Dresdens Leitlinien zum Thema Gesundheit

Das aktuelle Stadtgesundheitsprofil für Dresden bietet einen aktuellen Überblick über Gesundheitszustand und -verhalten in allen Altersgruppen sowie gesundheitsbezogene Einflussfaktoren wie Gesundheitsversorgung, soziale Lage oder Umweltfaktoren. Neben der Darstellung aktuell vorliegender Daten wurden Leitlinien zur weiteren Bearbeitung von Handlungsfeldern entwickelt. Das Stadtgesundheitsprofil einschließlich der dieser herausgearbeiteten Leitlinien waren Grundlage für die Gesundheitskonferenz unter dem Motto "Gesunde Stadt - Gesunde Bürgerschaft" im Jahr 2013.

Demografie

Der Anstieg besonderer Bedarfsgruppen (z. B. Kinder, Ältere, Alleinlebende und Zuziehende) stellt eine Herausforderung dar und muss besondere Beachtung in allen gesundheitsförderlichen Programmen finden, die auf die speziellen Personengruppen zugeschnitten sind. Darauf aufbauend sind die intersektorale Zusammenarbeit sowie die flexible Anpassung der sektorenübergreifenden Planung von Programmen und Projekten an die demografischen Veränderungen erforderlich. Dabei muss besonders auf die Generation 50+ mit speziellen Programmen eingegangen werden. Des Weiteren soll auf die Besonderheit Dresdens, als attraktive Stadt für junge Menschen, mit einer relativ hohen Geburtenanzahl und Zuwanderungsrate junger Menschen reagiert werden. Dafür sind gesundheitsförderliche Programme notwendig, die bereits in frühen Lebensjahren beginnen und über den Lebensverlauf hinweg aufrecht erhalten werden.
      

Gesundheitszustand

Die Landeshauptstadt Dresden stellt es sich zur Aufgabe, die gesundheitliche Lage der Bevölkerung Dresdens zu erhalten bzw. zu verbessern, indem sie die gesundheitsförderliche Eigenverantwortung ihrer Bürger anerkennt und bestärkt. Dabei muss der Fokus auf chronische Erkrankungen gelegt werden und es sind sozioökonomische, alters-, zielgruppen- und stadtteilspezifische Betrachtungen notwendig. Ebenso ist sich die Landeshauptstadt Dresden der Verantwortung bewusst, die Umweltbedingungen so zu gestalten, dass ein gesundes Leben und Aufwachsen in der städtischen Umwelt möglich ist. Die Landeshauptstadt Dresden ist in erster Linie zuständig für die Gestaltung der Lebensverhältnisse der Menschen vor dem Hintergrund des demografischen Alterns der Bevölkerung. Dementsprechend stellt es sich die Stadt zum Ziel, ein gesundes Umfeld zu erschaffen, das heißt Bewegungsräume zu gestalten und weiter auszubauen sowie speziell für die ältere Bevölkerung Seniorenbegegnungsstätten für die körperliche Aktivität bereit zu stellen. Des Weiteren hat die Landeshauptstadt Dresden die Aufgabe, die objektive und subjektive Gesundheit besonders bedürftiger Menschen, in diesem Fall von Kindern und Menschen mit Behinderungen, zu wahren, zu schützen und zu fördern.

Gesundheitsverhalten

Gesundheitsbewusstes Verhalten, frühzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen sowie die aktive Beteiligung der Bürger an ihrem Wohlbefinden, müssen als Ziele gesetzt werden, um eine weitere Verbesserung der Lebensqualität und des allgemeinen Gesundheitszustandes der Bevölkerung Dresdens erreichen zu können. In diesem Zusammenhang müssen bürgernahe und niedrigschwellige Programme der Prävention und Gesundheitsförderung weiter vertieft werden. Darüber soll die Vernetzung aller Beteiligten auf europäischer, Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene vorangetrieben werden, um den Bürger für seine Gesundheit zu sensibilisieren und risikospezifische Zielgruppen ansprechen zu können. Die zu etablierenden gesundheitsförderliche Programme und Projekte sollten an die Lebenswelt der Bürgerinnen und Bürger anknüpfen.

