Ein Dresdner Traditionsunternehmen

Die Striesener Pharmafirma Apogepha

Das mittelständische Unternehmen Apogepha aus Dresden hat sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Arzneimitteln in der Urologie spezialisiert. Langjährige Erfahrung und eine bewegte Geschichte machen das Unternehmen zu einem bedeutenden Bestandteil der Dresdner Pharmageschichte.

Die Dresdner Pharmaindustrie blickt auf eine lange Tradition zurück. Die 1882 gegründete Apogepha Arzneimittel GmbH ist ein stolzer Teil dieser Geschichte. Das familiengeführte Traditionsunternehmen hat sich auf den Bereich der Urologie spezialisiert. "Wir decken hier das gesamte Spektrum ab", erklärt Steffi Liebig, Bereichsleiterin für Gesundheitspolitik und Kommunikation. Zur Produktpalette gehören Arzneimittel zur Behandlung von Prostatabeschwerden, Harnsteinleiden, Harnweginfektionen, Inkontinenz, Harnblasen- und Prostatakrebs und Einnässen im Kindesalter. "Außerdem stehen wir Ärzten bei der Diagnose zur Seite und unterstüten ihre Patienten, zum Beispiel mit Informationsmaterial." Hervorgegangen ist die Apogepha aus einer Apotheke. Nach mehreren Besitzerwechseln, wird das Unternehmen seit 1933 von der Familie Starke geleitet. Es folgte die fast vollständige Zerstörung nach dem zweiten Weltkrieg und die Verstaatlichung in der DDR bis es 1991, als eines der ersten Pharma-Unternehmen aus den neuen Bundesländern, reprivatisiert wurde. Heute wird es bereits in dritter Generation geführt. Die Produktion findet in Dresden statt. "Das ist uns und unseren Kunden besonders wichtig. Die meisten der 191 Angestellten sind in diesem Bereich tätig", erklärt Liebig. Im Geschäftsjahr 2013 machte das Unternehmen einen Umsatz von 30,2 Millionen Euro, davon fielen rund 30 Prozent auf die internationalen Märkte. "Hier möchten wir uns in Zukunft stärker aufstellen", so Liebig. Das wichtigste Produkt ist das Medikament Mictonorm, dessen Wirkstoff bereits in den 1980er Jahren entwickelt wurde. Es kommt zum Einsatz, wenn die Ursache der Harninkontinenz eine überaktive Blase ist, also unkontrolliert und unbewusst krampft, so dass Harn austritt. "Der Wirkstoff greift an den dafür verantwortlichen Nervenzellen an und verhindert so die unkontrollierte Kontraktion", erklärt Liebig. Das Medikament wurde stetig weiterentwickelt, so dass es inzwischen auch eine Indikation für Kinder gibt. "Unsere neueste Entwicklung ist eine Kapsel, die den Wirkstoff über den Tag verteilt abgibt. So werden Wirkstoffspitzen verhindert und Nebenwirkungen reduziert", so Liebig weiter. Das funktioniert, weil sich in der Kapsel kleine Kügelchen (Mikropellets) befinden. Diese haben einen ummantelten Zitronensäurekern, der nach und nach abgetragen wird und dabei den Wirkstoff abgibt. Doch da es eine Vielzahl von Ursachen für Harninkontinenz gibt, steht vor der Verschreibung immer eine umfassende Untersuchung an. "Manchmal haben Frauen auch eine Beckenbodenschwäche, dagegen würde das Medikament nicht helfen. Bei Patienten mit einer Mischform der Harninkontinenz wird es dagegen auch eingesetzt", erklärt Liebig weiter. Im Angebot finden sich auch pflanzliche Medikamente. "Gerade ältere Menschen bevorzugen diese, weil sie meist weniger Wechselwirkung mit anderen Medikamenten haben", so Liebig. Es gibt eine Reihe von urologisch wirksamen Pflanzen. "Zum Beispiel die Sägepalme, die bei Prostatabeschwerden hilft, oder die Brennnesselwurzel, die in unserem Urol pros zum Einsatz kommt. Bei leichten Beschwerden reicht oft ein solches pflanzliches Medikament." Ein weiterer urologisch wirksamer pflanzlicher Wirkstoff ist das Goldrutenkraut. Das hat eine durchspülende Wirkung und kommt zum Beispiel bei Infektionen zum Einsatz, wenn die Keime schneller ausgeschieden werden müssen. "Es wirkt übrigens auch positiv bei Reizblase," weiß Liebig. Allerdings werden diese Medikamente seit 2004 nicht mehr von den Krankenkassen erstattet - Patienten müssen sich diese selbst in der Apotheke kaufen. Neben der Entwicklung von Medikamenten setzt sich Apogepha auch anderweitig ein, zum Beispiel mit der Stiftung des Felix Martin Oberländer-Preises, der jedes Jahr von der Gesellschaft für Urologie vergeben wird. Felix Martin Oberländer gilt als Begründer der modernen Urologie und entwickelte zum Beispiel ein Endoskop, das es erstmals ermöglichte, einen Blick in das Innere der Blase zu werfen. "Wir verstehen uns als Gesundheitsunternehmen, nicht nur als Entwickler und Hersteller von Arzneimitteln, sondern auch als Partner von Ärzten, Apotheken und als Anbieter von therapeutischen Lösungen im Dienste und zum Wohle des Patienten", so Liebig.