• Januar 28, 2022
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Die Modeindustrie ist eine der größten Branchen weltweit und konnte alleine in Deutschland im Jahr 2021 einen Umsatz von rund 55 Milliarden Euro erzielen. Als Modehauptstadt der Welt gilt allerdings nicht Berlin, sondern Paris. Warum ist Paris so enorm wichtig für die Welt der Mode? Und wie hat die französische Hauptstadt diesen Status erreichen können? Wir gehen diesen Fragen im folgenden Artikel auf den Grund, sehen uns die Entwicklung der Mode an und wie Paris in der Popkultur zumeist dargestellt wird.

In der Modewelt etabliert

Zunächst zum Offensichtlichen: Paris spielt bereits seit Jahrzehnten eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Modeindustrie. Hier versammeln sich die berühmtesten Designer, die bekanntesten Models und das weltweit größte Publikum, um bei Events wie der Paris Fashion Week die neuesten Kollektionen und Modetrends zu entwerfen und zu beobachten.

Wie wichtig Paris als kulturelles Zentrum - nicht nur für Mode - ist, sieht man schon mit einem Blick auf die Rolle der Stadt in verschiedenen Bereichen der Unterhaltungsbranche, zu denen der Modesektor ganz ohne Zweifel auch gehört: Beim Thema Film etwa dient die Metropole nicht nur in bekannten Streifen wie „Die fabelhafte Welt der Amélie“ oder „Midnight in Paris“ als Kulisse. Große Events wie das Paris International Film Festival, die Paris Film Awards oder das Champs-ÉlyséesFilmfestival locken zudem jedes Jahr zehntausende Menschen in die Stadt und haben weltweite Signalwirkung für die Filmbranche.

Wenn es um interaktive Unterhaltung geht, sind zum einen große französische Publisher von Videospielen, so wie etwa Ubisoft, weltweit bekannt - auch hier ist Paris Heimat für eine große Zahl an Arbeitsplätzen in der Branche. Und in den interaktiven Medien an und für sich ist Paris sowieso als Kulisse etabliert: So etwa im bekannten Café de Paris Slot-Spiel, wenn man im Casino online spielen möchte. Hier entspannt der Spieler in typischer Pariser Atmosphäre, in einem virtuellen Nachbau des bekannten gleichnamigen Cafés, während er die Walzen rollen lässt.

Paris ist ebenso stark mit der Musikindustrie verbunden: Ob die Pariser Grand Opera, die Fête de la Musique oder die vielen legendären Konzertsäle der Stadt - auch hier ist die französische Hauptstadt ein internationales Vorbild.

Paris in der Modeindustrie

Und in der Modeindustrie? Da sieht es nicht anders aus: Die Modeindustrie wandelte sich ab dem 19. Jahrhundert grundlegend, da zur damaligen Zeit durch die Industrialisierung erstmals die Massenfertigung von Mode möglich wurde. Zum ersten Mal in der Geschichte konnten breite Bevölkerungsschichten sich „modische“ Kleidung leisten. Der Begriff Mode, schrieb der Soziologe Georg Simmel schon im Jahre 1905, unterscheidet sich grundlegend von zweckmäßiger Alltagskleidung. Denn im Gegensatz zu anderen, praktisch ausgerichteten Kleidungsstücken (die etwa vor Kälte oder Regen schützen sollen), erfüllt die Mode ein soziales Bedürfnis und soll in dieser Funktion beispielsweise Reichtum, Zugehörigkeit zu bestimmten gesellschaftlichen Schichten oder Individualismus ausdrücken. Dies war vor der Industriellen Revolution aber nur sehr bedingt möglich, denn schicke Kleidung galt als Luxusgut. Dadurch, dass Modetrends ab dem 19. Jahrhundert allerdings immer stärker die Massen erreichten, wurde der Nährboden für ganz neue Industrien geschaffen.

Und Paris war dabei der große Profiteur. Die Stadt schaffte es, ab der Mitte des 20. Jahrhunderts eine herausragende Stellung in der weltweiten Modeindustrie einzunehmen. Ganz entscheidend dafür war die Entwicklung der sogenannten Haute Couture, also der „gehobenen Schneiderei“: Deren Entwicklung begann ab der Mitte des 20. Jahrhunderts die Mode zu dominieren und in immer breiteren Gesellschaftskreisen für Aufmerksamkeit zu sorgen. Ihren Anfang nahm die Haute Couture bereits mit dem Schneider Charles Frederick Worth, der 1857 in Paris das erste große Modehaus gründete. Bis zu ihrem endgültigen Durchbruch der Haute Couture ging es allerdings noch eine ganze Zeit. 1927 wurde mit der École de la chambre syndicale de la couture parisienne (ECSCP) eine bekannte, bis heute bestehende Modeschule gegründet. Durch bekannte Designer wie den Deutschen Karl Lagerfeld, die sich allesamt in Frankreich und vor allem Paris niederließen, entstand ein international spürbarer Sog für Models, Modeschöpfer und Medien, ebenfalls in Paris sesshaft zu werden und von dort aus zu arbeiten, zu entwerfen oder zu berichten.

Noch heute hat die Stadt diese herausragende Stellung inne und lockt stets eine große Zahl an Profis und Neulingen aus der Modeindustrie an. Wer sich mit der Thematik auskennt, weiß: Die meisten Trends im Bereich Fashion beginnen in Paris und werden genau dort später auch durch neuere Entwicklungen wieder abgelöst.

Was sind die bekanntesten und erfolgreichsten Fashion Brands aus Paris?

Aber welche Marken und Fashion Brands aus der französischen Hauptstadt sind am bekanntesten? Ein Blick zeigt: Unter den erfolgreichsten Fashion Brands weltweit findet sich gleich eine ganze Reihe an französischen Namen, darunter etwa Cartier, Chanel und Louis Vuitton.

Der 1913 gegründete Modekonzern Chanel ist vielleicht das bekannteste Beispiel und hat seinen Sitz in Neuilly-sur-Seine bei Paris. Bereits in seinen ersten Jahren beeinflusste das Modehaus nachhaltig den französischen Kleidungsstil, indem es einen eleganten, aber dennoch funktionalen Look in das obere Preissegment der Damenmode brachte. Ab dem Jahr 1982 gelangte Chanel endgültig zur weltweiten Bekanntheit, als der bekannte Modeschöpfer Karl Lagerfeld die Führung des Konzerns übernahm und das Image der Marke nachhaltig modernisierte. Chanel beeinflusst auch mehr als ein Jahrhundert nach seiner Gründung noch die Pariser Modewelt im großen Stil.

Louis Vuitton ist mit Sicherheit ein weiterer Name, den auch weniger modebegeisterte Menschen schon mehr als einmal gehört haben: Das französische Luxuswaren-Unternehmen mit Sitz in Paris wurde bereits 1854 vom gleichnamigen Handwerker Louis Vuitton gegründet und wurde später durch exklusives Reisegepäck, Koffer und natürlich Handtaschen weltweit bekannt. Accessoires sind beim Thema Mode nicht zu vernachlässigen: Sie stehen für Trendbewusstsein und einen Sinn für Stil und schmücken daher Mode in allen Formen und Farben aus - nicht nur in Paris, sondern auch auf Events wie der Baselworld. Daher kann man getrost davon ausgehen, dass Louis Vuitton auch die nächsten Jahrzehnte über kulturell relevant bleiben wird.

Fazit

Paris gilt nicht umsonst als das weltweite Zentrum der Modeindustrie. Die Stadt der Liebe hat sich ihr Image als Fashion-Hauptstadt hart erarbeiten müssen. Und zieht nun völlig zurecht von überall auf der Welt Designer, Models, Journalisten und Beobachter an, die sich dem Thema Fashion verschrieben haben. Dank einer großen Zahl an wichtigen Modeunternehmen sollte Paris diese Vormachtstellung außerdem auf absehbare Zeit behalten können. Welche Trends wohl als Nächstes aus der Stadt zu uns herüberschwappen werden?