„Wir wollen gestalten!“

Neuer DGG-Vorstand

 

Neuer Vorstand, neue Ziele. Die Altersmedizin ist in Bewegung: „Wir leben in einer spannenden Zeit, die Geriatrie befindet sich im Aufwind und ich habe große Lust, diesen Bereich aktiv mitzugestalten“,sagt Prof. Dr. Jürgen M. Bauer aus Heidelberg, neu gewählter Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG). In den kommenden zwei Jahren will er mit den Mitgliedern der Fachgesellschaft die Altersmedizin weiter nach vorne bringen. Im Rahmen der DGG-Mitgliederversammlung Anfang September in Stuttgart sind neben Bauer fünf weitere Vorstandsmitglieder gewählt worden, die für die Weiterentwicklung der Geriatrie eintreten. 

Die Geriater, also Altersmediziner, beschäftigen sich nicht nur mit der Gesundheit im Alter, sondern auch mit der Prävention, Rehabilitation und den sozialen Aspekten von Krankheiten bei älteren Menschen. Durch diese Schnittstellenfunktion sind die Mediziner gefragte Experten auf vielen Ebenen. Nicht zuletzt durch den weltweiten demografischen Wandel ist ihre Expertise schon jetzt in vielen Fachbereichen gefragt. „Es ist aber auch wichtig, dass wir unser klinisches Fachwissen nach draußen tragen und Erstkontakt zu Patienten haben“, sagt Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner aus Schwelm, der zum stellvertretenden Präsidenten gewählt wurde. „Die Arbeit mit älteren Menschen finde ich  faszinierend. Gerade in der Akutversorgung stehen wir hier vor großen Herausforderungen“, so Heppner. In diesem Punkt will er auch bei seiner Arbeit im DGG-Vorstand Akzente setzen. 

 

Bessere Kommunikation, mehr Kooperation 

Besonders gefragt ist die Meinung von Privatdozent Dr. Rupert Püllen aus Frankfurt am Main, der dem Vorstand bereits seit vier Jahren angehört und nun in seiner zweijährigen Rolle als Past-President seine Erfahrungen weitergibt. „Mir ist immer wieder aufgefallen, dass in viele Kliniken nicht genügend auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten eingegangen wird. Das motiviert mich weiterhin, geriatrische Standards aktiv zu gestalten“, so Püllen. Als Schatzmeisterin ist Dr. Corinna Drebenstedt aus Friesoythe neu in den Vorstand gewählt worden. Auch wenn sie einen besonderen Blick auf die Finanzen der Gesellschaft haben wird, so sind für sie zwei weitere Themen mindestens genauso wichtig: „Wir müssen wirklich an einer besseren Kommunikation zwischen den medizinischen Fachdisziplinen arbeiten.“ An dieser Schnittstelle sei noch viel Arbeit zu leisten. „Und persönlich würde ich mich freuen, wenn wir enger mit der Deutschen Schmerzgesellschaft kooperieren. Gerade das Thema Schmerzvorsorge ist bei alten Menschen sehr wichtig“, sagt Drebenstedt. 


Bedeutende Änderungen in der Weiterbildung 

Nicht nur offen für neue Kooperationen, sondern auch offen für mehr wissenschaftliche Ansätze ist die neu gewählte Sekretärin (Schriftführerin) des Gesellschaftsvorstandes. Privatdozentin Dr. Marija Djukic aus Göttingen sieht ihren Schwerpunkt in der neurologischen Arbeit. „Ich will aber auch, dass wir uns weiter verstärkt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen unseres Fachs auseinander setzen. Und eben diese wissenschaftliche Arbeit an sich müssen wir stärker unterstützen“, so Djukic. Dem kann auch Dr. Michael Meisel aus Dessau nur zustimmen. Er ist bereits seit vielen Jahren als Weiterbildungsbeauftragter der DGG aktiv. Damit die vielen Projekte auch wirklich umgesetzt werden können, will sich Präsident Bauer sehr engagieren. Konkrete Gestaltungsmöglichkeiten sieht der Vorstand aktuell in der Novellierung der Weiterbildungsordnung. In Kürze werde man einen Fahrplan für die Vorstandsarbeit festlegen. „Wir wollen dafür sorgen, dass die Geriatrie ein integraler Bestandteil der Medizin wird und dass die Altersmedizin endlich auf allen Ebenen akzeptiert ist. Und wir wollen dafür einstehen, dass möglichst viele medizinische Fachdisziplinen mit uns Geriatern kooperieren.“