Digitale Welt: Verzicht auf Internet undenkbar

Eine Zeit lang auf Facebook, Instagram und Browsergames verzichten? Für viele Computernutzer inzwischen undenkbar. Lieber würden sie eine Alkohol- oder Süßigkeiten-Pause einlegen, als dem Internet für einige Wochen den Rücken zu kehren. Computer, Smartphone und Co. nehmen einen immer höheren Stellenwert im alltäglichen Leben ein. Und davon profitiert nicht zuletzt auch die Wirtschaft.

 

Nur einmal kurz drauf schauen

Keine Freizeit ohne Smartphone und Computer. Ob zu Hause vor dem Fernseher, im Bus auf dem Weg zur Arbeit oder am Wochenende im Park – es wird recherchiert, gechattet und stundenlang gezockt. Doch hier ist noch lange nicht Schluss. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Bitkom Research nutzen vier von zehn berufstätigen Smartphone-Besitzern ihr Handy sogar in einer Dienstbesprechung – nebenbei bemerkt, um private Angelegenheiten zu erledigen. Unter private Angelegenheiten zählt das Checken privater E-Mails oder SMS, das Nutzen sozialer Netzwerke wie Facebook und Twitter sowie das Lesen aktueller Nachrichten. Rund sechs Prozent der Befragten kaufen sogar in der Besprechung online ein.

 

Lieber kein Bier als kein Internet

So eine Besprechung kann sich ja auch schon mal in die Länge ziehen, da fehlt das eigene Smartphone samt Internet natürlich. Wie wäre es da, ganze 40 Tage darauf verzichten zu müssen? Für viele Internetnutzer anscheinend unvorstellbar. Laut einer repräsentativen Forsa-Studie im Auftrag der DAK-Gesundheit würden viele Deutsche lieber auf Wein, Bier und Schokolade als auf Computer und Internet verzichten. Ganze 67 Prozent würden es während der Fastenzeit ohne Alkohol aushalten. Süßigkeiten könnten rund 66 Prozent entbehren. Auf Internet und Computer verzichten könnten dagegen nur 21 Prozent. Vor gerade einmal zwei Jahren waren es noch 31 Prozent der Befragten.

 

Computerverbundenheit ist oft eine Frage des Alters

Immer mehr Menschen fällt es schwer, eine Zeit lang komplett offline zu sein. Wie schwer der Verzicht auf den Computer und das Internet ist, hängt nicht zuletzt vom Alter der betreffenden Person ab. Computer, Handy und Konsole für einige Wochen links liegen zu lassen, dazu wären laut Umfrage gerade einmal zwölf Prozent der unter 30-jährigen bereit. Bei den 45 bis 59 liegt dieser Anteil bei knapp 25 Prozent. Hier scheint das Bedürfnis mal richtig abschalten zu können noch größer als bei jüngeren Computer- und Internetnutzern zu sein.

 

Die Gaming-Branche freut sich über steigende Umsätze

Ohne Internet also nichts los bei den Deutschen. Davon profitiert nicht zuletzt auch die deutsche Gaming-Wirtschaft. Denn neben kostenlosen Angeboten wie beispielsweise von prosiebengames.de, wo der Download unterschiedlicher Spiele einfacher kaum sein könnte, lassen sich Hobbyspieler auch gerne mal das eine oder andere Spiel richtig was kosten. Allein im letzten Jahr konnte die Gaming-Branche rund 2,81 Milliarden Euro mit Spielen und entsprechender Hardware erwirtschaften. Das ist ein Umsatzplus von knapp 4,5 Prozent. Rund 562 Millionen Euro wurden dabei mit Free-to-Play-Spielen erwirtschaftet, die in der Regel nichts kosten, sich aber über zusätzliche, kostenpflichtige Inhalte finanzieren. Die Wirtschaft profitiert und die Nutzer freuen sich über neue Angebote. Das dürfte selbst einen kurzfristigen Verzicht auf Computer sowie Internet nicht gerade leichter machen.

 

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