Immer am Zahn der Zeit

Dr. med. dent. Conrad Kühnöl über die Möglichkeiten modernster Technik in der Zahnmedizin

 

Wenn es um technisch fortschrittliche zahnmedizinische Behandlung in Dresden geht, ist Dr. med. dent. Conrad Kühnöl der richtige Ansprechpartner. In seiner Praxis wird Patienten mit modernster Technik eine besonders langlebige, hochästhetische, biokompatible Sanierung von mikroskopisch kleinen Defekten des Zahnes bis hin zur Wiederherstellung des gesamten Gebisses ermöglicht. In einem Interview hat er uns einige der von ihm verwendeten Programme genauer vorgestellt und uns über die wesentlichen Neuerungen aufgeklärt. Schnell wird klar, dass der Fortschritt unaufhaltbar ist und es stetige Optimierung braucht, um wirklich immer auf dem neuesten Stand zu bleiben! Aber Conrad Kühnöl liebt seinen Beruf und diesen ständigen Wandel, das merkt man sofort.

 

 

Herr Dr. Kühnöl, um immer die modernste Technik parat zu haben, braucht es ja nicht nur jede Menge Interesse an der aktuellen Forschung, sondern sicher auch das nötige Feingefühl, um keine Fehlinvestitionen zu tätigen. Wie kam es, dass Sie sich für diese stetige Neuorientierung so begeistern können?

Kühnöl: Die Welt um uns verändert sich, wir fahren Autos mit Navi und Einparkhilfen, können mit der gesamten Welt sekundenschnell Daten austauschen und recherchieren im Internet. Dies ist möglich durch eine völlige technologische Neuorientierung. Gleiches gilt für die Zahnmedizin. Klassische Arbeitsketten sind nur durch einen immensen Aufwand an Zeit, Material und letztlich Geld geringfügig zu verbessern. Die Digitalisierung im Bereich Diagnostik und Therapie eröffnet uns Einblicke in eine völlig neue Welt in der vieles verblüffend einfach und bisher Unmögliches selbstverständlich wird. Das Feingefühl dafür habe ich einerseits durch die drei abgeschlossenen Studien Zahntechnik, Zahnmedizin und CAD-CAM Technologie und andererseits durch Aktivitäten in der Forschung und durch einen regen Austausch mit Kollegen auch weltweit erlangt.

 

 

Was ist denn ein Beispiel aus der Zahnmedizin, an dem man die Vorteile der neuen Techniken besonders gut sehen kann?

Kühnöl: Das Problem von klassischen Implantaten zum Beispiel ist, dass sie teuer, anspruchsvoll und zeitaufwendig sind und man als Patient mit der Einsetzung unter Umständen immer noch viele operative Eingriffe über sich ergehen lassen muss. Das eigentliche Ziel ist es ja, das Implantat genau an die richtige Stelle zu setzen, um dem Patienten das Essen wieder zu ermöglichen. Um den Prozess für den Patienten zu verkürzen, wurde das Verfahren der „Navigierten Implantologie“ entwickelt. Dazu wird als erstes ein digitaler Datensatz des Patienten benötigt, der durch ein Scanverfahren zustande kommt. Diese Technik an sich ist schon seit 25 Jahren aktuell. Nur wird es durch die weiterentwickelten Computer viel komfortabler. In der Einzelzahn- und auch bei kleinen Brückenversorgungen ist das in einzelnen Zahnarztpraxen bereits Gang und Gebe. Das neue daran ist das wesentlich breitere Spektrum. Sie können diesen Datensatz auf einen weiteren Computer übertragen und dann die Zähne digital konstruieren.

 

 

Worin besteht der Vorteil der heutigen Entwicklungsmethode und gibt es vielleicht ein Beispiel?

Kühnöl: Die Vorteile sind die beeindruckend hohe Präzision in Planung und Therapie, die enorme Zeitersparnis, das Komfortgefühl des Patienten (z.B. wesentlich weniger Abdrücke, Reduktion der Beschwerden nach einer Implantat-OP um bis zu 80%). Sowie die erhebliche Kostensenkung. Zum Beispiel das Setzen eines Einzelimplantates. Dazu brauchen wir für Diagnostik und Therapieplanung ein 3D Röntgenbild und einen Kieferscan. Innerhalb einer Sitzung von 15 Minuten entsteht ein virtueller Patient. Aus den gewonnenen Datensätze werden durch Einsatz von biogenerischen Datenbanken und Konstruktionsprogrammen die korrekte Stellung des Implantates berechnet. Diese Daten werden in eine virtuelle Positionierungsschiene eingearbeitet welche dann durch unsere 5-Achs-CNC-Fräsmaschine oder unseren 3D Drucker erstellt wird. Die eigentliche OP dauert dann nur noch ca. 10 Minuten bei wesentlich höherer Genauigkeit. Natürlich verzichtet man in den meisten Fällen auf das Skalpell.

