Gesundes Wohnen fängt beim Bauen an - Wieso Sie schon heute an morgen denken sollten

Allergien, Stolperfallen, nasse Mauern. Beim Hausbau gibt es viel zu beachten. Die eigenen vier Wände sollen ein Ort zum Wohlfühlen für viele Jahrzehnte sein. Deshalb ist es wichtig, schon beim Bau an Ihre Gesundheit zu denken. Disy fragte André Findeisen (OKAL Haus GmbH), wie man gesund baut und wohnt.

Die eigenen vier Wände sind inzwischen mehr als ein Unterschlupf. Je älter wir werden, desto mehr Zeit verbringen wir daheim. Doch was passiert, wenn sich unvorhersehbare Komplikationen ereignen, ein Mitglied der Familie zum Pflegefall werden, oder man im Alter Schwierigkeiten beim Treppensteigen bekommt? Darum lohnt es sich, schon beim Bau des Hauses an später zu denken. "Schon bei der Planung sollte bedacht werden, dass es später leicht angepasst oder gleich barrierefrei gebaut wird", erzählt der Hausexperte André Findeisen. Seit über zehn Jahren plant und baut er Häuser bei OKAL. "Beim Kunden herrscht der Wunsch, ein Haus zu bauen, in dem er alt werden kann. Wir haben eine Beratungspflicht und weisen dementsprechend auf mögliche Probleme hin." Ein wichtiger Punkt ist die Barrierefreiheit. Für Rollstuhlfahrer muss der Boden überall gleichmäßig sein. Ein Bad und die Küche sollten ebenfalls im Erdgeschoss sein. "Außerdem müssen die Abstandsflächen groß genug sein. Der Übergang zu einer Terrasse sollte auch eben sein. Baut man entsprechend, lässt sich später das Obergeschoss vermieten während man seinen eigenen Lebensmittelpunkt ins Erdgeschoss verlegt." Beim Bad und den Küchen muss ebenfalls ausreichend Platz eingeplant werden. Viele Küchenhersteller bieten zudem höhenverstellbare Elemente an. Auch Bäder lassen sich heute individuell auf die Bedürfnisse behinderter Menschen einrichten. Ein häufiges Hindernis sind Treppen. "Unsere Treppen sind so umgesetzt, dass man später problemlos einen Treppenlift installieren kann", erklärt Findeisen. Häufig hilft es schon, die Treppensteigerung zu verringern. Immer wichtiger werden den Menschen auch die richtigen Materialien beim Bau. "Wir haben schon seit vielen Jahren das sogenannte Toxproof-Zertifikat, was bedeutet, dass die Häuser schadstofffrei sind." Das wichtigste Baumaterial ist Holz. Es ermöglicht eine hohe Flexibilität beim Design und garantiert dennoch, dass auch Anbauten und Änderungen zu späteren Zeitpunkten möglich sind. "In den Zwischenräumen verbauen wir zudem unser Lüftungssystem." Das System der kontrollierten Be-, und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung filtert nicht nur die Luft von Draußen, so dass Feinstaub und Pollen nicht ins Haus gelangen können. Es nimmt außerdem die Wärme der Arbeitsräume wie Küche oder Bad auf, reichert sie mit Sauerstoff an und gibt sie an die Wohnräume. Das sorgt auch für eine gute Energiebilanz. Moderne Häuser verfügen zudem über ein umfassendes, elektrisches Bedienkonzept. "Wir nutzen ein Gebäudemanagementsystem, das sich selbst erklärt. Auch das ist für viele ältere Menschen ein großer Vorteil. Es muss moderne Technik sein, die sich aber einfach bedienen lässt", so Findeisen. Sollte sich nach dem Bau herausstellen, dass gewisse Dinge nicht beachtet wurden, ist das auch kein Problem. Eine Tochtergesellschaft der OKAL Haus GmbH bearbeitet Änderungswünsche, wie Anbauten oder Ausbauten zu Festpreisen. Doch besser ist es, "heute schon an Morgen zu denken."