Gesundheit & Alter

Der Prozess der zunehmenden Alterung der Bevölkerung stellt eine besondere Herausforderung für moderne Gesellschaften dar. So erfordert dies bestimmte infrastrukturelle Anpassungen, wie z. B. innovative Verkehrsnetze und Versorgungseinrichtungen, aber auch Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention, die spezifisch auf die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung zugeschnitten sind. Diese Maßnahmen sollten allerdings nicht allein im Sinne einer sekundären bzw. tertiären Prävention verstanden werden. Vielmehr sollten Programme und Maßnahmen bereits in jungen Jahren als Primärprävention eingeführt und umgesetzt werden, so dass Gesundheit erhalten und gesunde Lebens- und Arbeitsweisen gefördert werden, um auch im Alter aktiv sein zu können. Ein hohes Gesundheitsniveau der älteren Bürger ist Grundlage und Voraussetzung für unbeschwertes und aktives Altern. Nicht nur die Verbesserung der Gesundheitskompetenz in Fragen Ernährung, Bewegung und Vorsorge, sondern auch die Möglichkeiten zu Bildung, Weiterbildung sowie kultureller und gesellschaftlicher Teilhabe über freiwilliges Engagement sind wesentliche Komponenten einer ganzheitlichen Gesundheitsförderung. Dabei dürfen „die Älteren“ nicht als homogene Gruppe verstanden werden. Hinter der sta-tistischen Kategorie verbergen sich Menschen mit sehr verschiedenen gesundheitlichen Voraussetzungen, Möglichkeiten und Bedürfnissen.

Die Lebensspanne von 50 bis 80 umfasst immerhin 30 Jahre. Der individuelle Gesundheitszustand bekommt im „dritten Lebensabschnitt“ deshalb immer mehr Relevanz. Einmal ist er Grundlage für die berufliche Leistungsfähigkeit, zum zweiten aber auch Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und aktives Leben nach dem Berufsaustritt, welches immer seltener mit dem Begriff „Ruhestand“ beschrieben werden kann. Die soziale Gemeinschaft braucht Menschen, die bis ins hohe Alter ihre Wissens- und Erfahrungspotenziale in Unternehmen und im Ehrenamt einbringen und muss dementsprechend Rahmenbedingungen für „Gesundes Altern“ schaffen. Zu berücksichtigen bleibt, dass Alterung nie vollständig von Krankheit und Beeinträchtigun-gen befreit sein wird, so dass auch jene, die eben nicht mehr eigenständig und gesund sind, in soziale Netzwerke integriert bleiben.

Anzahl der über 60-Jährigen steigt

In Europa wird der Anteil der über 60-Jährigen in den nächsten Jahrzehnten deutlich ansteigen. Diese Entwicklung schlägt sich bereits auf bundesdeutscher Ebene nieder. So kamen im Jahr 2009 auf 100 Personen im Erwerbsalter (20 bis unter 65 Jahre) 34 Personen im Rentenalter (ab 65 Jahre) (s. Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2011). Zugleich sinkt der Anteil der jüngeren Menschen an der Gesamtbevölkerung. Im Jahr 2030 werden voraussichtlich 17 Prozent weniger Kinder und Jugendliche in Deutschland leben als heute. Statt 15,6 Millionen heute werden es nur noch 12,9 Millionen unter 20-Jährige sein. Die Personen im erwerbsfähigen Alter - heute üblicherweise zwischen 20 und 65 Jahren - werden um etwa 15 Prozent beziehungsweise 7,5 Millionen Menschen zurückgehen. Die Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren wird hingegen um rund ein Drittel (33 Prozent) von 16,7 Millionen im Jahr 2008 auf 22,3 Millionen Personen im Jahr 2030 ansteigen (Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2011). Gerade in den ostdeutschen Ländern zeigt sich, wie sich das Zusammenspiel der demographischen Faktoren auf die Alterung auswirkt: das Geburtenniveau hat sich seit der deutschen Einheit nach einem deutlichen Einbruch Anfang der 1990er Jahre auf einem niedrigen Niveau eingependelt, die Lebenserwartung ist seit der Wende deutlich angestiegen, und die alters- und geschlechtsselektive Abwanderung (vor allem junger Frauen) verstärkt ebenfalls die im Vergleich zum Westen schnellere Alterung im Osten Deutschlands (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2007). Rund ein Viertel der demographischen Alterung in Ostdeutschland wurde durch diese Binnenwanderung verursacht. Die Zuwanderung aus dem Ausland spielt für Ostdeutschland eher eine geringe Rolle (s. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2007).

In der sächsischen Landeshauptstadt ist die Altersstruktur in den Ortsämtern unterschiedlich (s. Kommunale Statistikstelle, 2011k). In Dresden wohnen die meisten über 65-Jährigen im Ortsamtsbereich Blasewitz. Aber auch das Ortsamt Altstadt weist einen hohen Anteil an über 65-Jährigen auf. In den Ortsämtern Cotta und Prohlis wohnen ebenso viele ältere Menschen. Prohlis wird in naher Zukunft auch ein Stadtteil mit hoher Altersstruktur sein, da auch hier viele Menschen leben, die bald in das Rentenalter eintreten.