• Dezember 19, 2021
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Auszeichnung im Rathaus

Heiko Morisse erhält Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes

 

Justizsenatorin Anna Gallina hat Dr. Heiko Morisse die Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes in Silber überreicht. Die Verleihung im Rathaus fand Corona-bedingt im kleinen Rahmen statt. Der Senat ehrt mit der Medaille die besonders hervorragenden Verdienste von Morisse um das Gemeinwohl.

Justizsenatorin Anna Gallina sagt: „Heiko Morisse ist ein Spurensucher. Seine Recherchen machten das unvorstellbare Leid und das grausame Unrecht im Nationalsozialismus sichtbar. Er rekonstruierte die Lebensläufe von Hamburger Jurist:innen, die Opfer der NS-Zeit geworden sind. Seine zahlreichen Publikationen machen die erbarmungslose Ausgrenzung und Verfolgung der jüdischen Jurist:innen greifbar. Er leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung dieses Unrechts. Seine Veröffentlichungen sind zugleich Ehrung und Würdigung des Lebens und Wirkens der verfolgten Jurist:innen.“

Dr. Heiko Morisse, geb. 1944, ist Vorsitzender Richter am Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg a. D. Er trat 2009 in den Ruhestand. Er recherchiert zum Themenbereich Justiz und Nationalsozialismus. Seine zahlreichen Veröffentlichungen – Bücher, Schriften, Studienergebnisse – dokumentieren die Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Jurist:innen in Hamburg während der Zeit des Nationalsozialismus. Anlässlich seiner Recherchen wurden Stolpersteine für Hamburger Jurist:innen verlegt, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft Opfer des Nationalsozialismus wurden. Morisse ist Gründungsmitglied des Vereins Forum Anwaltsgeschichte e. V. und Mitglied des Vereins Hamburger Gesellschaft für jüdische Genealogie e. V.

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg verleiht seit 1926 die Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes in Bronze und seit 1953 auch in Silber, um Persönlichkeiten für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz und ihre besonders hervorragenden Verdienste um das Gemeinwohl zu ehren. Auf der Schauseite jeder Medaille ist daher das Motto „Das Gemeinwohl ist das höchste Gesetz“ eingraviert. Vorgeschlagen werden die zu ehrenden Personen in erster Linie von Senatsämtern, Fachbehörden und Bezirksämtern.