Fein- und Grobmotorik

Kinder leben in einer Bewegungswelt. Sowohl permanente Anpassungs- und Schutzreaktionen, aber auch das neugierige Erkunden der Umgebung fordern das Kind ständig motorisch-koordinativ heraus. Die immense Bedeutung der motorischen Fähigkeiten besonders bei der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen sowie altersunabhängig in der Gesundheitsförde-rung und Krankheitsprävention ist heute von vielen Beteiligten unumstritten und vielfach wissenschaftlich belegt.

Teilfähigkeiten der Fein- und Grobmotorik für die Dresdner Kinder im Kindergartenalter werden im Folgenden beschrieben, die während der Kita-Untersuchung und zur Schulaufnahme zu den drei Untersuchungszeitpunkten der Schuljahre 2007/08, 2008/09 sowie 2009/10 durch den KJÄD Dresden erhoben worden sind.

Feinmotorik

Bei den altersentsprechenden Screening-Testverfahren für die Beurteilung der Feinmotorik werden schwerpunktmäßig kleinräumige Bewegungen der Hand- und Fingergeschicklichkeit sowie die Auge-Hand-Koordination überprüft. Dabei spielt aber auch die Konzentrationsfähigkeit der Kinder eine wichtige Rolle. Neun von zehn Kindern im Kindergartenalter zeigten dabei keine Auffälligkeiten, wie in der Abbildung zu sehen. Bei knapp 10 Prozent der untersuchten Dresdner 4-jährigen Kinder wurden diagnostikbedürftige Feinmotorikauffälligkeiten („A“-Befunde) festgestellt bzw. zeigten sich diese bei bereits bestehenden ärztlichen und/oder therapeutischen Behandlungen („B“-Befunde) in den drei Untersuchungsjahrgängen 2007/08 bis 2009/10. Bei den Vorschülern wiesen knapp über 10 Prozent Auffälligkeiten in der Feinmotorik mit einer abnehmenden Tendenz im gleichen Zeitraum auf.
      

Grobmotorik

Die Körperbeherrschung und eher großräumigere Bewegungskoordination steht im Mittelpunkt der Testverfahren für die altersentsprechende Beurteilung der Grobmotorik. Zudem fließen Angaben der gegebenenfalls anwesenden Eltern bzw. bei Zustimmung der Eltern die Angaben der anwe-senden Erzieher in die Beurteilung mit hinein. In der Abbildung 50 sind die Ergebnisse der Screeningverfahren („A“- und „B“-Befunde) zur Einschätzung der Grobmo-torik für die 4-Jährigen und Kinder zur Schulaufnahmeuntersuchung ersichtlich.

Im Vergleich zu den Ergebnissen der Feinmotorik zeigten weniger der 4-jährigen Kinder diagnostik- bzw. behandlungsbedürftige Auffälligkeiten in der Grobmotorik. Bei den Kindern zur Schulaufnahmeuntersuchung sind die Häufigkeiten der auffälligen Grobmotorikbefunde ähnlich die der Feinmotorik bei einer ebenfalls abneh-menden Tendenz im Verlauf der Schuljahre 2007/08 bis 2009/10.