Die Viszeralchirurgen des Dresdner Uniklinikums operieren jährlich rund 100 Enddarmkrebspatienten nach dem TME-Verfahren

Der Erfolg von Darmkrebs-OPs hängt vor allem davon ab, ob das Tumorgewebe komplett entfernt wer- den kann. Um trotz dieser Radikalität die Lebensqualität der Patienten zu bewahren, bedarf es hervor- ragend ausgebildeter, sehr erfahrender Chirurgen, die das Verfahren der Totalen Mesorectalen Excision (TME) beherrschen. Denn bei der OP dürfen sie keinesfalls die Nerven verletzen, welche die Blase, den Schließmuskel oder die Sexualfunktionen steuern. Das von Prof. Jürgen Weitz geleitete Team der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Dresdner Uniklinikums gehört deutschlandweit zu den renommiertesten TME-Experten. Für besonders komplexe Fälle steht den Viszeralchirurgen am Uniklinikum zudem ein hochmodernes Da-Vinci-OP-Robotersystem zur Verfügung. 

 

Die Devise ‚viel hilft viel‘ ist bei Darmkrebspatienten ein denkbar schlechter Ratgeber. Wie bei vielen anderen Krebsarten ist es zwar wichtig, alle Tumorzellen zu entfernen, doch diese wohlgemeinte Radikalität würden die Krebspatienten mit Inkontinenz und stark beeinträchtigter Sexualfunktion bezahlen. Seit Ende der 1980-er Jahre können Chirurgen den Darmkrebs vollständig entfernen, ohne dabei wichtige Nervenbahnen zu zerstören. 

 

Jüngere, an Uniklinika ausgebildete Chirurgengenerationen, zu denen auch Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus gehört, sind mit dem TME-Verfahren aufgewachsen. Den- noch bedarf es intensiven Trainings und langjähriger Erfahrung, um diese nervenschonende OP-Technik zu beherrschen. Patienten, die von entsprechend versierten Teams behandelt werden, haben klare Vorteile: „Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Qualität der Krebschirurgie einen unmittelbaren Einfluss auf die Prognose der Patienten hat. Das gilt auch für die TME, durch die die Rate eines erneut auftretenden Enddarmkrebses sinkt und die Überlebenszeit überdurchschnittlich steigt“, erklärt Prof. Weitz. 

 

Den Schlüssel zum Erfolg liefert hochspezialisiertes Wissen über den anatomischen Aufbau des Darms und der umgebenden Organe. Gepaart mit der langjährigen Erfahrung als Operateure können die Viszeralchirurgen die einzelnen Strukturen des Darms, des Tumors sowie seiner umliegenden Organe zuverlässig erkennen. Das versetzt die Experten in die Lage, den vom Tumor betroffenen Bereich komplett zu entfernen. Bei der OP geht es um zehntel Millimeter: So sollen die Lymphknoten, die als Filterstationen für Tumorzellen dienen komplett entnommen werden, nicht aber die dicht daneben liegenden Nerven, die für die Kontrolle der Harnblase und des Darmschließmuskels sowie für die Sexualfunktionen verantwortlich sind. Verletzt der Chirurg diese Nerven, sind zum Beispiel Inkontinenz beziehungsweise Impotenz mögliche Folgen. 

 

Um den Patienten zu schonen, setzen die Darmkrebs-Experten um Prof. Weitz auf minimalinvasive OP-Verfahren. Statt mit einem langen Schnitt den Bauchraum zu öffnen, reichen drei kleine Schnitte, um die Instrumente zum Darm zu führen. In besonders komplexen Fällen greifen die Viszeralchirurgen auf das „Da Vinci“-OP- Robotersystem zurück. Das High-tech-Gerät assistiert dem Operateur bei derartigen minimalinvasiven Eingriffen, indem es ihm das direkte Halten und Bewegen der Instrumente abnimmt. Der Chirurg sitzt stattdessen an einer Konsole und steuert die Instrumente über zwei joystickartige Griffe. Dank des komplexen elektronischen Systems wird beispielsweise aus einer Fünf-Zentimeter-Bewegung der Hand ein zehn Millimeter langer, direkt ausgeführter Schnitt. Der Chirurg kann aufgrund dieser individuell einstellbaren Übersetzung, wesentlich beweglicherer Instrumente sowie einer hoch auflösenden, dreidimensionalen Optik räumlich sehen und das OP-Instrumentarium wesentlich genauer bewegen. Damit kann er noch präziser und schonender operieren. 

 

Die Operation ist einer von mehreren Schritten einer erfolgreichen Krebstherapie. Deshalb sind die Spezialisten der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie eng in die Strukturen des Universitäts Krebscentrums (UCC) eingebunden. Im Rahmen des zertifizierten Viszeralonkologischen Zentrums stellen die Chirurgen gemeinsam mit internistischen Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und weiteren Experten sicher, dass eine leitliniengerechte, dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechende Therapie individuell für jeden Patienten geplant und ausgeführt wird. Dies gilt nicht nur für Darmkrebspatienten, sondern für alle Patienten mit Tumorerkrankungen des Bauchraumes und des Brustkorbs. Ausdruck der Erfahrungen und Expertise der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Dresdner Uniklinikum sowie deren Einbindung in die fachübergreifenden Strukturen des UCC sind nicht nur die hohen Fallzahlen, sondern auch die Beurteilungen durch Fachkollegen. So wurde die Klinik im jährlich stattfindenden Krankenhaus-Ranking des Nachrichtenmagazins Focus als beste ostdeutsche Klinik bei Darmkrebsbehandlungen eingestuft. 

 

 

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