Gesundheitsversorgung

Angesichts der demografischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Hinblick auf die steigende Anzahl von Geburten und älteren Menschen der Stadt Dresden, ist es die Verpflichtung aller Teilnehmenden an der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung, sich diesen gegenwärtigen Veränderungen bewusst zu sein und diese in die zukünftigen Überlegungen sowie Handlungen einzubeziehen. Besonderes Anliegen aller Verantwortlichen im Versorgungssektor sollte die bürgernahe Gestaltung der Versorgung sein, dies heißt insbesondere individuelle, wohnortnahe und fachgerechte Versorgung zu gewährleisten. Gleichzeitig müssen die ambulanten Versorgungsstrukturen entsprechend der demografischen und gesellschaftlichen Veränderungen reagieren, speziell auf Menschen mit Behinderungen und sie sollten die qualitative und quantitative Pflege und Beratung weiterhin intensivieren.

Umwelt

Die Landeshauptstadt Dresden setzt sich als Ziel, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu pflegen, die nachhaltige Entwicklung zu fördern und den Umweltschutz als Selbstverständlichkeit im Denken und Handeln aller zu verankern. Um den besonderen Anforderungen der Umwelt für die Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Dresden gerecht zu werden, ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Umweltamt und der Stadtentwicklung wünschenswert. Detaillierte Ausfüh-rungen diesbezüglich können den Umweltleitlinien der Stadtverwaltung Dresden entnommen werden.

Gesund Aufwachsen

Zur Förderung der Kinder- und Jugendgesundheit bestehen in der Landeshauptstadt Dresden eine Reihe von langjährigen Projekten sowie enge schnittstellen-übergreifende Arbeitsbeziehungen sowohl in der Landeshauptstadt selbst wie auch darüber hinaus mit Ministerien und Einrichtungen zur Gesundheitsförderung. Die Projekte und Vorhaben zur Kinder- und Jugendgesundheit sind ausgerichtet auf vielfältige Aspekte der Gesundheit, wie die psychische Gesundheit, Ernährung und Bewegung oder den Kinderschutz. An dem derzeitigen Stand soll die Arbeit des WHO-Projektes "Gesunde Städte" ansetzen und insbesondere auf sozialräumlicher Ebene die Förderung der Gesundheit der kleinen Dresdnerinnen und Dresdner voranbringen. Zentrales Anliegen des Schwerpunktes "Kinder- und Jugendgesundheit" im WHO-Projekt wird daher die Intensivierung der weiteren Vernetzung einzelner Akteure in einzelnen Stadträumen mit besonderen Bedarfen sein.

Gesundes Altern

Aufgrund der wachsenden Anzahl der älteren Menschen in den nächsten Jahren muss eine vertiefte risikospezifische Ausrichtung der präventiven und gesundheitsförderlichen Programme auf die Menschen im höheren Lebensalter erfolgen. Besonders auf wohnortnahe und altersspezifische Interventionen für ein gesundheitsbewusstes Verhalten muss eingegangen werden. Die Erhaltung von Arbeitsfähigkeit und Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die Verhütung von Behinderung und Frühverrentung sowie die Verschiebung von chronischen Krankheiten ins höhere Lebensalter sind bedeutend für ein gesundes Altern. Ebenso sind die sich ständig verändernden zukünftigen Bedingungen und Anforderungen der älteren Bürger zu beachten. So ist beispielsweise die Barrierefreiheit zu gewährleisten sowie die soziale Isolation im Alter zu mindern. Informationen für diesen Personenkreis müssen dementsprechend aufgearbeitet werden, dass es jedem älteren Bürger mit unterschiedlichsten Anforderungen und Einschränkungen möglich ist, von diesen Kenntnis zu erhalten. Dabei sollen Ideen, Projekte und Umsetzungen von Generationsbeziehungen, besondere Unterstützung erhalten, denn diese Beziehungen zwischen verschiedenen Generationen wirken sich auf alle Beteiligten, jüngere sowie ältere Menschen, positiv aus. Das hohe Engagement im sozialen und gesundheitlichen Bereich von betagten Bürgern der Stadt Dresden, trägt zu deren eigenen Gesundheit bei und unterstützt betroffene Bürger. Dies sollte auch weiterhin eine der Bedeutung angemessene Förderung und Unterstützung erfahren.