Hepatitis C - die stille Gefahr

Die Lebererkrankung kann jeden treffen, ist jedoch heute heilbar

Rund 250.000 Menschen in Deutschland tragen eine gefährliche Virus-Erkrankung in sich: Hepatitis C, eine Leberentzündung, die unbehandelt zu Leberzirrhose, Leberzellkrebs und zum Tod führen kann. Die Zahl der Betroffenen ist weltweit gut vier- bis fünfmal so hoch wie die der HIV-Infizierten (AIDS) und die Ansteckungsgefahr bei Blut-zu-Blut-Kontakt etwa zehnmal so hoch. Trotzdem ist die Erkrankung in der Öffentlichkeit kaum präsent: Bei einer repräsentativen GfK-Umfrage mit 10.000 Teilnehmern wusste nur rund ein Drittel, dass Hepatitis C meist vollständig heilbar ist. Und lediglich jeder Zweite hatte Kenntnis davon, dass die Krankheit oft lange unbemerkt verläuft.

 

Ohne Wissen keine Heilung

Bei diesen Zahlen erstaunt es nicht, dass nach Expertenschätzung rund 40 Prozent der Erkrankten hierzulande nichts von ihrer Infektion wissen. Doch wer nicht weiß, dass er das Hepatitis-C-Virus in sich trägt, kann auch nicht behandelt werden. Deshalb haben die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e.V. und das Arzneimittelunternehmen Gilead Sciences die "Initiative pro Leber" gegründet und eine bundesweite Aufklärungskampagne gestartet. Ziel ist es - dem Aufruf der WHO und der Bundesregierung folgend - die Eliminierung bzw. die Eindämmung von Hepatitis C bis 2030 zu forcieren. Informationen und einen Risikocheck findet man unter www.bist-du-chris.de. Mit der Frage "Bist du Chris?" soll mehr Aufmerksamkeit auf die Krankheit gelenkt werden. Chris ist eine international gebräuchliche, häufige und populäre Kurzform eines weiblichen oder männlichen Vornamens. Die Kampagne möchte damit dem Irrglauben entgegen treten, dass die Erkrankung nur für bestimmte Menschen relevant sei, und Hepatitis C von ihrem bisherigen Stigma befreien.

 

Einfacher Test bringt Klarheit

Jeder sollte deshalb in seine Vergangenheit zurückblicken und überlegen, ob er einmal Kontakt zu Hepatitis C hatte. Zu den Risikofaktoren gehören etwa Bluttransfusionen vor 1992, medizinische Behandlungen und Piercings oder Tätowierungen unter nicht sterilen Bedingungen, die Ausübung eines medizinischen Berufs, Sexualpraktiken mit der Gefahr der Blut-zu-Blut-Übertragung, aktiver und vergangener intravenöser Drogenkonsum (intravenös oder über die Nase) sowie längere Aufenthalte in Ländern mit hoher Infektionsrate. Bei Verdacht sollte man sich an seinen Hausarzt wenden, der mit einem einfachen Bluttest die Diagnose stellen kann. Wer mehr über die Übertragungswege oder sein persönliches Risiko wissen möchte, Fragen zum Verlauf der Behandlung und ihren Erfolgschancen hat oder dauerhaft unter ungeklärten Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Oberbauchbeschwerden oder Fieber leidet, kann sich an unsere Experten wenden und ihren fachkundigen Rat einholen.