 

 

Das ist ja der reinste Luxus für den Patienten. Gibt es denn eine Besonderheit, die die Technik Ihrer Praxis auszeichnet?

Kühnöl: In unseren fünf km Netzwerk sind alle Komponenten wie ca. 20 Computer, 3D Röntgengeräte, CNC Fräsmaschinen, Mund- und Modellscanner sowie Okklusions und Bewegungsaufzeichnungsgeräte miteinnander verbunden. Alle Computerprogramme sind kompatibel.

 

 

Gibt es eigentlich auch Fälle, wo eine Diagnosestellung erst durch die moderne Technik möglich wird?

Kühnöl: Grundsätzlich erlaubt jeder Fall durch die Neuausrichtung der Technologien völlig neue Einblicke. Dadurch erscheinen viele in der Vergangenheit unklare Fälle diagnostisch in einem neuen Licht. Ein sehr schönes Beispiel dafür sind Kiefergelenkserkrankungen. Wir sind heute in der Lage die Knochenstrukturen mit den Zähnen und den reellen Bewegungen des Kiefergelenks am Monitor sichtbar zu machen. Dieses ermöglicht erstmalig Einblick in das Zusammenspiel von Kiefergelenk Zähnen und umgebenden Strukturen. Die daraus abzuleitende Diagnostik ist beeindruckend und einige Fälle sind übrigens sehr viel weniger aufwendig als in der Vergangenheit zu therapieren. Und wenn wir schon die Datensätze haben können wir doch gleich im Bedarfsfall den Rachenhintergrund bezüglich Schnarchen und Schlafapnoe diagnostizieren und dem Patienten die auf Verdacht eingesetzte Schiene zu ersparen.

 

 

Wenn die Computer nahezu den kompletten Einpassungsvorgang übernehmen, haben Sie dann nicht manchmal das Gefühl, ihnen wird der Beruf abgenommen?

Kühnöl: Natürlich gibt es diese unzähligen praktischen Programme, die so akkurat arbeiten, dass der Arzt teilweise kaum noch korrigieren muss. Aber letztendlich braucht es auch immer noch den Menschen davor, der alle Daten versteht und die handwerkliche Arbeit am Patienten übernimmt, daher bleibt mir diese Sorge erspart. 

 

 

Gibt es, neben den gesenkten Kosten und der Zeitersparnis, auch fachliche Gründe, aus dem die modernisierte Zahnmedizin der klassischen vorgezogen werden sollte?

Kühnöl: Neben höherer Präzision und besseren Diagnostik und daraus resultierender Optimierung der Therapie ist ein Aspekt die Keimfreiheit. Ein eigescannter Kiefer, der via Internet zum Zahntechniker gesendet wird ist keimfrei. Nicht zu vergleichen mit einem feucht eingepackten 2 Stunden altem Abdrucklöffel. Auch die Versorgung eines Zahnes innerhalb einer Stunde hat unter dem Aspekt der bakteriellen Belastung deutliche Vorteile. Ein weiterer Pluspunkt ist die Vereinfachung der Therapie bei besserem Ergebnis. Grundsatz in der Medizin ist, dass bei einer Vereinfachung der Therapiekette weniger Fehlermöglichkeiten vorhanden sind und somit ein zuverlässigeres Ergebnis erzielt werden kann.

 

Welche generellen Tendenzen beobachten Sie in der zahnmedizinischen Forschung?

Kühnöl: Es wird zunehmend versucht, besser mit dem zu arbeiten, was der Patient mitbringt. Der Umgang mit Knochen ist da ein gutes Beispiel. Mir ist es sehr wichtig, dass Knochenersatzmaterialien, wo es möglich ist, vermieden werden. Das hängt natürlich auch immer von den ästhetischen Prioritäten des Patienten ab. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass das Knochenersatzmaterial, wie geplant, nach einigen Jahren erfolgreich durch Knochen ersetzt wird, liegt laut internationalen Studien bei gerade einmal 30 Prozent. Dabei gibt es zum Beispiel in geeigneten Fällen die wesentlich sicherere Variante, den Knochen zu dehnen. Diesen „Schritt“, mit körpereigenen Materialien zu arbeiten, befürworte ich sehr und lege diese Verfahren meinen Patienten auch nahe.

 

 

Ein zusammenfassender Satz noch. Was unterscheidet die moderne Zahnmedizin von der klassischen?

Kühnöl: Für den Patienten hat definitiv die körperliche, zeitliche und finanzielle Belastung abgenommen und seine zahnärztliche Versorgung ist akkurater und zuverlässiger, auch, weil der Patient der Zukunft seine eigenen Zähne behält.