• September 15, 2023
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In Hamburg war es endlich soweit und mit der Premiere der Neuinszenierung von Boris Godunow eröffneten wir feierlich die Spielzeit 2023/24! In der Inszenierung von Frank Castorf erleben Sie u. a. Alexander Tsymbalyuk, Vitalij Kowaljow, Dovlet Nurgeldiyev sowie Kady Evanyshyn. 

Das Regie-Team hinter der Neuinszenierung

Diese Premiere hat es in sich: gemeinsam mit der dramatischen Musik Mussorgskys zieht die detailreiche, mit modernen Elementen versehene Inszenierung, die Frank Castorf und sein Team ins Leben gerufen haben, das Publikum in das Reich des titelgebenden Zaren. In einem Moment sehen Sie eine Klosterzelle und im nächsten befinden Sie sich in einer Schenke – das sich immer wieder verändernde Bühnenbild stammt von Aleksandar Deni?, die zahlreichen Kostüme von DER FAUST-Preisträgerin Adriana Braga Peretzki. Kernstück der Produktion sind die zahlreichen Einbindungen von Filmsequenzen. Zum Video Team zählen Andreas Deinert, Severin Renke, Jens Crull und Maryvonne Riedelsheimer. Der Hamburgische Generalmusikdirektor Kent Nagano dirigiert das Philharmonische Staatsorchester und macht damit die Spielzeiteröffnung zur Chefsache.

Premiere am 16. September um 18.00 Uhr
Weitere Vorstellungen am 20., 23., 26. und 28. September sowie am 4. und 7. Oktober | Großes Haus

 

Frank Castorf
wirkte 25 Jahre als Intendant und Regisseur an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin und arbeitete außerdem u. a. am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Residenztheater München, am Schauspielhaus Zürich oder am Théâtre de l’Odéon Paris. 1998 inszenierte er mit Otello am Theater Basel seine erste Oper, seine Deutung von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen sorgte bei den Bayreuther Festspielen 2013 für Aufsehen. Mit molto agitato war 2020 erstmals eine Arbeit von Castorf an der Staatsoper Hamburg zu erleben.

Kent Nagano
hat seit 2015/16 das Amt des Hamburgischen Generalmusikdirektors inne. Der aus Kalifornien stammende Dirigent war Musikdirektor u. a. der Opéra National de Lyon und der Los Angeles Opera sowie künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Deutschen Symphonieorchesters Berlin. Von 2006 bis 2013 war er Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Er dirigierte hier in Hamburg u. a. die Premieren von Les Troyens, Fidelio, und Turangalîla (Ballett) und zuletzt die Uraufführung von Salvatore Sciarrinos Venere e Adone.

Starke Stimmen im Großen Haus

Zu solch einer großen Produktion, gehören natürlich auch große Stimmen auf der Bühne. Die Titelpartie verkörpert Alexander Tsymbalyuk, als seine Kinder sind Kady Evanyshyn als Fjodor und Olivia Boen als Xenia zu erleben. Aus dem Solisten-Ensemble der Staatsoper stehen Dovlet Nurgeldiyev als Grigorij/Dimitrij, Alexey Bogdanchikov als Schtschelkalow, Ks. Jürgen Sacher als Missail und Ks. Renate Spingler als Xenias Amme auf der Bühne. In weiteren Rollen machen u. a. Matthias Klink als Fürst Schuiskij, Vitalij Kowaljow als Pimen und Ryan Speedo Green als Warlaam (Hausdebüt) die Besetzung komplett.

Alexander Tsymbalyuk
war von 2003 bis 2012 Ensemblemitglied der Staatsoper Hamburg und hier in der letzten Spielzeit u. a. als Fürst Gremin in Eugen Onegin zu Gast. Neben der Partie des Boris Godunow zählen Partien wie Sparafucile (Rigoletto), Timur (Turandot), Fafner (Das Rheingold) und Banco (Macbeth) zu seinem Repertoire. In der Vergangenheit gastierte er weltweit u. a. an der Bayerischen Staatsoper, der Metropolitan Opera, dem Teatro alla Scala und dem Royal Opera House Covent Garden.

Dovlet Nurgeldiyev
ist Ensemblemitglied der Staatsoper. Hier reüssierte er in Mozartpartien wie Ferrando, Don Ottavio, Belmonte und Tamino, aber auch in weiteren Fachpartien, darunter Fenton, Alfredo und Lenski. Gastauftritte führen ihn u. a. an das Opernhaus in Montpellier, die Opéra de Rouen de Normandie und die Berliner Staatsoper. Bei den Münchener Opernfestspielen 2018 sang er Medoro in Haydns Orlando Paladino.

Übertragung auf dem Jungfernstieg

Die Eröffnungspremiere wird im Rahmen des Binnenalster Filmfestes und in Zusammenarbeit mit Filmfest Hamburg, dem City Management Hamburg und dem „Verein lebendiger Jungfernstieg“ ab 20.15 Uhr zeitversetzt auf einer Kino-Leinwand am Jungfernstieg übertragen. Unter dem Titel musical meets opera wird es ab 19.00 Uhr am Jungfernstieg ein Vorprogramm mit den Musical Darstellerinnen Judith Caspari und Sophie Leitner sowie dem Staatsopern Ensemblemitglied Nicholas Mogg unter der musikalischen Begleitung von William Kelley und Band geben: Große Stimmen live und Open Air am Jungfernstieg. 

Mehr über die Spielzeiteröffnungspremiere

Sollten Sie noch nicht genug von Boris Godunow bekommen haben, dann hier noch einige weitere Vorschläge von uns. Für alle Spontanen unter Ihnen: heute und morgen findet noch die Opern-Werkstatt mit Volker Wacker statt. Außerdem ist die Audio-Einführung zu Boris Godunow bereits erschienen, in welcher der Dramaturg der Produktion Patric Seibert Ihnen spannendes Hintergrund Wissen zu Mussorgskys Oper vermittelt. Mit dieser Grundlage starten Sie perfekt vorbereitet in die Premierenserie.