Wer sich wohlfühlt ist weniger krank!

Wie „Schweben“ die Gesundheit fördert und welche Rolle Salz dabei spielt 


Bei all dem Alltagsstress, den ein jeder von uns kennt, bleibt das „Sich was gönnen“ oftmals auf der Strecke. Dabei sollte es das nicht. Das tägliche Sitzen im Büro kann Fehlhaltungen und -belastungen verursachen, was zu starken Verspannungen führt. Den Körper zu entlasten und den Alltag zu entschleunigen ist wichtig. Wer sich Zeit für sich und das eigene Wohlbefinden nimmt, ist entspannter und lebt gesünder, weiß Geschäftsführer Matthias Thiem vom Schwebebad Dresden. Welche Rolle Salz dabei spielen kann, hat er Disy im Gespräch verraten.

 

Wie ist denn der Name „Schwebebad“ zu verstehen? 

Thiem: Gemeint ist damit das „Floating“ — Zu deutsch „Schweben“. Dahinter steht, dass man in einem Becken, gefüllt mit einer gesättigten Salzlösung liegt, der Sole. Je mehr Salz in Wasser gelöst ist, desto höher ist der Auftrieb des Körpers, ähnlich wie im Toten Meer. Das heißt, Sie können gar nicht untergehen und liegen auf der Oberfläche der Sole. Man ist praktisch schwerelos. 

 

Welchen Einfluss hat das Schweben auf Körper und Geist? 

Thiem: Es hat auf den geistigen Bereich den Einfluss, dass man sich total entspannen kann. Unser Gehirn ist normalerweise zu mehr als 80 Prozent damit beschäftigt die Schwerkraft auszugleichen. Im Floating-Bad ist der Körper frei davon und ein totaler Reizentzug möglich. So kann man tiefste Entspannung erlangen, bis hin zu einem meditativen Zustand. Ebenso werden Gelenke, Muskeln und Sehnen entlastet, da da das eigene Körpergewicht von der Salzsole getragen wird. 

 

Auf welche körperlichen Leiden kann ein Schwebebad positiv einwirken? 

Thiem: Für alle Leiden des Bewegungsapparates, beispielsweise bei starkem Muskelkater, Zerrungen, Verstauchungen oder chronischen Verspannungen. Das Schwebebad kann auch therapieergänzend eingesetzt werden und bei Heilprozessen von Knochenbrüchen unterstützend wirken, ebenso bei rheumatischen Beschwerden. Allgemein tut es dem Körper gut, sich vom eigenen Gewicht und der Schwerkraft zu befreien. Eine solche Entlastung z.B. der Wirbelsäule, ist auch für Schwangere angenehm. 

 

Bei welchen Erkrankungen kann das Floating noch eingesetzt werden? 

Thiem: Beispielsweise kann das Burnout-Syndrom direkt mit dem Floating behandelt werden. Durch die erreichte Tiefenentspannung wird Stress abgebaut, die Konzentration verbessert und Endorphine werden ausgeschüttet. Dadurch können auch depressive Stimmungen positiv beeinflusst werden und man wirkt dem Erschöpfungszustand entgegen. Leider leiden heute viele Menschen darunter. 

 

Kann es durch den hohen Salzgehalt nicht zu starken Hautreizungen kommen? 

Thiem: Die Haut wird im Gegensatz zum normalen Bad nicht faltig, sondern ganz weich. Das Magnesium-Sulfat im Solebad bewirkt, dass die Proteinsynthese in der Haut etwas schneller abläuft, das heißt, dass sich die Haut besser und schneller regeneriert. Auch lässt sich für das Solebad eine positive Wirkung wie z. B. bei Neurodermitis-Erkrankungen oder Schuppenflechte feststellen. Allerdings ersetzt es nicht die medizinische Therapie. 


Wie sehr steht bei Wellness-Anwendungen die Prävention im Vordergrund? 

Thiem: Bei uns ist Wellness klar im Fokus. Der Wellness-Begriff setzt sich zusammen aus „well-being“ und „happiness“, also grob gesagt, „sich wohlfühlen“. Kommt der wörtliche Charakter von Wellness zum tragen, gibt es automatisch einen präventiven Gesundheitseffekt: Wer sich wohlfühlt, wird nicht so schnell krank. Das Gesundheitsbewusstsein der Menschen sollte schon vorher ansetzen. Nicht erst, wenn bestimmte Symptome oder Krankheitsbilder auftreten, die dann schulmedizinisch behandelt werden müssen. 

 

Neben dem Schwebebad, bieten Sie auch die Inhalation von Salz im sogenannten Salinarium an. Welche gesundheitsfördernde Wirkung ergibt sich durch die Soleinhalation? 

Thiem: Inhalation von Sole, sprich mit Salz angereichertem Nebel, ist vergleichbar zur Meeresluft. Es dient zur Pflege des Atemsystems, in dem die Selbstreinigungskraft angeregt wird („Mikroziliäre Clearance“). Bei regelmäßiger Anwendung hat das den Effekt, dass sie freier und tiefer Atmen können. Der feine Solenebel kann auch bei verschiedenen Atemwegserkrankungen therapieunterstützend angewendet werden, wie z. B. bei Asthma, COPD und Pollenallergien. Aber auch bei einer einfachen Erkältung können 30 Minuten im Salinarium gut tun. Sie haben den gleichen Effekt, als wenn Sie einen Tag Meeresluft einatmen würden. 


Gibt es Unterschiede bei dem Salz, was Sie jeweils im Floating-Bad und im Salinarium verwenden? 

Thiem: Das von uns verwendete Magnesium-Sulfat im Floating-Bad ist im Vergleich zu den Chlorid-Salzen, wie dem Kochsalz, noch etwas besser verträglich und freundlicher zur Haut. Im Salinarium verwenden wir Halit-Salz, das reinste natürlich vorkommende Salz überhaupt, weil dieses für die Reinigung der Lungen besser geeignet ist und die Selbstreinigung der Lunge fördert. 

 

Seit wann nutzt der Mensch Salz als Wellness-Anwendung? 

Thiem: Schon die alten Ägypter haben Salz als Therapeutikum für sich entdeckt und verwendet. Damals wurde es als Mundspülung, für die Behandlung der Haut oder als Salzinhalation genutzt. Im Mittelalter war Salz wertvoller als Gold. Nicht um sonst heißt es ja auch heute noch „Weißes Gold". 

 

Was wäre Ihre Empfehlung für den Einzelnen im Umgang mit Stress und Hektik im Alltag? 

Thiem: Es ist sehr wichtig, sich immer mal wieder zurückzunehmen - gerade wenn man in einer Situation ist, wo alles auf einen einströmt. Sowas kennt sicherlich jeder von sich selbst. Materielle Dinge können zeitweise begeistern, aber machen sie wirklich glücklich? Der Tatsache, das Ruhe, Besinnung und Entspannung für den Menschen von essentieller Bedeutung sind, sollte viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden.