Aufrüsten für die Logistik der Zukunft: Jungheinrich auf Wachstumskurs

 

Wer sich schon einmal im weitesten Sinne mit Lagerlogistik beschäftigt hat, der wird den Namen Jungheinrich gut kennen: Der Konzern mit Sitz in Hamburg ist der weltweit drittgrößte Hersteller von Gabelstaplern. Aufgrund der ungebrochen hohen Nachfrage nach Gabelstaplern und elektronisch betriebenen Flurförderzeugen will der Maschinenbauhersteller neue Produktionsanlagen in Osteuropa errichten und sein Angebot verstärkt am Trend zur Lagerautomatisierung ausrichten, um die Umsätze weiter anzukurbeln.

Umsatz von 4 Milliarden Euro bis 2020 angepeilt

Nach kräftigen Zuwächsen im ersten Halbjahr hat der Konzernchef von Jungheinrich, Hans-Georg Frey, seine Prognose für den Jahresumsatz 2017 leicht angehoben. Die Jungheinrich-Aktie hatte bereits im ersten Halbjahr 2017 zeitweise um über zwei Prozent zugelegt. Mit 57.600 verkauften Gabelstaplern erreichte Jungheinrich einen neuen Höchstwert. Der operative Gewinn (EBIT) stieg damit auf ganze 123,7 Millionen Euro. Für 2017 hält Frey einen EBIT von 250 bis 260 Millionen Euro für möglich. Vor allem die elektronisch betriebenen Einstiegsfahrzeuge, die Jungheinrich online unter dem Namen Ameise an Unternehmen verkauft, die ihren Logistik-Mitarbeitern die Arbeit erleichtern wollen, finden seit nunmehr 60 Jahren weltweit regen Absatz. Die Namensgebung der beliebten Elektrostapler war wohl kein Zufall: Auch im Tierreich sind Ameisen für ihren Fleiß und ihre Schnelligkeit bekannt. Der erste wendige Elektro-Hubwagen ging 1953 vom Band - und der Erfolg hält bis heute an. Jungheinrich verzeichnete im letzten Jahr erstmals einen weltweiten Umsatz von über drei Milliarden Euro. Bis 2020 will Dr. Lars Brzoska, Vertriebsvorstand von Jungheinrich, die Vier-Milliarden-Marke knacken. Dabei setzt er gleichermaßen auf Altbewährtes wie auf neue Technologien.

Zukunftsvisionen

Im Jahr 2016 hat der Hamburger Gabelstaplerhersteller bereits 25 Millionen Euro in die Konzernverwaltung am Traditionsstandort in Wandsbek investiert. Nun kündigte Vorstandschef Frey an, in näherer Zukunft neue Produktionswerke in Osteuropa errichten zu wollen, die als zweites Standbein neben den sechs deutschen Werken fungieren sollen. Der Grund für diese Pläne seien die strengen Reglements in Deutschland. Jungheinrich richtet seine Unternehmensstrategie immer mehr dahingehend aus, Tradition mit Moderne zu verbinden. Zwar ist das Unternehmen schon seit vielen Jahren eine Aktiengesellschaft und wird im MDAX notiert. Zugleich aber präsentiert sich Jungheinrich weiter als solides und modernes Familienunternehmen, das ehrgeizige Ziele verfolgt und erkennt, wie brisant der Trend zu hochautomatisierten Lagersystemen und einer Industrie 4.0 ist. Vernetzte Maschinen und Produktlösungen im Verbund zwischen Großunternehmen und dem Mittelstand auf den internationalen Märkten anzubieten, macht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie aus. Ohne eine effiziente und moderne Logistik zu wettbewerbsfähigen Preisen wäre diese Schlüsselkompetenz nicht denkbar. Die Branche muss sich daher über alle Verkehrsträger hinweg auf die neuen Herausforderungen einstellen und notwendige Maßnahmen einleiten, um zukunftsfähig zu sein.

Moderne Zeiten, moderne Stapler

Jungheinrich geht diesbezüglich mit gutem Beispiel voran: So präsentierte das Unternehmen der Öffentlichkeit auf der LogiMAT 2017 in Stuttgart, einer internationalen Fachmesse für Intralogistik, seine Innovationen. Dazu zählen der energieeffiziente Mehrwegestapler ETC Q20/25 sowie ein neuer Mitfahr-Niederhubwagen mit Lithium-Ionen-Technologie. Letzterer ist Vertriebschef Brozska zufolge mit 14 km/h derzeit das schnellste Fahrzeug in dieser Produktkategorie. Mit solchen High-Tech-Flurförderzeugen, gepaart mit optional erhältlichen, intelligenten Assistenzsystemen, erhofft sich Jungheinrich eine zusätzliche Steigerung der Umsätze um bis zu 15 Prozent. Ob sich der Wunsch der Hanseaten erfüllt, werden die Abschlusszahlen 2017 zeigen.