feste des Lebens hier. Eine besondere Tradition des Gründungsvaters Monsieur Jacques gibt es noch heute: Wenn das Brautpaar nach der Trauung in der gegenüberliegenden Hochzeitskirche zum Fest im „Jacob“ einkehrt, rollt das Jacob Team den roten Teppich über die Elbchaussee aus.