Lohn- und Gehaltsentwicklung in Sachsen

Deutschland befindet sich im Aufschwung. Das zeigt deutlich der Anstieg der Reallöhne bzw. Nominallöhne um 0,6 Prozent im ersten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahresquartal. Damit ist bereits das dritte Jahr in Folge ein stetiges Wachstum zu verzeichnen. Grund dafür ist unter anderem die wachsende Konjunktur in der Wirtschaft, die in allen Bereichen positive Auswirkungen verzeichnet, sowie die Einführung des neuen Mindestlohns. Doch wie wirkt sich das explizit auf die Lohn- und Gehaltsentwicklung in Sachsen aus?

 

So viel Lohn wie lange nicht mehr

In den letzten Jahrzehnten hat sich bei den Gehältern einiges getan. Betrug der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst der Arbeitnehmer 1991 noch umgerechnet rund 981 Euro, ist er im ersten Quartal 2017 auf mittlerweile 3.046 Euro angestiegen. So lautet die Aussage des Statistischen Landesamtes Sachsen in seinem Statistischen Bericht bezüglich der Verdienste und Arbeitszeiten im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich im Freistaat Sachsen. In diesem vierteljährlichen Bericht erhalten Interessierte einen Überblick über die Höhe der Durchschnittslöhne in den einzelnen Gewerben sowie eine geschlechterspezifische Auflistung.

 

Obwohl die Löhne in Sachsen allein 2015/2016 um über 70 Euro gestiegen sind, liegt der Freistaat im Deutschlandvergleich weiterhin knapp 7000 Euro unter dem Mittelwert.

Die Grafik beweist, dass Sachsen deutschlandweit auf dem drittletzten Platz liegt, was das jährliche Durchschnittseinkommen der Bevölkerung betrifft. Weniger verdienen nur Arbeitnehmer aus Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Trotz guter Arbeitsmarktlage und steigendem Fachkräftebedarf ist das finanzielle Ungleichgewicht zwischen Ost und West weiterhin deutlich sichtbar. Dennoch ist eine steigende Tendenz sichtbar, die wachsende Löhne für die Zukunft verspricht.

 

Die Arbeitslosenzahlen sinken weiter

Erfreulicherweise sorgt der Fachkräftebedarf für eine sinkende Arbeitslosenzahl, wie der Regionalleiter der Bundesagentur für Arbeit Sachsen Klaus Peter Hansen mitteilt.

Lagen die Quote im Februar 2016 noch bei rund 8,6 Prozent, sind aktuell nur circa 154.400 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen – mit 7,3 Prozent somit über 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Trotzdem warnt er vor zu großer Euphorie. Denn die zahlreichen Wiedereinstellungen nach den Wintermonaten sorgen jedes Jahr für ein Tief in der Arbeitslosenquote. Dennoch ist sich Klaus Peter Hansen sicher, dass dank der guten wirtschaftlichen Lage die Zahl der Arbeitssuchenden im Laufe des Jahres eine Sechs vor dem Komma erreichen wird. Trotz der guten Entwicklung liegt Sachsen zum momentanen Zeitpunkt statistisch unter dem Durchschnittswert im gesamtdeutschen Vergleich. Schlechter trifft es nur Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen.

 

Mindestlohn sorgt für eine steigende Lohnentwicklung

Selbstverständlich hat der Mindestlohn auch in Sachsen seine Spuren hinterlassen und sorgt zumindest mit einer einheitlichen Lohnuntergrenze für eine Angleichung der Löhne in allen Bundesländern. Rund vier Millionen Deutsche profitieren von der Einführung der Lohnuntergrenze – darunter die knapp 31 Prozent der sächsischen Arbeitnehmer die 2013 noch für weniger als 8,50 Euro pro Stunde arbeiten gegangen sind. Nun erhalten laut der LVZ viele Geringverdiener knapp 11,3 Prozent mehr Gehalt, was einerseits deren Existenzminimum sichert, andererseits die Notwendigkeit eines Zweitjobs verringert. Das sorgt nicht nur für mehr Geld im Geldbeutel, sondern ebenfalls für eine ausgewogenere Work-Life-Balance. Zwar hatten viele Arbeitgeber am Anfang Bedenken hinsichtlich des zunehmenden bürokratischen Aufwands (was sich allerdings mit einem Lohnabrechnungsprogramm wie beispielsweise von Lexware oder mit einer Onlinelösung, z.B. Shyftplan minimieren lässt) sowie des Verlustes der Wettbewerbsfähigkeit, jedoch sind im Großen und Ganzen keine finanziellen Einbußen ersichtlich.