Ein Königreich für ein eigenes Rennpferd - 2

Immer mehr Dresdner Promis gönnen sich diese Freude und leisten sich ein eigenes Rennpferd. Auch Besitzergemeinschaften sind möglich. Lesen Sie, wie es funktioniert! 

 

Wo sehen Sie den Dresdener Rennverein und die Rennbahn heute und früher?

Michael Becker: Vor 20 Jahren hatte der Galopprennsport allgemein noch eine andere Stellung. Da ging es um den Sport, die Vollblutzucht und den Erhalt wichtiger Leistungsprüfungen. Heute ist das natürlich immer noch sehr wichtig, aber wir haben ein Nachwuchsproblem. Das Image des Rennsports hat sich verändert. Wir gehen nun mit der Zeit, denn auch in Dresden hat sich eine Menge geändert. Heute sehen wir uns zum einen als Familienrennbahn, zum anderen als Plattform für Unternehmer, die die Fläche nutzen wollen, um sich zu präsentieren und das in besonderem und auch exklusiven Ambiente. Daher haben Galopprennen und Renntage heute mehr denn je Eventcharakter. Natürlich generieren wir so auch neuen Nachwuchs.

 

Dresden ist im Pferderennsport durchaus etabliert...

Michael Becker: Wir versuchen den regionalen Rennsport voranzubringen und den Kontakt zu regionalen Gestüten wie dem Gestüt Graditz und dem Hauptgestüt Moritzburg zu pflegen. Zu den Hauptrenntagen im Juni, Juli und November, an denen wir internationale Listenrennen und Ausgleich I-Rennen durchführen, kommen immer sehr viele namhafte und renommierte Jockeys wie beispielsweise Adrie de Vries, Eduardo Pedroza oder Filip Minarik. Der berühmteste Jockey aus Dresden, der mittlerweile aber in Mühlheim an der Ruhr reitet, ist Alexander Pietsch. 2015 wurde Pietsch Deutscher Jockey-Champion und erst kürzlich feierte er seinen 1000. Sieg.

 

Welche Zielgruppe ndet heutzutage den Rennsport interessant?

Michael Becker: In den letzten Jahren ist vermehrt junges Publikum und es sind Familien auf der Rennbahn, da unsere Renntage familienfreundliche, friedliche und gesellige Veranstaltungen sind. Die Leute können einen schönen und entspannten Tag auf der Galopprennbahn erleben. Das Wetter ist da natürlich immer ganz entscheidend. Im Durchschnitt sind etwa 5.000 bis 7.000 Besucher pro Renntag auf der Bahn.

 

Was kostet ein Rennpferd?
Michael Becker: Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Es gibt viele Faktoren, die den Preis des Pferdes bestimmen z.B. Herkunft, Erfolge des Deckhengstes und der Zuchtstute. Man kann ab 3.000 Euro ein Rennpferd kaufen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, für kleines Geld Besitzer zu werden und in eine Besitzergemeinschaft einzutreten. Zum Preis des Pferdes kommen noch monatliche Kosten für das Training bei Public Trainern, Boxenmiete, Trainingsbahn, Futter, Ausrüstung, Hufschmied, Tierarzt etc. dazu - in Dresden etwa 400 Euro im Monat.

 

Wie begeistern Sie gerade das jüngere Publikum für den Pferderennsport?
Michael Becker: Unser Ziel ist es zunächst, die Leute erst einmal auf die Rennbahn zu holen und ihnen ein Event zu bieten, das sie packt und den Wunsch weckt, wiederzukommen. Natürlich spielt der Umsatz eine bedeutende Rolle und wir versuchen, Publikum zum Wetten zu animieren, beispielsweise durch Wettinformationen und Wettscouts, die dem Publikum beim Wetten behilflich sind. Man muss ein Event schaffen, das rundum zufrieden stellt, dazu zählt natürlich auch eine Erlebnisgastronomie. Informationen werden außerdem über Social Media geteilt, wir pflegen Kanäle auf Facebook, Instagram und Twitter, haben eine Internetseite und versenden Newsletter... Das sind moderne Vermarktungswege, die ein junges Publikum ansprechen.

 

Wetten die Dresdner gern?
Michael Becker:
Wetten ist natürlich ein wichtiges Thema für den Rennverein. Renntage nanzieren sich zu einem Teil durch Wetteinnahmen, daher sind wir ständig damit beschäftigt, den Besuchern das Wetten auch wirklich attraktiv zu gestalten, zum Beispiel durch die Einführung einer 2. Wettchance, in der Zuschauer mit ihren Wettnieten Sachpreise gewinnen können. Ab diesem Jahr gibt es auch mobile Wettkassen. Der Einsatz muss noch nicht mal hoch sein. In Dresden kann man schon ab einem Euro seine Wette platzieren. Manipulationen sind weitestgehend ausgeschlossen, da es eine Rennleitung und Rennverfilmungen gibt, die die Rennen strengstens überwachen. Zudem werden regelmäßig unverhofft Dopingkontrollen bei Reitern und Pferden durchgeführt.

 

Welches sind die wichtigsten Events der aktuellen Saison in Dresden?
Michael Becker:
Die wichtigsten Leistungsprüfungen waren am 17. Juni beim BBAG Auktionsrennen und dem Großen Preis der Freiberger Brauerei. Am 15. Juli und am 22. November finden unsere beiden Listenrennen, der bwin Sommerpreis sowie der Große Dresdner Herbstpreis statt. Diese Renntage sind sehr beliebt bei unserem Dresdner Publikum und werden gut besucht, auch weil dann wirklich bekannte Jockeys und leistungsstarke Pferde kommen, die Spannung versprechen.