De-Mail bekommt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Anbieter der rechtssicheren De-Mail rüsten auf. Seit 2012 können Internetnutzer in Deutschland auf ein sicheres, vertrauliches und nachweisbares Kommunikationsmittel im Internet zurückgreifen. Die neue Technik, die von privatwirtschaftlichen Unternehmen wie der 1&1 Internet AG angeboten wird, stellt das Pendant zur bisher etablierten Briefpost dar und soll Unternehmen, Behörden und Verbrauchern ein verbindliches Medium für die elektronische Kommunikation zur Verfügung stellen.

Schlechter Start für die De-Mail

Beworben wurde das Projekt als zeit- und geldsparende Alternative zum Brief. Das angeblich sichere Verfahren wurde von Kunden bisher jedoch wenig angenommen. Und auch in Expertenkreisen war die De-Mail umstritten. Allen voran stellte der Chaos Computer Club der De-Mail ein schlechtes Zeugnis aus. Bemängelt wurde vor allem das Fehlen einer zeitgemäßen Verschlüsselungstechnik vom Sender zum Empfänger. Bisher kam lediglich eine Verschlüsselung des Transportwegs zum Einsatz. Die De-Mail-Provider, Polizeibehörden, Geheimdienste und potenzielle Angreifer kämen so dennoch an die vermeintlich geschützten Inhalte, so die Kritiker. Der Bundestag erklärte das Verfahren trotzdem für sicher. Doch auch von der entsprechenden Gesetzesänderung ließen sich die Verbraucher nicht überzeugen. Und so blieb die De-Mail lange Zeit das, was sie in den Augen der Kritiker schon von Anfang an war: ein Flop.

Verschlüsselungs-Plug-in ab April verfügbar

Der schlechte Ruf der De-Mail könnte sich ab April 2015 jedoch ändern. Mit der Einführung einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mittels PGP (Pretty Good Privacy) greifen die De-Mail-Anbieter das Hauptargument der Kritiker auf. Dazu präsentierte die "Arbeitsgemeinschaft De-Mail" in Berlin ein entsprechendes Browser-Plug-in für Chrome und Firefox. Um deutlich zu machen, dass bei dem Verschlüsselungstool keine Hintertüren existieren, wird das neu entwickelte Plug-in als Open-Source-Software veröffentlicht. Die PGP-Option wird zukünftig von allen De-Mail-Anbietern kostenlos angeboten. Wer sich bei De-Mail anmeldet, wird ab April 2015 auf die Verschlüsselungsmöglichkeit hingewiesen. Ob dieser Vorstoß genügt, das rechtssichere Mail-System bei Privat- und Businesskunden sowie öffentlichen Behörden zu etablieren, wird sich zeigen.